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Archiv der Kategorie: Raucherunsinn

Deutscher Zigarettenverband: Eltern sollen ihre Kinder im Auto weiter vollrauchen dürfen!

Gelegentlich frage ich mich, ob Personen, deren Hauptgeschäft der Lobbyismus für tödliche Tabakdrogen ist, eigentlich noch mit normalen Maßstäben zu fassen sind. OK, bei Netzwerk Rauchen & Co., also den Grüppchen der Süchtigen, die schon seit Jahren ebenso lautstark wie erfolglos gegen den Nichtraucherschutz agitieren, wundert mich gar nichts mehr. Aber dass gelegentlich ein Vertreter eines offiziellen Verbandes einen Blödsinn im Dienste der Killerdroge Tabak über die Ticker gibt, bei dem sich mir ob des dargebotenen Unsinns die Nackenhaare senkrecht stellen, das kommt schon manchmal vor. Gestern war es wieder soweit.

Der „Deutsche Zigaretten Verband“ (DZV), ansässig in Berlin, denn die Nähe zur Macht ist den Tabakdrogendealern immer wichtig, ist die Nachfolgeorganisation des „VdC“, der vor einigen Jahren aufgelöst wurde, weil sein Hauptmitglied Philipp Morris (mit der Marke „Marlboro“ aka „Mordboro“) diesen verließ. Der Geschäftsführer des DZV, Jan Mücke, hat sich zu dem von der Bundesdrogenbeauftragten Mortler geforderten Rauchverbot in PKW geäußert, welches wirksam werden soll, wenn Kinder im Wagen mitfahren. Er erklärte diesbezüglich:

Jan Mücke, DZV: Der Deutsche Zigarettenverband hat die Forderung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU), das Rauchen in privaten PKWs im Beisein Minderjähriger zu verbieten, kritisiert. Verbandsgeschäftsführer Jan Mücke erklärte heute in Berlin, ein derartiges Verbot sei überflüssig. „Frau Mortler befindet sich im Verbotsrausch. Jeden Tag wartet sie mit neuen Verbotsideen auf. Ein Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr, ein totales Verbot der Tabakwerbung oder nun Rauchverbote in privaten Autos, keine Verbotsforderung ist Frau Mortler platt genug, um nicht doch damit die Öffentlichkeit zu behelligen“, sagte Mücke heute in Berlin.

Es mag ja beruhigend wirken, wenn Herrn Mücke zu der berechtigten Forderung nach einem Rauchverbot im Auto wenn Kinder mitfahren nur der übliche Unfug einfällt wie „Verbotsrausch“, und „überflüssiges Verbot“. Das Wort „Verbot“ als Schreckvokabel muss einfach sein. Es ist Standarddiktion jener, die den Tod verkaufen und dies auch weiter tun möchten. Aber ich frage mich dann schon, wofür der Mann eigentlich bezahlt wird, wenn bei ihm der intellektuelle Output auf der Stufe von „Netzwerk Rauchen“ oder „VEBWK“ stecken bleibt. Dann könnte man auch Christoph Lövenich auf den Chefposten der Tabakdrogenhändler berufen. Aber, das sei zugegeben, die Position, welche Herr Mücke berufsmäßig vertreten muss, ist schon eine ziemlich dumme.

Schauen wir uns doch mal die Realität an: Täglich sieht man im Stadtbild Eltern, die ihre Kinder rücksichtslos vollrauchen. Eben weil die Eltern a) drogensüchtig und b) äußerst einsichtsresistent sind, was ihr Verhalten und dessen Selbst- und Fremdschädlichkeit betrifft. Da wird direkt über dem offenen Kindernwagen gequalmt (meistens mehrere Muttis im Trio oder Quartett, denn RaucherInnen sind halt sehr kommunikativ), da werden in Bereichen der Außengastronomie die mit am Tisch sitzenden Kinder gandenlos eingeraucht und auch an der Ampel oder vom Geh-/ Radweg aus sieht man häufig „Genussfreunde“ die im Auto quarzen obwohl der Nachwuchs im Kindersitz auf dem Rücksitz Platz genommen hat. Sch….egal, die Fluppe muss brennen, der Drogenabhängige braucht seinen „Schuss“.

Der nächste intellektuelle Overkill gelingt Herrn Mücke dann bei diesem Satz:

Jan Mücke, DZV: Offenbar hält die CSU-Politikerin ihre Mitbürger für völlig lebensuntauglich ohne staatliche Verbote. Damit werden erwachsene Menschen weiter entmündigt.

Setzen, Herr Mücke! Nichts verstanden, sechs! Hier geht es nämliche gerade nicht um die Entmündigung von Erwachsenen, was übrigens ein Standardargument jener Grüppchen, deren Geschäftsmodell das Verteilen von Krankheit, Siechtum und Tod unter der Bevölkerung ist, sondern um den Schutz derer, die sich nicht wehren können.

Jan Mücke, DZV: Nach einer repräsentativen dimap-Umfrage im Auftrag des DZV vom Juni diesen Jahres fühlen sich 94 Prozent der Deutschen gut oder sehr gut über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens informiert.

Prima Herr Mücke, wurden da auch Kindern befragt? Die wissen übrigens meiner Erfahrung nach, zumindest ab einem gewissen Alter, sehr gut, was man sich mit dem Rauchen antut. Alleine das Problem ist, dass sie sich oft nicht gegen Erwachsene wie Eltern erwehren können, wenn diese die Bude in eine Räucherhöhle verwandeln. Eventuell, weil sie dann den Zorn der Eltern zu spüren bekommen, weil Papa oder Mama eben qualmen MUSS. Und dass das Wissen um die Tödlichkeit von Tabakkonsum kaum einen Süchtigen abhält, trotzdem zu rauchen, dürfte bekannt sein, Herr Mücke. Darauf basiert nämlich Ihr Geschäftsmodell.

Jan Mücke, DZV: DZV-Geschäftsführer MÜCKE sagte dazu heute in Berlin: „Eltern können die Gefahren des Rauchens selbst gut einschätzen und setzen deshalb ihre Kinder nicht dem Tabakrauch aus, weder in ihren Autos, noch im Kinderzimmer oder sonst im privaten Bereich.

Stimmt. Deshalb entstammen die oben gemachten Beobachtungen ja nur der Phantasie de rmilitanten Antiraucher und sind reine Hirngespinste. Ach ja, Herr Mücke, wenn wir denn schon beim Thema sind: Die Erde ist eine Scheibe, die Mondlandung fand in einem Studio statt und Elvis hat Kennedy erschossen..

Jan Mücke, DZV: Mündige Bürger können das selbst entscheiden, ohne dass es dafür eines staatlichen Verbotes bedürfte

Und genau da liegt das Problem, Herr Mücke: Wir reden bei Rauchern von Drogenabhängigen. Die haben einen Teil ihrer Mündigkeit schon vor Jahren oder Jahrzehnten am Zigarettenautomat abgegeben. Da ist nichts mit „freier, mündiger Entscheidung“. Da braucht der Tabakdrogenjunkie seinen nächsten Schuss. Und zwar i. d. R. in sehr kurzen Zeitabständen.

Jan Mücke, DZV: Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass eine signifikant hohe Zahl von Erwachsenen Kindern in privaten PKW dem Tabakrauch aussetzen.

Herr Mücke vom DZV ist nicht nur kein intellektueller Überflieger wie man an seiner äußerst schwachen Argumentation erkennen kann, er ist zudem nicht einmal in der Lage, wissenschaftliches Studienmaterial zu recherchieren. Oder er sagt bewusst die Unwahrheit. „Google“ kann übrigens helfen, Studien zum Thema „Rauchen im Auto“ zu finden. Man  muss allerdings Englisch können:

Hier die komplette Ergebnisliste einer kurzen Internetrecherche. Kein Studienmaterial? Herr Mücke, besuchen Sie doch mal einen VHS-Kurs zum Thema „Internet für Einsteiger“. Dort lernt man eine Suchmaschine zu bedienen.

Zum Schluss holt sich dann der Chefintellektuelle des DZV noch Argumentationshilfe von außen. Genauer vom ehemaligen Chef der Polizeigewerkschaft Freiberg:

Jan Mücke, DZV: Auch die Gewerkschaft der Polizei GdP hatte Forderungen nach einem Rauchverbot in privaten PKW mehrfach kritisiert. Sie hält Verbote dieser Art für schwer durchsetzbar. Für die Polizei ist es nach Auffassung des ehemaligen GdP-Chefs Freiberg schwer genug, das Handy-Verbot am Steuer durchzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei derzeit mit ihrer Kernaufgabe, in Zeiten von Flüchtlingsströmen für innere Sicherheit zu sorgen, bereits stark ausgelastet ist. Eine flächendeckende Kontrolle eines Rauchverbotes im Auto im Beisein von Kindern könnte kaum gewährleistet werden und ist somit nicht praktikabel.

Wieder eine Argumentation, die an geistiger Schlichtheit kaum zu steigern ist. Die Einlassung: „Wir können es nicht kontrollieren, also bringt ein Verbot nichts.“ kann als Bankrotterklärung des Staates vor dem Rechtsbruch aufgefasst werden. „Wir können nachts keine Einbrüche verhindern, dazu haben wir zu wenig Leute. Deshalb ist Einbruch von 22:00 bis 6:00 morgens erlaubt. Verzichten Sie als Täter aber bitte dabei auf Verletzungs- oder Tötungshandlungen. Danke! Ihre Polizei„. Ich suche gerade eine Wand um den Kopf mal kräftig dagegen zu schlagen. Aber Herrn Mücke kommt diese kleingeistige Einlassung durchaus gelegen. Man ahnt warum.

Fazit: Ein Rauchverbot im Auto muss kommen. Zumindest wenn Kinder im Wagen sitzen, die sich oft den Widerstand gegen die Erwachsenen nicht zutrauen und daher lieber klein beigeben als einen familiären Konflikt zu riskieren. Viele erwachsene Raucher sind darüber hinaus zu stark abhängig von ihrer Droge, als dass sie besondere Rücksicht auf Kinder nehmen könnten oder wollten. Die Droge, mit deren Vertrieb der DZV sein Geld verdient, lässt ihnen da wenig Entscheidungspielraum. „Mündigkeit“ fällt aus wegen „is‘ nich'“. Darunter müssen dann die schwächeren leiden, in dem Falle Kinder. Und das muss sich dringend ändern.

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Paul Mooser – Ein Hobbyphilosoph pöbelt gegen Rauchgegner

Paul Mooser aus München ist eigentlich ein B-Promi der Hardcoreraucherszene. Um sich einen Namen zu machen, pöbelt er aber trotzdem gerne im Internet herum. Denn der Mann will nach oben. Auf seiner Seite bei facebook lässt er zuerst stellvertretend für seinen Kumpel Kohlhuber eine Pressemitteilung über den Sender, die ich hier genüsslich zerlegt habe. Dann zeigt er sich aber darüber wenig amüsiert und fängt, wie bei Nikotinfanatikern nicht unüblich, kurz darauf an, zu pöbeln:

Paul Mooser aus München schreibt: Auf die Pressemitteilung hat ein verwirrter Typ namen Rachow reagiert. Da dieser Typ aber nicht klar denken kann und ganz offensichtlich psychische Probleme hat, lohnt es sich nicht, näher darauf einzugehen. Er raucht zwar nicht, die Kosten für die Behandlung beim Psychiater müssen wir trotzdem alle tragen. Leider! (Quelle)

Und noch eine weitere „Nettigkeit“ lässt der Mann aus München über den Sender:

Paul Mooser aus München schreibt: Es ging ja das Gerücht um, dass dieser Peter Rachow mittlerweile in Syrien ist. Dort soll er angeblich als Sittenwächter im Auftrag des IS das strikte Rauch- und Alkoholverbot überwachen. So wie es aussieht, hat er keine Ausreisegenehmigung bekommen. Schade.

Und nachdem sich Mooser mal eingepöbelt hat, geht es in die nächste Runde:

Paul Mooser aus München schreibt: Ich schätze mal, dass beim Anblick vom Rackow alle Jungfrauen schreiend davonlaufen

Beweis:

Paul Mooser aus München pöbelt im Internet

Paul Mooser aus München pöbelt im Internet

Jetzt wollen wir doch mal etwas über Herrn Mooser selbst herausfinden. Im Internet gibt es nämlich eine ganze Menge über den rauchenden Pöbelfreund aus München. Mooser hat nämlich, neben seinem bizarren Verhalten andere Menschen in der Öffentlichkeit zu beleidigen, ein durchaus interessantes Hobby: Er gibt gerne den Freizeitphilosophen und erörtert auf seinen verschiedenen Webseiten wie http://www.derspekulant.info/ gerne mal Themen, die man im weitesten Sinne im Bereich der Esoterik ansiedeln könnte. Wer diesen Blog regelmäßig liest, weiß dass ich mit „Esos“ ähnliche Probleme habe wie mit Nikotinfanatikern.

Besonders interessant für mich als studiertem Physiker ist bei Paul Mooser dann natürlich seine versuchte Auseinandersetzung mit der Quantenphysik. Ein Thema, das gerade bei ausgewachsenen Esofreunden eine magische Anziehungskraft zu haben scheint. Warum erschließt sich mir aber nicht. Eventuell liegt es ja daran, dass ein Leitsatz der Esoterik ist „Wie im Kleinen, so im Großen.“. Und da muss die Quantenphysik dann eben herhalten.

Besonders bizarr am Vortrag von Mooser ist indes, dass der Mann nicht einmal Physik studiert hat. Nein, er kommt aus dem Marketingbereich. Und von diesem Menschenschlag weiß man ja, dass die grundsätzlich zu allem was sagen können. Die Frage ist eben, ob das Ganze auch Hand und Fuß hat…

Paul Mooser - Who is Who

Paul Mooser – Who is Who (Quelle)

Auch XING Paul Mooser stellt die gleiche Information bereit. Paul Mooser arbeitet mitnichten als Physiker oder Naturwissenschaftler sondern freiberuflich als Vertriebsmann im Verlagswesen. Berufserfahrung hat er ausschließlich in diesem Feld.

OK, ich habe im Netz schon viele schräge Dinge gesehen. Da gab es mal einen Fachoberschüler namens Markus Gronotte, der mal eben eine neue „Klimatheorie“ erdachte oder ein von Physik gänzlich unbeleckter Privatier namens „Rüdiger Thomas“, welcher eine „Massenkorrelationstheorie“ in die Welt setzte, auf diese Weise u. a. Erdbeben vorherzusagen vorgab und mit diesem Bockmist jahrelang im Internet herumspukte. Das waren schon ziemlich bizarre Herrschaften. Und jetzt finde ich einen Paul Mooser, der auch sehr gut in diese Galerie der Möchtegern-Physiker passt.

Hart an der Grenze zum Größenwahn ist es dann wohl, mit einer Ausbildung als Marketingmann, eine Webseite mit dem Titel „Neue Physik“ ins Internet zu stellen (Link). Vielleicht war dem Herrn Mooser die „alte Physik“ (was auch immer das ein könnte) zu langweilig. Denn wer beschäftigt sich schon gerne mit trockener Mechanik, Thermodynamik, Elektrostatik und -dynamik, Kernphysik usw. usw.? Da muss man am Ende ja noch Formeln lernen und die dazugehörige Mathematik wie Infinitesimal- oder Matrizenrechnung beherrschen. Lieber schreibt man da doch philosophische Abhandlungen über „Schrödingers Katze“. Ein Thema, das übrigens immer gerne von Esoterikern behandelt wird. Dem gestandenen Physiker geht das aber, aufgrund fehlender praktischer Relevanz, eher an einer bestimmten Körperstelle vorbei. Bei diesem Sujet kann man aber viel besser nach Herzenslust herumschwadronieren als über den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik oder die Maxwellschen Gleichungen. Und dies ohne auch je nur eine Physikvorlesung gehört zu haben und es eröffnet die Möglichkeit, seitenweise krude Theorien von sich zu geben.

Besonders wenn andere Esoteriker das Ganze noch befeuern, wird die Sache höchst  amüsant. Diesbezüglich empfehle ich dringend das Gästebuch von „Neue Physik„. Dort kann man dann in epischer Breite lesen, was sich Esoteriker zum Thema „Neue Physik“ so zu sagen haben. Es folgt ein dicht gedrängter Schlagabtausch mit esoterischen Begriffen wie „Urenergie“, „energetische Intelligenz“ und es wird manch anderer Unsinn mehr erzählt. Besonders Mooser himself tut sich hervor:

Paul Mooser aus München schreibt:  Es geht auch nicht um Informationsübertragung, sondern um eine geheimnisvolle Art der Verständigung, die nun einmal schneller als mit Lichtgeschwindigkeit funktioniert. Und Experimente stellen nun einmal die Grundlage einer wissenschaftlichen Arbeit da. Alles andere und auch die vorgenommenen und dargestellten Definitionen, wie die der Komplementarität, kannst du in jedem Physikbuch nachlesen. (ebd.)

Schön wäre es, wenn Herr Mooser mal wirklich gelegentlich ein Physikbuch in die Hand nehmen würde. Dann würde er lernen, dass Teilchen keine Art von Kommunikation betreiben, wie er behauptet, und dass die Lichtgeschwindigkeit die Grenzgeschwindigkeit darstellt. Und  dass nicht das Experiment die Grundlage der Arbeit des Naturwissenschaftlers ist sondern die Hypothese, die mit dem Experiment falsifiziert oder partiell verifiziert wird. Ein Experiment findet nämlich statt, weil man eine vorher getätigte Annahme aus einer bestimmten Fragestellung heraus genauer untersuchen will.

Besonders „lustig“, wenn man denn auf schrägen Humor steht, sind auch die beim Esoteriker ach so beliebten Analogien:

Paul Mooser aus München schreibt:  Die Zahlen beim Lotto sind in das “System” Lottospiel integriert, d.h. dieses System kann als Ursache angesehen werden. Der Zustand der “Ur-Erde” war ebenfalls ein System im Sinne von Ditfurth und auch dieses System kann als Ursache für die Entstehung von Leben angesehen werden. Der Zufall war und ist deshalb nur Auslöser und keine “Ursache” in der Definition vieler Neodarwinisten.(ebd)

Da kann sich mancher Alexander Jäger durchaus eine Scheibe abschneiden. Lieber Paul Mooser, meine Meinung ist folgende: Bleib weg von der Wissenschaft. Und nenne Deinen esoterischen Blödsinn bitte nicht „Physik“! Das tut weh! Und wenn Du mal ein paar „richtige“ Physikaufgaben lösen willst, hier ist ein Einstieg. Aber eines solltest Du Dir hinter die Ohren schreiben: Herumpöbeln im Internet kannst Du viel besser als über Wissenschaft zu schreiben. Und das ist doch immer auch etwas, oder?

 

 

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Ronald Blumberg – Wenn Raucher wirklich jeden Unsinn glauben

Ronald Blumberg, der aggressive und verhaltensauffällige Raucheraktivist aus Radevormwald ist sicher kein großer Denker. Aber dass der Mann auf jeden Unsinn hereinfällt, und sei er noch so hanebüchen, ist wirklich schon peinlich. Und noch peinlicher wird es, wenn man etwas vom „Honigmannblog“ zitieren muss. Und oberpeinlich, dass der Artikel bereits 2013 erschienen ist. Dies kann man dann einzig noch als intellektuellen Offenbarungseid auffassen:

Ronald Blumberg - Ein Mann der wirklich jeden Unsinn glaubt

Ronald Blumberg – Ein Mann der wirklich jeden Unsinn glaubt (Quelle)

Der „Honigmann“ heißt in Wirklichkeit übrigens Ernst Köwing und verbreitet in seinem Blog u. a. krude Verschwörungstheorien sowie rechtsradikale Thesen (Quelle psiram). Köwing ist u. a. ein rechtskräftig vorbestrafter Volksverhetzer und Holocaustleugner. Also durchaus jemand auf den sich Ronald Blumberg, in dessen facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ regelmäßig ausländerfeindliche und rassistische Kommentare gepostet werden und ungelöscht stehen bleiben, berufen kann.

Neben vielen anderen haarsträubenden Verschwörungstheorien vertritt Köwing auch die Ansicht, Lungenkrebs werden nicht überwiegend durch das Rauchen verursacht sondern habe andere Gründe. Er beruft sich dabei u. a. auf „sott.net“, einem ebenfalls hanebüchenen Blog mit wissenschaftlich vollkommen unhaltbaren Aussagen. Unter anderen seien lt. Köwing bzw „sott.net“ die wahren Ursachen für Lungenkrebs Radioaktivität, Radarstrahlen und Mikrowellen (wobei Radarstrahlen zu den Mikrowellen gezählt werden, was aber nicht jeder wissen muss). Einige der haarsträubenden Aussagen aus dem Artikel, auf den Ronald Blumberg verlinkt:

„Honigmann“ aka Ernst Köwing: Japan und Griechenland haben die höchste Anzahl an erwachsenen Zigarettenrauchern weltweit aber die niedrigste Lungenkrebsrate. […] (Quelle)

Dass dies blanker Unsinn ist habe ich bereits vor einigen Jahren widerlegt. Ein Abdruck meines Artikels aus dem Jahre 2012 liegt hier: (Link zum Artikel)

Weiterhin behauptet Köwing:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Im frühen 20. Jahrhundert rauchte beinahe jeder Zweite, aber die Vorfälle von Lungenkrebs blieben so niedrig, dass sie fast unmessbar waren. Dann passierte am 16. Juli 1945 etwas Außergewöhnliches: Ein entsetzlich verheerendes Ereignis, das westliche Regierungen schlussendlich dazu bringen würde, die Sichtweise auf das Rauchen für immer zu verzerren.

Auch dies ist purer Unsinn. Denn die Aussage berücksichtigt nicht die lange Latenzzeit bei der Entstehung eines Lungenkrebses:

„Lungenärzte im Netz“: Mit dem ansteigenden Zigarettenkonsum unter erwachsenen Männern seit den 20er Jahren stieg auch – um ein paar Jahrzehnte verspätet – die Anzahl Todesfälle infolge Lungenkrebs. (Quelle)

Einige wissenschaftlich ungebildete Personen scheinen der Auffassung zu sein, dass sich ein Bronchialkarzinom binnen weniger Monate, maximal wenige Jahre, entwickelt. Die Latenzzeit des Lungenkrebs liegt jedoch im Bereich einiger Jahrzehnte. Dies erklärt das Nacheilen der Lungenkrebsinzidenz zur Raucherquote. Aber es geht noch schlimmer was die Argumentation betrifft. Laut Aussage von Köwing sollen mehr Nichtraucher als Raucher an Lungenkrebs sterben:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Viele Leute fragen, wie es kam, dass diese rauchenden Mäuse von den tödlichen radioaktiven Teilchen geschützt waren, und erst recht, warum reale Statistiken heutzutage zeigen, dass weit mehr Nichtraucher als Raucher an Lungenkrebs sterben.

Offenbar lässt Köwing seine Kristallkugel die Zahlen sprechen. Die Wissenschaft hat andere Daten:

„Lungenärzte im Netz“: Bei Rauchern, die über 20 Jahre täglich mehr als 20 Zigaretten rauchen, entwickeln gegenüber Nie-Rauchern 20 Mal häufiger ein Bronchialkarzinom  . Beim so genannten „Raucherkrebs“ findet man alle bekannten Arten von bösartigen Tumoren vor: Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinome und kleinzellige Karzinome. (ebd.)

Und warum das ganze dumme Geschwätz von der Radioaktivität als dem „wahren Auslöser“ des Lungenkrebs höchstgradiger Bullshit ist, habe ich hier dargelegt: (Link zu raucherdossiers). Besonders abstrus mutet die Erklärung von Köwing an, warum Rauchen denn nun angeblich vor Lungenkrebs schützen soll:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Professor Sterling von der Simon Fraser Universität in Kanada ist möglicherweise am nahesten an der Wahrheit, wo er Forschungsarbeiten benutzt um zu begründen, dass Rauchen die Bildung einer dünnen Schleimschicht in den Lungen fördert, „welche eine schützende Schicht formt, die jedes Krebs-übertragende Teilchen daran hindert, in das Lungengewebe einzudringen.“

Ich weiß ja nicht, welches Fachgebiet dieser „Professor Sterling“ bearbeitet, Medizin oder Atomphysik können es nicht sein. Nein, es war Informatik. Denn sonst wüsste der Mann, dass sich vielleicht Alphateilchen durch eine dünne Schutzschicht abschirmen lassen. Betateilchen hingegen nicht. Die würden auch durch eine dünne Schleimschicht mühelos durchdringen und im unterliegenden Gewebe ihr Zerstörungswerk durchführen können. Aber vielleicht nimmt der Raucher ja selektiv nur Alphastrahler auf.

Aber das mit der Schleimschicht beim Raucher in der Lunge mag stimmen: Raucher leiden oft unter chronischen Entzündungen der Atemwege. Dies führt zu einer vermehrten Schleimabsonderung, die sich u. a. als der berüchtigte Raucherhusten maifestiert. Aber von einer Schutzwirkung gegen radioaktive Partikel kann man hier wohl kaum ausgehen.

So ist es nicht verwunderlich, dass wissenschaftlich gänzlich unbeleckte Raucher wie Ronald Blumberg einen derartigen Unsinn für bare Münze nehmen. Hauptsache es zeigt, dass das Rauchen nicht nur ungefährlich ist sondern sogar einen protektiven Effekt hat. Aber wie gesagt, wenn man keinen Verstand hat, muss man ihn auch nicht ausschalten. Und so feiert der Hirnriss im Internet mal wieder eine Riesenparty.

 
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Verfasst von - 12. Juni 2015 in Raucherunsinn, Ronald Blumberg

 

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