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Archiv der Kategorie: Tabaklobbyismus

Die Lungenkrebsindustrie heult mal wieder

Der „Deutsche Zigarettenverband“ hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Das Sprachrohr der deutschen Produzenten und Vertreiber von Lungenkrebs, Herzinfarkt und Gefäßverschluss ist, man ahnt es, mal wieder am Jammern. Sujet des Missfallens ist diesmal die Tabakproduktrichtlinie der EU (TPD), welche für die Branche, die Coolness und Lebensgefühl anpreist aber Krankheit und Tod verkauft, eher weniger wünschenswerte Regelungen enthält. So müssen demnach große bildliche Warnhinweise auf den Packungen angebracht werden, welche in drastischen Bildern die oftmals entsetzlichen Folgen des „eigenverantwortlichen Genusses“ zeigen. Zusätzlich kommt ein Verbot von Zusatzstoffen, wie z. B. Menthol.

Für die hiesige Tabakwirtschaft scheinen die schlimmsten Befürchtungen einzutreten. Die kürzlich veröffentlichten Regelungsvorschläge des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Umsetzung der von der EU beschlossenen Tabakproduktrichtlinie in nationales Recht sehen erhebliche Verschärfungen für die gesamte Branche vor. Die Bundesregierung will weit über die EU-Richtlinie hinausgehen und plant entgegen dem Koalitionsvertrag keine 1:1-Umsetzung.

(Quelle)

Also, das ich das noch erleben darf! (TM). Sollte sich die Bundesregierung, die jahrzehntelang zuverlässig nach der Pfeife der Tabakindustrie getanzt hat, nun endlich vernünftig verhalten und ein Produkt, das weit über 100.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland zuverlässig umbringt, regulieren wollen? Halleluja, das wurde aber auch Zeit!

„Pretty not amused“ sind hingegen die Dealer von Krankheit, Siechtum und Tod ob der neuen Vorschriften:

Statt der von der EU vorgesehenen Produktregulierung droht eine tiefgreifende Marktregulierung. Die bisherigen Vorschläge sind daher auf harsche Kritik von Mittelstand, Industrie und Gewerkschaftsvertretern gestoßen.

Na ja, da wollen wir doch mal sachlich bleiben. Vom deutschen Mittelstand und der Industrie hat nur der kleinste Teil Bezug zum Herstellen und Dealen von Tabakdrogen. Die meisten deutschen Unternehmen verdienen ihr Geld wohl auf anständige Weise. Sehen wir mal von der Waffenindustrie ab. Aber deren Produkte töten auch nicht den Käufer, sondern diejenigen, die das Pech haben, auf der falschen Seite der Mündung zu stehen.

Eine Umstellung der Produktionsanlagen zum 20. Mai 2016 ist mittlerweile faktisch unmöglich. Die notwendigen gesetzeskonformen Umstellungen in der Produktion und im Handel geschehen nicht von heute auf morgen.

Tja, Leute, da habt Ihr wohl alle ein wenig gepennt, oder? Beziehungsweise Ihr habt Euch wie immer darauf verlassen, dass es doch nicht so schlimm kommt, weil man vielleicht doch noch hoffte, den einen anderen Politiker „überzeugen“ zu können, auf Eure krude Argumentation einzugehen. Da haben sich die Tabakstände und das großzügige Verteilen von allerlei Geschenken z. B. bei den Parteitagen doch nicht so gelohnt, oder? Dass die TPD kommt und wie sie aussieht, das ist übrigens schon ein paar Jahre bekannt. Aber wenn Ihr von der Drogenindustrie eben davon ausgegangen seid, dass Euch die Bundesregierung weiter die Gesetze „nach Gusto“ macht und das alles so weiter läuft wie bisher, so ist das doch wohl alleine Eurer Problem, oder? „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“  Wer hat’s gesagt?

Für die drucktechnische Umsetzung für Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen werden mindestens 15 Monate, für die Umstellung der Verpackungsmaschinerie für Tabak zum Selbstdrehen mindestens 20 Monate benötigt. Was für andere Branchen undenkbar wäre, ist für die heimische Tabakindustrie ein absurdes und fatales Szenario: Stillstand in den Produktionsstandorten wegen fehlender Rechtssicherheit und mangelnder Übergangsfristen.

Ihr wollt jetzt aber nicht erzählen, dass es ein ungeheuer Stress ist, die Schockbildchen mit einem Grafikprogramm in eine neue Druckvorlage einzubauen und diese auf den Druckmaschinen zu installieren? Kleiner Tipp: Jede Tageszeitung schafft es doch tatsächlich, täglich neue Vorlagen in die Maschinen zu bringen und die Zeitung pünktlich um 4:00 Uhr auszuliefern. Fragt doch mal in den Verlagen nach, wie die das hinbekommen!

Im nationalen Alleingang sollen Zigaretten mit Mentholgeschmack nicht erst ab 2020 sondern bereits ab Mai 2016 verboten werden. Während Polen sogar gegen das Mentholverbot vor dem Europäischen Gerichtshof klagt, will man in Deutschland auf die vierjährige Übergangsfrist verzichten.

Jetzt mal ernsthaft. Wer raucht heute noch Mentholzigaretten? Mit dem vor kurzer Zeit eingetretenen Tod des größten deutsche Abnehmers von Mentholzigaretten dürfte der Bedarf an diesen Produkten quasi zusammengebrochen sein.

Darüber hinaus sind zahlreiche Verbote bestimmter Inhaltsstoffe wissenschaftlich nicht nachvollziehbar und willkürlich. Innerhalb kürzester Zeit sollen Rezepturen eines Großteils der Tabakprodukte umgestellt werden. Dies wirkt der ohnehin schier unmöglichen fristgerechten Produktionsumstellung zusätzlich entgegen. Hieß es im Thesenpapier der CDU zur Europawahl noch „Vielfalt statt Einheitsbrei…“ droht dem Mittelstand nun der Verlust seiner Produktvielfalt. Tür und Tor für Einheitsprodukte sind geöffnet.

Lieber DZV, was genau ist Eurer Problem? Der Krebs, der aus Euren Pordukten entsteht, hat auch keine große Vielfalt. Da gibt es zwei große Gruppen von Lungenkrebs (kleinzellig und nicht-kleinzellig). Die nicht-kleinzellige Gruppe teilt sich nochmal in ein paar andere zelluläre Typen auf und damit hat es sich. Nimmt man noch die anderen Krebsarten hinzu, die der Raucher sonst noch gerne bekommt (Blasen-, Bauchspeicheldrüsen, Magen- oder Nierenkrebs, um nur mal die wichtigsten zu nennen) wird die Vielfalt auch nicht wesentlich größer. Am Ende stehen nämlich meistens der Tod und der ist ziemlich einheitlich.

Getrieben vom Gesundheitswahn will die Politik endgültig ein umfassendes Werbeverbot für alle Tabakprodukte.

Es ist doch regelmäßig sehr erheiternd, wenn sich ein Verband, der seine Konsumenten mit seinen Produkten krank macht und tötet, über den „Gesundheitswahn“ zu echauffieren anschickt. Die meisten der Konsumenten der Produkte des DZV, die es bereits „erwischt“ hat, denken nämlich über das Thema Gesundheit plötzlich ganz anders.

Plakat- und Kinowerbung sowie die kostenlose Abgabe von Produkten an Erwachsene als einzig noch verbliebene Werbeformen wären damit nicht mehr zulässig.

Und das ist auch verdammt gut so. Ganz abgesehen davon versucht man eben nicht den älteren erwachsenen Raucher anzufixen, der schon seit mehreren Jahren auf Droge ist, sondern man treibt sich z. B. auf Musikfestivals herum um jüngere Konsumenten zur Droge zu bringen. Von denen übrigens nur ein Teil wirklich über 18 Jahre alt ist. Die Tabakdrogenverteiler fragen da auch nicht nach dem Alter. Da werden alle jungen Leute angesprochen, Hauptsache man bringt sie ganz schnell dazu, sich die rauchbare Killerdroge regelmäßig zuzuführen. Das bringt Profit und schließlich sterben Euch, lieber DZV, jeden Tag in Deutschland 300 bis 400 Eurer Kunden weg. Schlicht und einfach deshalb, weil Eure Produkte sie umgebracht haben. Da muss Nachwuchs her, was sicher eine keine einfache Aufgabe ist. Denn bei den jungen Menschen (zumindest bei denen, die mehr im Kopf haben als nur Stroh) ist das Rauchen zunehmend „megaout“ und absolut „uncool“. Ehrlich, ich möchte kein Marketingmann sein. Schon gar nicht für Euch.

Grundregeln der sozialen Marktwirtschaft werden bewusst verletzt. Hersteller legaler Produkte könnten hierzulande nicht mehr mit ihren Kunden kommunizieren und für ein an Erwachsene frei verkäufliches Produkt werben.

Ach Gottchen, jetzt aber mal eine Runde Mitleid für den DZV! Die dürfen jetzt echt nicht mehr mit den Kunden „kommunizieren“? Wie böse! Ich hätte jetzt nur noch erwartet, dass derlei als Einschränkung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung nach Art. 5 GG deklariert wird und man ob dieses massiven Grundrechtseingriffes ohne Umschweife zum Verfassungsgericht rennt.

Sehen wir es doch mal nüchtern. Das, was der DZV als „Kommunikation“ bezeichnet, ist das doch nur das bewusste Belügen und Täuschen des Konsumenten um des reinen skrupellosen Profites willen. „Rauch die Marke X, dann bis Du cool!“, „Rauch Marke Y, dann kommst Du bei Frauen an!“, „Wer Marke Z raucht, ist lässig, locker und unkonvetionell!“. Es sei denn man ist ein „Maybe“ oder heißt „Alex“. Oder beides.

Diese Art der „Kommunikation“, die bewusst ausblendet, dass Rauchen weder cool noch lässig sondern einfach nur eklig und letztlich tödlich ist, ist keine „Kommunikation“ sondern irreführende Werbung. Hat sich schon mal jemand gefragt, warum die Typen auf den Zigarettenplakaten so gar keine Ähnlichkeit haben mit den Bildern jener lebenden Leichen, die man z. B. in den einschlägigen facebook-Gruppen der Tabakabhängigen sehen kann?

Das Verbot von Plakat- und Kinowerbung sowie die versteckten zusätzlichen Kommunikationsverbote wirken auch wirtschaftsfeindlich: Der Fachverband Außenwerbung e.V. beziffert den durch ein derartiges Werbeverbot für Tabakprodukte eintretenden unmittelbaren Schaden auf ca. 250 Mio. Euro pro Jahr.

Und hier das unausgesprochene Standardargument, wenn dem Lobbyisten gar nichts mehr einfällt. Es heißt schlicht und einfach „Arbeitsplätze“.

Aus Sicht der deutschen Tabakwirtschaft sind die Pläne der Bundesregierung eine unverhältnismäßige und unnötige Belastung für Industrie, Handel und auch den Staat. Eine ganze Branche fordert daher die zwingend nötige 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie und eine Fristenverlängerung.

Tja, dumm gelaufen für Euch,lieber DZV, oder? So, und jetzt geben wir alle dem DZV noch eine Runde Mitleid mit auf den Weg und dann ist aber auch Schluss:

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Michael Löb vom „Netzwerk Rauchen“: Wenn man nur die Überschrift liest

Michael Löb vom Netzwerk Rauchen postete  unlängst auf seinem Heimatkanal vom aggressiven „Netzwerk Rauchen“ einen interessanten Link:

Physicians testify for tobacco companies that years of heavy smoking did not cause cancer cases

Michael Löb vom "Netzwerk Rauchen" - Reingefallen?

Michael Löb vom „Netzwerk Rauchen“ – Reingefallen? (Quelle)

(Die Übersetzung für unsere „Genussfreunde“ aus den bildungsferneren Schichten: „Ärzte bescheinigen Tabakfirmen, dass jahrelanges Rauchen keine Krebsfälle verursacht.“)

Da dachte sich doch Michael Löb, der koginitiv sicher nicht zu den Stärksten gehört: „Das posten wir doch mal ins Netz!“. Denn beim „Netzwerk Rauchen“ ist man u. a. der Auffassung, dass nicht das Rauchen krebserregend sei, sondern die Gesundheitswarnungen auf den Packungen. Diese führten bei verunsicherten Rauchern zum sog. „Nocebo“-Effekt, der dann erst den tödlichen Lungenkrebs auslöse. Ja, diesen Unsinn glauben diese Leute wirklich. Zumindest ein Teil von ihnen.

Jetzt hat Löb aber ein Problem. Auch wenn die Überschrift des angeführten Artikels oberflächlich gelesen dafür spräche, dass Ärzte nun wirklich festgestellt hätten, dass Rauchen nicht die Ursache von Lungen-, Kehkopf- und anderen typischen mit dem Rauchen assoziierten Krebsarten sei, so müsste man schon den ganzen  Artikel lesen. Denn der Tenor ist ein ganz anderer:

Despite scientific evidence to the contrary, a small group of otolaryngologists have repeatedly testified, on behalf of the tobacco industry, that heavy smoking did not cause the cancer in cases of dying patients suing for damages, according to a study by a Stanford University School of Medicine researcher.

„I was shocked by the degree to which these physicians were willing to testify, in my opinion in an unscientific way, to deny a dying plaintiff — suffering the aftermath of a lifetime of smoking — of a fair trial,“ said Robert Jackler, MD, professor and chair of otolaryngology-head and neck surgery, referring to the physicians cited in the study as a „pool of experts willing to say over and over again that smoking didn’t cause cancer.“

(Hier wieder die Übersetzung für unsere „Genussfreunde“ aus den bildungsferneren Schichten: „Trotz dass es wissenschaftliche Beweise für das Gegenteil gibt, hat eine kleine Gruppe von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten im Namen der Tabakindustrie wiederholt bestätigt, dass starkes Rauchen keinen Krebs erzeugt. Es ging dabei um Gerichtsfälle, bei denen todkranke Patienten Schadenersatzklagen wegen der durch das Rauchen verursachten Gesundheitsschäden eingereicht hatten.

‚Ich war geschockt über das Ausmaß, in dem die Mediziner in einer meiner Meinung nach unwissenschaftlichen Art und Weise bereit waren, einem sterbenden Kläger ein faires Verfahren zu verweigern und ihm bescheinigten, dass seine Krankheit nicht durch das lebenslange Rauchen ausgelöst wurde‘, sagte Dr. Robert Jackler, Professor und Institutsleiter für Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie, der sich auf Mediziner bezog, die in einer Studie als „Expertenpool“ bezeichnet wurden und die immer wieder erklärt hatten, dass Rauchen keinen Krebs erzeugt.„) (Quelle)

In dem Artikel geht es dann um das Thema, wie Mediziner als Gerichtsgutachter von Tabakfirmen bestochen wurden um herausarbeiten, dass der Krebs einzelner langjähriger Raucher nicht vom Rauchen kommen konnte. Nach US-amerikanischem Recht sei es erforderlich, so der Artikel, dass eine Wahrscheinlichkeit von 50:50 oder besser erwiesen sein muss, dass eine Krankheit durch eine bestimmte Verhaltensweise ausgelöst worden sei, um Schadenersatz zu rechtfertigen. Statt aber das die Gutachter die Kehlkopfkrebserkrankungen der Kläger mit der hochwahrscheinlichen Ursache Rauchen assoziierten, hätten sie alle möglichen anderen Gründe gefunden: Vom salzigen Fisch bis zu den verwendeten Mundspülungen:

The study reports that six board-certified otolaryngologists were paid by one or more of the tobacco companies R.J. Reynolds, Phillip Morris and Lorillard to serve as expert witnesses. These physicians gave testimony that indicated a multiplicity of environmental factors, ranging from exposure to cleaning solvents to the consumption of salted fish to the use of mouthwash, were more likely to have caused the plaintiff’s head and neck cancers than years of heavy smoking.

Insgesamt kommen die bestochenen ärztlichen Gutachter bei dem Artikel gar nicht gut weg. Ob Michael Löb nur die Überschrift gelesen hat? Oder ob er den Text überhaupt verstanden hat? Vielleicht kann er ja nur sehr schlecht Englisch. Dann sollte man sich vorher die Ausarbeitungen doch besser übersetzen lassen.

Michael Löb vom Netzwerk Rauchen: Mit aller Kraft FÜR den Krebs!

Michael Löb vom Netzwerk Rauchen: Mit aller Kraft FÜR den Krebs!

 

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Nicolai Kosirog: Komisch wider Willen

Auch auf der von Nicolai Kosirog betriebenen facebook-Präsenz „POUR rauchfrei“ kann man sich mal wieder herzlich über Hardcoreraucher amüsieren. Vom Wesen her soll die Seite eine Satire sein. Dies gelingt auch. Allerdings in der nicht so häufig präsenten Disziplin der Eigensatire. Motto: „Wenn uns keiner auf den Arm nehmen mag, tun wir das eben selber!“

Es geht los. Was mir zuerst auffiel war die Tatsache, dass Kosirog ordentlich gegen Rauchgegner pöbelt:

Nicolai Kosirog: An Senf-Peterles Klonpöbler – Ihr könnt noch soviele neue Seiten aufmachen und hier reinposten, ihr werdet sofort für diese Seite gesperrt, eure Beiträge kommentarlos gelöscht. Sofern eure „Leistung“ weiterhin nur darin besteht Beiträge dieser Seite abzukupfern, ist euch unser tiefes Mitgefühl ob eurer Unfähigkeit selbst kreativ zu werden gewiss. (Quelle)

Besonders auffällig ist, dass Herrn Kosirog nicht klar zu sein scheint, dass weder Destruxol noch ich bei ihm und anderen Seiten militanter Raucher abkupfern. Im Gegenteil: Wir zitieren korrekt unter Quellenangabe und machen uns dann anschließend u. a. über Herrn Kosirog und seine verunglückten Netzauftritte lustig. Darüberhinaus ist es auch überhaupt nicht nötig, bei seiner Gruppe „reinzuposten“. Wir haben Blogs, die eine sehr gute Reichweite haben. Da stimmt dann auch der Google-Score und der netzweite Behaltwert für unsere „Genussfreunde“. Einfach mal probieren!

Dann nimmt sich Kosirog endlich das alte Thema „Spaltung der Raucherbewegung durch NRW genießt“ (Link1 Link2) vor. Ebenfalls zur allseitigen Erheiterung:

Nicolai Kosirog: Die Landesregierung muss keine Furcht mehr haben. (Quelle)

Hahahaha, der Witz war wirklich gut. Ich glaube, die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte noch nie auch nur annäherungsweise Angst, dass dieses kleine versprengte Häuflein von Schwerstabhängigen irgend etwas zur Abschaffung des Nichtraucherschutzes gelingen würde. Aber Hybris ist eben eine konstante Größe in der Selbstdarstellung dieser Splittergrüppchen.

Nicolai Kosirog: Das Volksbegehren gegen das totale Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen wird zu Grabe getragen. (ebd.)

Nein, wirklich? Dort trifft es sich aber dann mit dem einen oder anderen unlängst verschiedenen Genussfreund. Und genau wie beim Ableben des Genussfreundes liegt der plötzliche Tod des Rauchervolksbegehrens in NRW an fehlender mentaler Stärke. Genauer an jener von genau 3 Personen:

Nicolai Kosirog:  Durch das unprofessionelle Verhalten dieser Organisation, in Person von Detlef Petereit, Christoph Lövenich und Adelheid Rippe, ist dieser Weg versperrt. (ebd.)

In der Folge lamentiert Kosirog ellenlang über die schwierige Zusammenarbeit mit der Lövenich-Truppe. Er erklärt, dass Geld immer das große Problem war. Mal ehrlich, wer hätte ernstlich erwartet, dass die notorisch klammen Raucherfreunde mehrere 100.000 Euro zusammenbekommen würden?

Und sodann ist der Hauptschuldige an dem Debakel schnell ausgemacht:

Nicolai Kosirog:  Allen beteiligten Personen war bewusst, dass es ohne gut betuchte Sponsoren nicht gehen würde. Die wollten aber nun gar nicht mit Herrn Petereit und Co. sprechen, was wohl auch seine Gründe haben wird, denn Herr Petereit ist in diesen Kreisen einschlägig bekannt.

Aber Kosirog ist nicht nur gut in scharfer Analyse, er kann auch gekonnt den Märchenonkel geben:

Nicolai Kosirog:  Und als schon fast alle Hoffnungen aufgegeben wurde, geschah etwas sehr Wunderbares. Einige potentielle Sponsoren sprachen das Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte an. Man wolle doch noch einmal das gemeinsame Ziel des Volksbegehrens ins Auge fassen. Hier wurde die Sache professionell angegangen, eine spezialisierte Marketing-Gesellschaft hatte bereits ein Grundkonzept erarbeitet.

Ach wie schön. Die weißen Ritter mit der teerschwarzen Lungen kommen angeritten, um das Volksbegehren für Lungenkrebs und Raucherbein zu retten. Liebe Leserinnen und Leser, mir kommen gerade die Tränen. Man reiche mir ein Taschentuch! Schniiiiiiieeeef!

Nicolai Kosirog:  Hier waren Planer am Werk, die wussten, wie man ein „Produkt“ erfolgreich vermarktet, hier war organisatorische, marktstrategische und finanzielle Unterstützung zu erwarten. Voraussetzung für weitere Verhandlungen war, dass es  nicht die Fassung des Volksbegehren von NRWgenießt, sondern eine modifizierte Version unter Einbeziehung des  Jugendschutzes sein sollte. Also, eine neue Formulierung, neue Unterstützerunterschriften und andere Personen an der Spitze.

Das ist ja wirklich beeindruckend. Darf man auch fragen, wie diese gut betuchten Profis hießen? Tick, Trick und Track? Oder waren es die 3 Weisen aus dem Morgenland? Oder gar Außerirdische?

Nicolai Kosirog:  Das Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte war zu dieser Besprechung geladen, um die Seite der Basis zu vertreten. Es sollte sicherstellen, dass dort draußen im großen NRW genug Menschen sind, die bereit und in der Lage sind das Volksbegehren vor Ort zu vertreten und Unterschriften zu sammeln, und trotz aller vergangenen Unstimmigkeiten friedlich, teamfähig und kooperativ zusammenzuarbeiten. Als ein Vertreter der Basis wurde natürlich Herr Petereit bzw.  NRW genießt genannt. Immerhin waren sie mit ihrem Ansinnen schon am weitesten gekommen. Die folgenden Gespräche des Komitees mit Herrn Petereit gestalteten sich jedoch von Anfang an schwierig. Sein persönliches Geltungsbedürfnis, seine verletzte Eitelkeit, seine Egozentrik konnten es wohl nicht ertragen, dass nicht ER angesprochen worden war.

Ach Nicolai, so böse ist der Detlef doch auch nicht. Der kann wenigstens stundenlang reden ohne auch nur einen substantiierten Satz zu sagen. Und husten muss er dabei auch nur selten. OK, er findet sich super und toll und oberaffengeil. Aber er hat’s auch wirklich drauf. Also das gnadenlose Zutexten von anderen Menschen meine ich. Der hätte Euch eins an die Backe gelabert, da wäre Ohrenkrebs die logische Folge gewesen. Schade, dass er nicht mehr mit dabei ist. Ihr habt was verpasst. Ehrlich!

Nicolai Kosirog: Kurz vor einer sich positiv abzeichnenden Entscheidung begingen die Herren Petereit und Lövenich DEN entscheidenden Fehler. Unter Umgehung der offiziellen Kontaktperson schrieben sie einen direkten Brief an die verantwortlichen Sponsoren. In diesem führten sie aus, dass NRW genießt nicht bereit sei, ein neues VB zu unterstützen, sondern darauf beharre,dass ihr eigenes so und nicht anders zu übernehmen sei.

Wobei das nach meinem Dafürhalten vollkommen egal ist, welches Volksbegehren an den Start geht. Warum? Nun, ganz einfach: In ganz NRW gibt es vielleicht ein paar hundert militante Nikotiniker, die mit dem Nichtraucherschutz nicht leben wollen. Bei einer Zahl vaon ca. 11.000.000 Erwachsenen Einwohnern. Und täglich werden es weniger radikale Nikotinfreaks, aus biologischen Gründen, you know?

BTW: Schau doch mal nach Bayern. Da probiert ein Verzweifleter namens Vaclav Wenzel Cerveny schon seit Monaten Unterstützerunterschriften für ein Gegenbegehren zum Nichtraucherschutzgesetz zu bekommen. Der fährt Kilometer um Kilometer durch das Land und bekommt täglich zwischen einem und zwei Dutzend Unterstützer. Meinst Du in NRW wäre das gravierend anders? Ihr seid auf verlorenem Posten. Ende. Aus. Rauchen ist out. Vergiss es einfach!

Nicolai Kosirog: Dieser Brief sorgte dann bei den Geldgebern für Entsetzen.

Bei wem? Bei Tick, Trick und Track?

Nicolai Kosirog: Damit stand die Entscheidung der Sponsoren fest. Keine Unterstützung des Volksbegehrens.

Gut, so dumm sind diese Leute dann offenbar doch nicht.

Nicolai Kosirog: Es wird keine weitere Möglichkeit geben, dieses unsägliche Gesetz in NRW zu verändern.

Und jetzt mal ehrlich, Nicolai, das ist doch auch gut so, oder? Weniger Gestank, weniger Augenbrennen und weniger stinkende Kleidung für Gäste und Mitarbeiter in der Gastronomie.

Nicolai Kosirog:  Sollten Petereit und Co. doch noch auf die Idee kommen, ihr VB „scharf zu machen“, wird dies in einem Desaster und in der Lächerlichkeit enden, die nicht nur unsere Gegner noch mehr freuen wird,…

Ist gar nicht nötig. Wir lachen uns auch so schon halbtot, über die Show, die Ihr bietet.

Nicolai Kosirog: …sondern eine fatale Signalwirkung für das gesamte Land NRW und auch für andere Bundesländer haben wird. In einer zukünftigen Retrospektive wird NRW genießt deshalb als Totengräber des Volksbegehrens angesehen werden.

Totengräber des Volksbegehrens? Ja, sicher. Aber nur für jenes, das sich für Raucherkrebs und Herzinfarkt einsetzt. Und das ist auch gut so (TM).

Nicolai Kosirog: Eine Frage stellt sich allerdings noch. Was geschieht jetzt mit den gespendeten Geldern?! Wenn wir an NRW genießt gespendet hätten, würden wir unser Geld zurückfordern. Mal schauen, ob es noch da ist.

Ich vermute mal, die Kohle seht Ihr nie wieder. Also war’s wie immer bei Euren Aktionen: Eine Pleite vom Anfang bis zum Ende. Gut Hust, weiterhin!

 

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Rechtsbruch kommt Raucherwirt teuer

Achim Kobsch, Essener Kneipenwirt, hat sich wohl etwas verkalkuliert. Nachdem das Ordnungsamt bei ihm rauchende Gäste in der Kneipe angetroffen hatte, wurde ein Bußgeldbescheid in Höhe von 300,-€ gegen den Wirt erlassen. Der weigerte sich zu zahlen, ging erfolglos in Widerspruch und der Fall wurde vor dem Amtsgericht in Essen verhandelt.

Bei der mündlichen Verhandlung zeigte sich Kobsch geständig und die Richterin halbierte daraufhin das Bußgeld auf 150,-€. Was zuerst wie ein Erfolg aussieht ist keiner. Bei einem Streitwert von 300,-€ kommen ca. 400,-€ Kosten für Anwalt und Gericht zusammen. Macht summa summarum 550,-€. Man sieht: Der Bruch geltenden Rechts zugunsten einer nikotinsüchtigen Klientel lohnt i. d. R. nicht.

Kobsch wird in Kürze übrigens nochmal vor dem AG erscheinen dürfen. Da er in seiner Kneipe auch die bei Nikotinabhängigen sehr beliebten „Helmut Partys“ abgehalten hat, kommt das absurde Rechtskonstrukt des ehemaligen Kneipiers Gerald „Radi“ Rademacher und des Werkzeughändlers Ronald Blumberg auf den Prüfstand. Es geht also in den Clinch zwischen Hobbyjuristen und Amtsrichter. Mal schauen, wer die Nase vorne hat. Ich tippe ja auf die beiden Hobbyjuristen. Die haben einfach mehr Sachverstand als so ein durchschnittlicher Amtsrichter.

Muhahahaha!

Muhahahaha!

 

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Umfragen zum Rauchverbot – Die neue Beliebigkeit

Es jährt sich am 1. Mai zum ersten Mal, das absolute Rauchverbot in der Gastronomie in Nordrhein-Westfalen. Und alle möglichen Interessengruppen sehen sich bemüht, Umfragen zu veröffentlichen, wie denn Volkes Stimme über den konsequenten Nichtraucherschutz denkt. Und man erwartet es fast: Diejenigen, die mit Kneipen, Tabak und fallweise Lungenkrebs und Raucherbein gute Geschäfte machen oder beser machten, lehnen das Rauchverbot ab. So präsentiert „Bodos Fluppen Truppe“ (aka „bft e. V.“), eine Splittergruppe von Tabaklobbyisten, eine Umfrage des DEHOGA NRW:

bft e. V. :Auch ein Jahr nach Einführung des absoluten Rauchverbots in der nordrhein-westfälischen Gastronomie befürworten lediglich 37 Prozent ein Nichtraucherschutzgesetz ohne Ausnahmen. 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger zwischen Rhein und Weser lehnen die jetzige Regelung ab, nach der weder in Kneipen noch in geschlossenen Raucherräumen geraucht werden darf.  (Quelle)

Ich hätte es auch nicht anders erwartet, wenn die Interessengruppen, die mit Kneipen, in denen die Luft zu dick zum Schneiden ist, Geschäfte machen, das Rauchverbot ablehnen. Insoweit präsentieren Bodo Meinsen und seine Freunde des gepflegten Bronchialkarzinoms nicht viel neue Information.

Die Kölnische Rundschau dagegen titelte im September 2013 noch

Große Mehrheit für Rauchverbot in Kneipen

Trotz Raucherprotesten und Warnungen vor einem Kneipensterben wächst die Zustimmung der Bevölkerung zu rauchfreien Gaststätten. Laut einer repräsentativen Umfrage für das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sind inzwischen rund 82 Prozent der Bürger für ein Rauchverbot in der Gastronomie. Zum Vergleich: 2005 – also noch vor den ersten Nichtraucherschutzgesetzen in Deutschland – lag die allgemeine Zustimmung erst bei 53 Prozent, im vergangenen Jahr bei 77,5 Prozent.

(Quelle)

Ich würde mal ganz frech behaupten, dass dieser Anteil der Rauchverbotsgegner seither nicht unbedingt größer geworden ist. Viele Raucher sind im letzten halben Jahr verstorben (alleine in NRW dürften in den letzten sechs Monaten ca. 15000 Menschen dem Tabakonsum erlegen sein wenn man die Zahl der Rauchertoten pro Jahr in Deutschland auf NRW umrechnet), der Raucheranteil in der Bevölkerung fällt zudem stetig, immer weniger junge Menschen rauchen usw. usw.

Und was machen wir nun? Vielleicht basteln wir uns mal eine eigene Umfrage. Aber so richtig Lust habe ich nicht darauf. Was will man damit beweisen? Die kleinen Grüppchen schwerstabhängiger Nikotinnutzer sind sicher nicht repräsentativ. Und viele von ihnen wollen auch weg von der Kippe und schaffen es nicht. Man darf daher den Anteil dieser Leute an der Gesamtbevölkerung ruhig im Promillebereich ansiedeln. Facebook & Co. sind nicht das reale Leben. Die meisten Menschen haben wenig Interesse zugequalmt zu werden oder selbst ihrem Leben vorschnell ein Ende zu bereiten.

 

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Raucher mögen Martenstein

Hardcoreraucher, meistens nicht unbedingt gesegnet mit großen geistigen Gaben, brauchen ihre Vordenker. Manche erheben sie dabei nachgerade zu Göttern und drucken jeden Text von ihnen ab, egal wie banal und dumm er auch sei. So ist es auch mit einem Text von Harald Martenstein, Kolumnist beim Tagesspiegel und, man fürchtet es, Raucher.

Adelheid Rippe, Anführerin des Rauchergrüppchens „NRW genießt“ (aka „NRW genießt den Krebs“), verehrt Herrn Martenstein. Dies erscheint nicht verwunderlich, denn Frau Rippe ist mir immer dadurch aufgefallen, dass sie keine besonderen geisitigen Leistungen vollbracht hat, außer mal an einem regnerischen Tag auf einer Pro-Krebs-Demo eine flammende und geistig anspruchsvolle Rede zu halten: Link zu einer genialen Rede von Adelheid Rippe.

Sie verweist ihre Leser nun auf den Text von Herrn Martenstein mit folgenden Worten:

Adelheid Rippe Zigarren- und Zigarillogenießer – Gegen ein absolutes Rauchverbot:

Liebe Freunde des Zigarren- und Zigarillogenusses,

wir möchten euch einen lesenswerten Beitrag von Harald Martenstein im aktuellen Zeitmagazin empfehlen. Er schreibt über deutsche Aggressionen im Alltag und die Leichtigkeit des Seins in den Vereinigten Staaten.

(Link)

Also wenn Rippchen den gut findet, MUSS ich ihn lesen. Hier ist dann also Herr Martenstein nebst einer Besprechung seines Artikels:

Harald Martenstein: Ich war in Amerika, in der Stadt Key West. Ernest Hemingway, eines meiner Rollenmodelle, hat dort auch gelebt. Das Erste, was einem als Deutschem auffällt, ist die Höflichkeit. Das Zweite ist die Freundlichkeit. Das Dritte die augenscheinliche Abwesenheit von Aggressionen jeglicher Art.

Sicher hat Herr Martenstein noch nicht die „No go areas“ besucht, wo man, wenn man zufälligerweise die „falsche Hautfarbe“ hat oder der „falschen Gang“ angehört, sehr gerne die Bekanntschaft mit einer ordentlichen Menge fliegenden Bleis der Größe Parabellum 9mm machen kann. Oder er hat noch nicht versucht, durch ein Gartentor zu gehen um in einem Haus den Besitzer zu sprechen nur um zu sehen, dass der ihm eine Pump-Gun unter die Nase hält und gegebenenfalls gleich mal abdrückt. Nennt sich „StandYourGround-Law“ und ist dort völlig legal. Zudem verliert  Herr Martenstein völlig aus den Augen, wie aggressiv und verroht eine Gesellschaft ist, die jährlich hunderte von Menschen mit der Giftspritze vom Leben zum Tode befördert und dies dann perfiderweise „Gerechtigkeit“ nennt.

Herr Martenstein pflegt lieber seine Voruteile und nennt das vermutlich „objektives Denken“.

Harald Martenstein: Ich hatte eine Fahrradpanne. Nach zwanzig Sekunden eilte ein tätowierter Muskeltyp herbei und reparierte mein Fahrrad. Seine Finger waren danach voller Schmieröl.

Ist mir auch schon passiert, Herr Martenstein. Und zwar nicht in Key West sondern hier in Karlsruhe, Germany. Und, was sagen Sie nun?

Harald Martenstein: Die Rauchverbote waren zuerst in den USA da. Inzwischen ist die Toleranz für Raucher in den USA größer als bei uns.

Wieso kann ein Raucher nicht mal einen Arikel schreiben, ohne das Thema „Rauchverbot“ zu streifen? Ist die Sucht so stark?

Harald Martenstein: Bei allen staatlichen oder offiziellen Sachen ist Deutschland extrem freundlich, friedlich, unaggressiv und verständnisvoll. Sämtliche Aggressions- und Unfreundlichkeitspotentiale kommen im persönlichen Miteinander zum Einsatz.

Man sehe insbesondere mal in Raucherforen und erfreue sich an den dort ausgbrachten Schmähungen gegen die geschätzte Gegnerschaft.

[…]

Im Treppenhaus begrüßt er seine Nachbarin mit den Worten „Sie alte Schlampe! Wenn Sie noch mal ihren Müll neben die Tonne stellen, verklage ich Sie!“

Das ist der Vorteil von Deutschland. Wir regeln die Sache vor Gericht. Sowohl die „alte Schlampe“ als auch das Müllproblem. Wobei der Herr, dem die Mülltrennung seiner Nachbarin nicht gefällt, bei beiden Sachlagen schlechte Chancen hätte. Nicht korrekt durchgeführte Mültrennung ist nur mit hohem Aufwand justiziabel, bei der „alten Schlampe“ hilft der Dame der Rechtsanwalt und der Herr wird ziemlich viel Geld los werden. Aber er wird es überleben.

In den USA wird die Sache dagegen schon mal mit großkalibrigen Feuerwaffen entschieden. Sehr beliebt sind insbesondere Highway-Shootings im Berufsverkehr, wenn die Nerven nach 4 Stunden Dauerstau schon mal blank liegen und dann aus Frust und Wut gerne mal das Nachbarauto unter Feuer  genommen wird. Ballermänner bekommt man in den USA ja an jeder Ecke. Aber das muss den Raucher Martenstein ja nicht anfechten.

Dass Raucher dieses überaus belanglose Geschwätz des Herrn Martenstein goutieren, verwundert mich ehrlich gesagt auch nicht weiter: Grob vereinfachende Darstellungen sind immer sehr beliebt bei Menschen deren kognitives Niveau jetzt nicht unbedigt für einen Beitritt in den Mensa-Club reicht. Und dabei lassen wir es dann auch.

 

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Raucheraktivisten und der rechte Rand (Teil I)

Ein Dossier von Peter Rachow

Dass bei den Extremrauchern aus dem Umfeld der aggressiven Raucherorganisation „Netzwerk Rauchen e. V.“ mit Vereinssitz in Worms und anderen öffentlichen „pro Rauchen“-Foren  permanent Tendenzen zum rechten politischen Spektrum vorhanden sind, habe ich bereits an mehreren Beispiel aufgezeigt. Der über die Maßen abstoßende Vergleich von Rauchgegnern mit Ratten, der unlängst von dem Raucheraktivisten Ronald Blumberg vorgetragen wurde und der in seiner Ekelhaftigkeit an die Propaganda aus dem Nazi-Film „Der ewige Jude“ erinnert, habe ich berichtet (Link). Gegner werden einfach zu Ungeziefer deklariert. Auch wenn ich persönlich Nazivergleiche nicht mag, hier erscheint er so augenfällig, dass man kaum darüber hinweg kommt. Ebenso wurde berichtet über die ausländerfeindlichen Äußerungen der Eva Peter-Culik aus Wien (Link), einer ebenfalls beständig politisch gegen den Nichtraucherschutz agierenden engagierten Kämpferin für Raucherbein und Lungenkrebs.

Darüberhinaus existiert ein Kontrast zu diesen rechtsgewirkten verbalen Ausrastern bekannter Raucheraktivisten, die unverhohlen ihre Gesinnung meistens auf der Internetseite „facebook“ in einzelnen Rauchergruppen vortragen. Rauchgegner werden nämlich von dieser Personengruppe im Gegenzug häufig als „Nazis“, „Faschisten“ oder ähnlich geschmäht. Adolf Hitler, so wird in einer an Dummheit kaum mehr zu steigernden perfiden Art und Weise erklärt, sei ja schließlich auch „militanter Nichtraucher“ gewesen und hätte aber den Krieg gegen die Raucher Churchill, Stalin und Roosevelt verloren. Was soll damit gesagt werden? Dass Raucher doch die erfolgreicheren Menschen seien? Wenn ja, muss man sich um den Geisteszustand der sich dergestalt Äußernden keinen großen Sorgen mehr machen. Da ist dann nichts mehr zu retten.

Und so wird die Figur Hitler in der Sichtweise der bekannten Verfechter von unbeschränktem Tabakdrogenkonsum durchaus ambivalent gesehen: Auf der einen Seite also der „GRÖNAZ“ („GRÖßter Nichtraucher Aller Zeiten“) , den man pflichtschuldigst verdammt, nur um sich dann ohne mit der Wimper zu zucken mit seinen Epigonen an einen Tisch zu setzen und deren Sprüche nachzubeten? Wie kann das gehen?

Egal, was einzelne Protagonisten der „Wir wollen immer und überall rauchen“-Bewegung zu ihren dümmlichen „Faschimus“-Vergleichen bewegt, wenn sie über Rauchgegner herziehen:  Der Schmähbegriff „Faschist“ für diese Personengruppe findet sich nicht nur regelmäßig in den Äußerungen des aggressiven Raucheraktivisten Jürgen Vollmer aus Marburg (Link) und anderer Extremraucher sondern der Nazivergleich ist quasi ein Standardinstrument militanter Raucher, wenn es darum geht, ihre Gegner herabzuwürdigen (Link).

Raucheraktivisten und ihre Tendenz zu rechtspopulistischen Parteien

Viele bekannte Raucheraktivisten hauptsächlich aus den einschlägigen Facebook-Foren wie „Netzwerk Rauchen“ und „Raucher in Deutschland“ haben eine Affinität zum rechten Rand des Parteienspektrums. Wir wollen nachfolgend einige Beispiele erläutern, damit die Öffentlichkeit erfährt, wer von den Gegnern des Nichtraucherschutzes besonders durch rechtsgerichtete Tendenzen auffällt und wie seine/ihre öffentlichen Äußerungen vor diesem Hintergrund zu bewerten sind.  Als Beweis dienen dazu Screenshots, welche während jener Zeit entstanden sind, als das Team von Raucherwahnsinn.de die Kanäle der Raucheraggressos besonders intensiv beobachtete und deren öffentliches Agieren dokumentierte.

Als erstes Beispiel hier wieder einmal die uns bereits gut bekannte Österreicherin und Raucheraktivistin Eva Peter-Culik, die im Internet ganz offen mit der FPÖ sympathisiert. Auf eine die FPÖ, eine rechtspopulistische Partei aus Österreich, „hoch leben lassende“ Einlassung eines Herrn Alexander Kurtz gibt die seit einiger Zeit im Internet wieder sehr aktive Raucheraktivistin Eva Peter-Culik ein „LIKE“:

Eva Peter-Culik sympathisiert mit der FPÖ

Eva Peter-Culik sympathisiert mit der FPÖ

Frau Peter-Culik hat also offenbar kein Problem mit den aggressiv-nationalistischen Parolen der Partei des verstorbenen Österreichers und Rechtspopulisten Jörg Haider. Im Gegenteil. Sie macht sich deren Haltungen zu eigen. Laut dem oben verlinkten Wikipedia-Artikel tritt die FPÖ neben einer nationalistischen Komponente nämlich insbesondere  islamfeindlich auf:

Besonders offensiv stellt sich die Partei gegen muslimische Einwanderer: In den Wahlkämpfen der letzten Jahre waren die Islamkritik und die Warnung vor einer angeblichen „Islamisierung“ Österreichs (nach eigenen Aussagen die Bekämpfung des „islamischen Extremismus“) ein wichtiges Thema.

(Quelle: Wikipedia)

Diese Position korreliert augenfällig mit der hier bereits vor einiger Zeit hier im Blog dokumentierten feindseligen Haltung der Raucheraktivistin Peter-Culik zu der österreichischen Politikern Alev Korun, ein ungeheuerlicher Vorgang, über den ich bereits referiert hatte.

Ebenfalls mit rechtspopulistischen und islamfeindlichen Äußerungen ist in Deutschland eine Bewegung aufgefallen, die sich „PRO NRW“ nennt. Auch sie wird bei den Extremrauchern, insbesondere jenen aus Nordrhein-Westfalen, gerne goutiert. Besonders aufgefallen ist uns dabei eine weibliche Streiterin gegen die Rauchverbote, die öffentlich ihre Sympathie mit dieser Rechsaußenbewegung bekundet und offenbar gar kein Problem mit den rassisitischen Positionen von „PRO NRW“ hat. Ihr Name ist Petra Olbertz. Ein „LIKE“ für die rechtsgerichtete Splittergruppe ist von der Dame immer drin:

Petra Olbertz - "I like PRO NRW"

Petra Olbertz – „I like PRO NRW“

Auch jede Form von „Multi-Kulti“ ist der aggressiv auftretenden Kämpferin gegen den Nichtraucherschutz in typisch rechter Manier zuwider. Dies bekundet sie ebenfalls öffentlich:

Petra Olbertz findet Multi-Kulti zum Kotzen

Petra Olbertz findet Multi-Kulti zum Kotzen

Erwähnenswert wäre nur noch, dass die Grafik mit dem kotzenden Pferd (hier wegen der aus urheberrechtlichen Gründen angebrachten Verpixelung nicht erkennar) von eben dieser „Bürgerbewegung“ „PRO NRW“ stammt und kein Eigenprodukt von Frau Olbertz darstellt.

Frau Olbertz tritt aber in der Öffentlichkeit nicht nur mit mehr oder weniger ekelerregenden Bildern auf, sondern sie befleißigt sich auch der schärfsten Waffe im öffentlichen politischen Meinungskampf: Des geschwungenen Wortes. Und da kann man von ihr lesen, dass sie ein großes Problem mit dem Islam hat:

Petra Olbertz gegen "Islamisierung"

Petra Olbertz gegen „Islamisierung“

Wie dumm der Bezug zwischen einem Verbrechen des türkischen Staates vor ca. 100 Jahren im 1. Weltkrieg und den hier in Deutschland heute lebenden Türken auch sein mag, für Frau Olbertz ist nichts zu peinlich. Die Dummheit, die aus diesem Bezug spricht, macht einen schon sprachlos. Aber von aggressiven Hardcorerauchern ist man ja einiges gewöhnt.

Besonders dumm wird es dann, wenn jemand wie Frau Olbertz vor fremdenfeindlichen Sprüchen kaum mehr laufen kann, dann aber vor „Faschismus“ warnt:

Petra Olbertz und der "Faschismus"

Petra Olbertz und der „Faschismus“

Mit „Bürgerrecht“ meint Frau Olbertz natürlich ihr vermeintliches Recht überall rauchen zu dürfen und unter „Freiheit“ subsumiert sie, so nehme ich an, die Freiheit, ihre Mitmenschen mit Tabakrauch widerspruchslos zu belästigen.“Faschisten“ sind danach eben ausschließlich jene „Hirnis“ (Zitat Petra Olbert), die ihr das Rauchen dann verbieten wollen, wenn sie andere belästigt. Also z. B. in der Gastronomie.

Unter „Faschisten“ fallen in der Sichtweise der aggressiv agitierenden Petra Olbertz aber selbstverstandlich nicht die Mitglieder von rechten Parteien wie „PRO NRW“, die zwar immerzu „Ausländer raus!“ und andere faschistoiden Parolen brüllen. Die sind natürlich keine „Faschisten“. Die Leute sind OK, denen gibt man gerne ein „LIKE“ auf facebook. (An dieser Stelle wird mir gerade mal kurz übel.)

Ausländerfeindliche Parolen sind en vogue bei Hardcorerauchern. Hier ein weiteres Beispiel namens „Millo Kor“ der in der letzten Zeit unter diesem Pseudonym in Rauchergruppen bei facebook auftritt. Der vollständige Klarname ist der Redaktion bekannt.

"Millo Kor" - ausländerfeindliche Äußerung

„Millo Kor“ – ausländerfeindliche Äußerung

(Quelle)

Und wie die Raucheraktivistin Petra Olbertz macht auch „Millo Kor“ gerne Anleihen bei den Rechten. Das Plakat „Stoppt Leih- und Zeitarbeit“ auf seiner Facebook-Präsenz

Millo Kor benutzt NPD-Plakat

Millo Kor benutzt NPD-Plakat

findet sich in gleicher Gestaltung auf den Seiten der NPD, einer ultra-nationalistischen und ausländerfeindlichen Splitterpartei:

NPD-Plakat "Stoppt Leih- und Zeitarbeit!"

NPD-Plakat „Stoppt Leih- und Zeitarbeit!“

Auch hier übernehmen Extremraucher vorbehaltlos Inhalte von chauvinistischen, rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Parteien.

Ebenso wie die Aktivistin Petra Olbertz hat „Millo Kor“ kein Problem trotz seiner offenkundig rechten Gesinnung gegen einen vermeintlichen „Faschismus“ zu Felde zu ziehen . Zumindest wenn er als „Linksfaschismus“ auftritt. Denn der muss dann sofort „verboten“ werden.

"Millo Kor" möchte ihm nicht genehme Bewegungen am liebsten verbieten

„Millo Kor“ möchte ihm nicht genehme Bewegungen am liebsten verbieten

Lustig dabei ist, wenn man es denn als „lustig“ empfinden will, dass Leute wie „Millo Kor“ ein große Problem mit Verboten haben. Allerdings nur mit Rauchverboten. Andererseits sehen sie aber kein Problem darin, anderen Menschen ihre demokratischen Rechte zu beschneiden. Dass er dabei selber zum „Faschisten“ wird einfach indem er den Boden der Demoktratie und des Pluralismus verlässt und Andersdenkenden das Recht zur politischen Artikulation abspricht, scheint dem Mann nicht klar zu sein. Gut, es handelt sich auch um einen Herrn aus der „Ich will überall rauchen, alles andere ist mir total egal“-Fraktion. Mehr muss man nicht sagen zu dieser eigenartigen Ausprägung dialektischen Denkens.

Ursachenreflexion

Worin liegen nun die Ursachen dafür, dass Hardcoreraucher oftmals mit rechtslastigen Parolen und Sprüchen in der Öffentlichkeit auftreten, andererseits aber dauernd „Faschismus!“ krakeelen, wenn Rauchverbote ihnen ihre „Freiheit“ andere Menschen mit giftigem Tabaksqualm vollzupaffen, einschränken wollen? Dass sie also die Widersprüchlichkeit ihres Verhaltens nicht einmal im Ansatz erkennen? Ist es ein Problem der Kognition, der Bildung, der intellektuellen Fähigkeiten?

Gehen wir der Frage kurz nach: Einerseits weiß man aus sozialwisenschaftlichen Untersuchungen,  dass Raucher als Gruppe ein unterdurchschnittliches Bildungsniveau aufweisen:

Hohe Raucheranteile weisen vor allem Personen mit geringerer Bildung, geringem Einkommen und niedrigerem beruflichem Status sowie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger auf. So rauchen z.B. 48% der Männer und 40% der Frauen mit einem Hauptschulabschluss gegenüber 25% der Männer und 20% der Frauen mit einem Hochschulabschluss.

(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum)

Andererseits weiß man um das ebenfalls unterdurchschnittliche Bildungsniveau, welches man bei Anhängern rechter Gruppierungen häufig findet:

Wähler rechtsextremer Parteien sind oft männlich, arm, wenig gebildet und arbeitslos.

(Quelle: DIE WELT)

Hier liegt es nahe, zu vermuten, dass zwischen beiden Gruppen (Rauchern und Anhängern der Rechten) eine gewisse Schnittmenge besteht, dass sich also Menschen mit niedrigerem Sozialstatus sowohl in der Gruppe der (Extrem)Raucher finden als auch Anhänger des rechten Randes des politischen Spektrums darstellen. Dieses tendenziell niedrige Bildungsniveau in der Gruppe der aggressiv auftretenden Rauchern mit ihrer politischen Botschaft, dass der Nichtraucherschutz wieder abegschafft gehöre, wird auch ganz deutlich, wenn man ihre Texte analysiert.

Kommt nun noch die Möglichkeit hinzu, ohne große Kenntnisse in IT am öffentlichen politischen Meinungskampf teilzunehmen (denn schließlich braucht man für die Teilhabe an facebook & Co. keinerlei spezialisiertes Wissen in Computerdingen außer dass man weiß, wo der PC eingeschaltet wird) können die eigenen dumpfen rechten Sprüche schnell im Internet verbreitet werden zusammen mit der Botschaft, man sehe im Nichtraucherschutz den „Beginn eines neuen Faschismus“.  Nachdenken ist nicht erforderlich, man muss nur die „ENTER“-Tase drücken und schon steht der eigene mehr oder weniger geistvolle Beitrag im Internet. Wir sehen uns hier also einer neuen Form des „dumpfen Volksempfindens“ gegenüber, die durch das Web 2.0 erst möglich wurde. Der Stammtisch nebst seiner Parolen wird ins Netz verlagert.

Nochmals zu den Hardcorerauchern und ihrem vermeintlich niedrigen Bildungsniveau: Insbesondere die Orthographie dieser Personengruppe weist oftmals schwere und schwerste Defekte auf. Und wir reden hier nicht von Tippfehlern oder Buchstabendrehern. Wir sprechen von schwersten Fehlern in Groß- und Klein-, Getrennt- und Zusammenschreibung. Von höchstgradig defekter Interpunktion, der fehlerhaften Verwendung (bzw. Nichtverwendung) der Konjunktion „dass“, usw. usw. Und über die Tendenz, zu schreiben wie man spricht (zur Not auch mit eingearbeiteten Dialektsprechweisen) darf man auch getrost den Kopf schütteln. Satzbau war gestern. Worte werden heute seriell in einen Fließtext eingearbeitet, wen interessieren da Stil (gerne auch mal mit „e“, siehe weiter unten!) oder sprachliche Varianz? Mit einen Sprachschatz von 500 Wörtern kann man durchaus kommunizieren.

Und da ein Bild mehr sagt als 1000 (manchmal mehr oder weniger falsch geschriebene) Worte, darf ich meine Leserinnen und Leser nun zu den nachfolgenden Beispielen einer überaus „kreativen“ Rechtschreibung aus verschiedenen Raucherforen in das Wochenende entlassen. Viel Spaß!

Ihr Peter Rachow

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