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Archiv der Kategorie: Vaclav Wenzel Cerveny

Vaclav Wenzel Cerveny und das „BayHanfG“: Der wohl dümmste Gesetzentwurf aller Zeiten

Aus der Feder bekennender Hardcoreaucher, ihrer Lobbygrüppchen und anderer Menschen im blauen Dunstkreis ist man als Chronist ja einiges an Unsinn gewohnt. Aber was Vaclav Wenzel Cerveny uns  zur Zeit wieder präsentiert, ist an Peinlichkeit kaum mehr zu übertreffen. Ich habe einfach den Eindruck, dass der ehemalige Gastwirt und höchst erfolglose Kandidat der Bayernpartei es auf „Teufel komm‘ raus“ darauf anlegt, sich lächerlich zu machen.

Kurz nachgezeichnet: Cerveny ist in der Raucherszene seit einigen Jahren bekannt. Seit Beginn des Nichtraucherschutzes in Bayern führt der ehemalige Betreiber der Diskothek „Karibik Beach“ in Vaterstetten, der mit diesem Unternehmen vor einigen Jahren insolvent ging, einen Kampf gegen die Windmühlen des Nichtraucherschutzes.

Egal, ob er beweisen wollte, dass man mit teuren Lüftungsgeräten im Innenraum einer Raucherkneipe eine Luft herstellen könnte, die gesundheitlich unbedenklich ist oder ob er für das mittlerweile beerdigte Vorhaben eines „Volksbegehren Raucherclubs Bayern“ Tausende Kilometer im Wohnmobil abspulte, um Unterstützerunterschriften zu sammeln. Das Thema „Rauchen“ stand immer ganz oben auf der Agenda des Mannes, der sich auch gerne mal in einer Kutsche eine Paradeuniform im Stile der „k. u. k.“-Monarchie tragend fotografieren ließ. Cerveny ist immer für einen bizarren Auftritt gut.

Mit allen seinen Projekten ging „Vaci“, wie er unter Kennern der Szene genannt wird, übrigens gnadenlos baden. Die Geschichte des Vaclav Wenzel Cerveny ist eine Geschichte der Erfolglosigkeit und des Scheiterns.

Ähnlich dürfte es nun beim neuesten Projekt des „Erfolgsgastronomen“ laufen. Dem „Volksbegehren Legalisierung Cannabis in Bayern“ (Link zum Bericht hier im Blog).

Um was geht es?

Kurz erklärt: Cerveny will, dass Hanf mit einem TCH-Gehalt oberhalb einer bestimmten Schwelle in Bayern legal zu „medizinischen Zwecken“ verkauft werden darf. Ein Arzt muss das Produkt nach einer medizinischen Indikation verschreiben. Es soll eine Höchstmengenbegrenzung was den Erwerb und die private Lagerung betrifft, geben.

Was steckt hinter dem Vorhaben?

Liest man den Gesetzentwurf, so wundert man sich schon, für wie dumm Cerveny seine Mitmenschen offenkundig hält. Der Gesetzentwurf, dessen haarsträubende juristische „Feinheiten“ ich hier nicht erläutern mag, enthält eigentlich nur 2 Normen, die relevant sind. Alles andere ist reines Geschwätz um zu verschleiern, um was es wirklich geht:

[…]

§ 2

(1) Jeder Einwohner des Freistaates Bayern hat ein Anrecht auf angemessene Versorgung mit Cannabinoid-Medizin aus natürlichen, nicht gentechnisch veränderten Hanfblüten.

(2) Die Entscheidung für die Verschreibung von Hanfprodukten zu medizinischen Zwecken obliegt alleine dem betroffenen Patienten und dessen gesetzlich anerkannten Arztes.

[…]

§ 13

(1) Der Konsum von Hanfprodukten mit einem THC-Gehalt über 0,2 vom Hundert zu nicht-medizinischen Zwecken ist in der Öffentlichkeit verboten.

(2) Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von EUR 200,- geahndet. Falls Minderjährige beim ordnungswidrigen Konsum anwesend waren, verdoppelt sich die Geldbuße.

(3) Der Konsum in speziell gekennzeichneten, gemeldeten Raucherclubs ist erlaubt, dort darf auch Tabak konsumiert bzw. geraucht werden wenn sichergestellt ist, dass keine Minderjährigen anwesend sind.(Einlass ab 18 Jahren) (Quelle)

Dümmer geht’s wirklich nimmer. Cerveny versucht also über den vorgeblichen Konsum von „medizinischen Hanf“, der vom Arzt verordnet werden muss, die „Raucherclubs“, in denen dann Tabak konsumiert werden darf, quasi durch die Hintertür wieder einzuführen. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Für wie ignorant hält der Mann die Menschen in diesem Lande?

Wie sähe die Praxis aus?

Wenn man davon ausgeht, dass es in Deutschland nur sehr wenige Menschen geben würde, bei denen überhaupt eine medizinische Indikation zum Konsum von Cannabis-Produkten bestünde, aber die „Hanf-Raucherclubs“ zum Zwecke des möglichen Konsums der medizinischen Anwendung flächendeckend eingerichtet würden, dort aber auch Tabak geraucht werden dürfte, wird klar, wie so ein „Hanf-Club“ in 99,9% der Fälle „bestückt“ wäre: Mit 100% Tabakrauchern.

Oder lässt sich der schwer kranke Patient, der z. B. an Morbus Parkinson leidet und der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, zum Verabreichen seiner THC-Dosis dann in den „Raucherclub“ fahren um sich dort, in einer Atmosphäre, die seiner körperlichen Verfassung sicher nicht zuträglich ist, behandeln zu lassen?

So eine selten dumme Idee verursacht mir schon körperliche Schmerzen. Da ich nicht rauche, müsste ich allerdings wohl auf die entsprechende Hanftherapie verzichten. Ich werfe dann doch lieber eine Paracetamol ein.

Eine Frage bliebe noch: Warum muss ein Mensch, der vom Arzt den Konsum von Cannabis indiziert bekommen hat, eigentlich in einem „Club“ seine Medikamente einnehmen? Wenn ICH vom Arzt Tabletten verschrieben bekommen habe, werfe ich die in aller Regel in den eigenen vier Wänden ein. Und zwar ohne dass dabei jemand Zigaretten raucht. Apropos „einnehmen“: Dass man Cannabis-Produkte nicht zwingenderweise rauchen muss sondern sie auch oral einnehmen kann, scheint Herrn Cerveny unbekannt. Oder er äußert dies nicht öffentlich. Denn damit wäre die Idee seiner „Raucherclublösung 2.0“ schon von vorneherein gescheitert.

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Das Kiffermobil ist wieder unterwegs

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie erinnern sich noch an das gescheiterte Volksbegehren? Nein, ich meine nicht die Pleite in NRW, wo sich die beteiligten Pro-Lungenkrebs-Grüppchen gerade eine offene Feldschlacht liefern, wer es denn nun wirklich verbockt hat.

Ich meine das lange untergegangene Volksbegehren mit dem Vaclav Wenzel Cerveny in Bayern wieder „Raucherclubs“ einrichten wollte. Das ganze Unterfangen wurde vor ein paar Jahren sang- und klanglos beerdigt. Vorher hatte Cerveny allerdings mehrere Tausend Kilometer mit dem Wohnmobil abgespult, um in ganz Bayern Unerschriften für dieses sinnlose Projekt zu sammeln. Außer einer Menge Dieselabgas (OK, das ist auch eine Form von Rauch!) wurde aber nichts produziert.

Jetzt ist „Vaci“, wie ihn seine Freunde nennen, wieder on Tour. Mit seinem „Freiheitsmobiel“ (Absicht!), das nun zu einem „Kiffermobil“ umgewandelt wurde und einem noch sinnloseren Vorhaben. Cerveny will, dass in Bayern Cannabis legalisiert wird:

Vaclac Wenzel Cerveny - Pro Cannabis, aber nur in Bayern

Vaclac Wenzel Cerveny – Pro Cannabis, aber nur in Bayern (Quelle)

Das Vorhaben ist selten hirnrissig. Warum? Pssst! Aber nicht weitersagen: Cannabis fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BTMG). Das ist ein Bundesgesetz. Ein Volksbegehren in Bayern bringt da nicht viel. Das Land Bayern hat keine Gesetzgebungskompetenz in diesem Bereich. Derlei rechtliche Petitessen sind „Vaci“ aber offenbar egal. Er stellt sich weiter auf öffentliche Plätze und wirbt für den Unsinn. Auch eine Methode, wie man seine Zeit verschwenden kann.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 9. August 2014 in Vaclav Wenzel Cerveny

 

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