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Archiv der Kategorie: Rauchen

Gestern in Österreich

von Matthias Aichmaier

Eine kleine Anekdote aus dem “Aschenbecher Europas”. Nach einer Bergtour war es spät geworden, und wir hatten noch ca. drei Stunden Heimfahrt vor uns. Also fiel die Entscheidung, ein Gasthaus anzuzusteuern, um dort das Abendessen einzunehmen. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass es mich einige Mühe kostete, die Kids in ein Restaurant zu lotsen. Schon wieder McDonalds, das wollte ich mir nämlich nicht antun. Um kurz vor 19:00 betraten wir einen äußerlich ansprechenden Landgasthof in Oberösterreich. Zum gleichen Zeitpunkt fiel eine größere Abendgesselschaft ein, offensichtlich eine Geburtstagsfeier. Also schnell die Bestellung aufgegeben, um das Essen auf dem Tisch zu haben, bevor sich der Koch an die Großbestellung macht.

Es wurde immer voller und just als unser Essen serviert wurde, gingen einige Trachtler zur Bar und es hieß „Feuer frei“. Dumm war nur, dass sich die Bar im Gastraum befand. Ich fragte die Bedienung, wo man sein Essen rauchfrei verzehren könne und bekam als Antwort „es sei heute voll und es würde geraucht“. Mein Gesichtsausdruck hat dann aber wohl dazu geführt, dass sie sich die Antwort noch mal überlegt hat. Sie führte uns dann in das „Stüberl“. Nicht geheizt, wohl gemerkt. Das Essen haben wir selbst dorthin getragen. Auf jeden Fall besser, als in einem vollgequalmten Gastraum zu sitzen. Beim Verlassen des Gasthauses sah ich noch einen kleinen Aufkleber an der Eingangstür, auf dem eine brennende und eine durchgestrichene Zigarette und der Text „Abgetrennter Raucherraum“ zu sehen war. Die Realität war eine andere: Im gesamten Gastbereich wurde gequalmt. Die einige Möglichkeit, der Belästigung auszuweichen, war das kleine und ungeheizte Stüberl (ca. 15qm groß). Bin ich froh, dass sich das Thema zumindest hier in Bayern erledigt hat. Man kann es sich gar nicht mehr vorstellen, dass es bis vor ein paar Jahren auch bei uns noch undenkbar war, sein Essen rauchfrei einzunehmen.

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Verfasst von - 7. Oktober 2015 in Österreich, Rauchen, Rauchverbot

 

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Hardcoreraucher und der „Kindesmissbrauch“

Raucher sind auch manchmal entrüstet. Auf „Raucher in Deutschland“ postet ein „Zayats Liontamer“ ein Bild eines Jungen, der ein „Fuck-OFF!“-Zeichen präsentiert und dessen Unterschrift lautet „Don’t use me to justify your hatred“.

„Smokers against Discrimination“ ist gegen die angebliche Instrumentalisierung von Kindern im Kampf um den Nichtraucherschutz (Quelle)

Das Bild wendet sich also gegen die angebliche Instrumentalisierung von Kindern zur Rechtfertigung des Nichtraucherschutzes. Klar, wie wir vom u. a. „Netzwerk Rauchen“ wissen, ist das Vollrauchen von Kindern kein Problem (Link Link).

Wesentlich weniger zimperlich in der Instrumentalisierung von Kindern sind die Rauchergrüppchen allerdings, wenn es „pro Qualm“ geht. So wurde auf einer Raucherdemo dieses Bild geschossen:

Kind wird beim Kampf gegen Rauchverbote instrumentalisiert.

Kind wird beim Kampf gegen Rauchverbote instrumentalisiert.

Ein Kind, das in entwürdigender Weise ein Schild um den Hals gehängt bekam und dessen Gesicht übrigens erst vom „Forum Raucherwahnsinn“ verpixelt wurde. Die rücksichtslosen Raucher hatten das ca. 12-jährige Kind hingegen mit voll erkennbarem Gesicht ins Internet eingestellt. Wiederum ein Beleg für die Dummheit und Skrupellosigkeit dieser Leute.

 

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Auf ein Neues: Ronald Blumberg und der Morbus Parkinson

Unlängst las ich wieder mal bei „Raucher in Deutschland“ mit, worauf ich auch sofort eine neuen Raucherblödsinn fand. Es ging, zum x-ten Male, um das Thema „Rauchen schützt vor Parkinson“:

Frank Schneidereit: Interessant

Ronald Blumberg aus Radevormwald: Komisch, daß solche Studien dann immer sehr schnell aus dem Verkehr gezogen werden …(Quelle)

Es gibt nun tatasächlich Indizien dafür, dass Tabakrauchen das Risiko senkt, an Morbus Parkinson zu erkranken. Aber offenkundig schützt Rauchen nicht vor anderen cerebralen Degenerationskrankheiten. Insbesondere ein fortgeschrittener Abbau der kognitiven Fähigkeiten geht mit dem Rauchen einher:

In an eight-year study published in 2012 in the journal Age and Ageing, a team of British researchers assessed the effects of smoking on the brain function of close to 9,000 adults over the age of 50. At the beginning, middle and end of the study, all of the participants underwent tests that measured their ability to do things like increase their vocabulary or rapidly recall words they already knew. When compared to participants who didn’t smoke, participants who did smoke consistently displayed a gradual decrease in their abilities to perform these fairly basic mental tasks. (Quelle)

Diese Symptomatik scheint auch bei Blumberg vorzuliegen. Denn es ist mitnichten so, dass derartige Studien, wie der aggressive Kampfraucher Blumberg zu meinen glaubt, irgendwo schnell entsorgt werden. Der Mann hat Wissenschaft einfach nicht verstanden. Blumberg ist wohl nur nicht in der Lage, sich wissenschaftliche Informationen zu beschaffen. Insbesondere bedeutet dies, wenn m an schon  keine entsprechend ausgestattete Bibliothek in der Nähe hat, eine Suchmaschine im Internet zu bedienen. Die Suchabfrage „Smoking Parkinson’s disease“ ergibt nämlich eine große Anzahl von Studienergebnissen, die in diese Richtung deuten.

Und wenn man nicht mehr klar denken hat, weil die cerebralen Funktionen durch jahrelangen Tabakabusus massiv geschädigt worden sind, wird sich dem Kampfraucher Blumberg auch folgende einfache Überlegeung nicht erschließen:

Das Risiko an Morbus Parkinson zu erkranken ist altersspezifisch und beträgt auf die Gesamtbevölkerung bezogen 0,3 bis 0,5%. Bei den über 60-jährigen leidet ungefähr einer von 100 Menschen an der Krankheit, bei den über 85-jährigen 2%. (Quelle).

Dem gegenüber steht der Sachverhalt, dass die meisten Raucher das Alter, in dem typischerweise der Morbus Parkinson diagnostiziert wird, gar nicht erst erreichen. Denn ungefähr jeder 2. Raucher stirbt bekanntermaßen vor dem Erreichen bereits der durchschnittlichen Lebenserwartung. An durch Rauchen erzeugtem Krebs, Herzinfarkt, COPD usw. usw.

Wenn man also seine Gesundheit vorsätzlich ruiniert, nur um dem Risiko zu entgehen an der im Allgemeinen (zumindest wenn früh behandelten) nicht tödlichen Parkinsonkrankheit zu leiden, deren Lebenszeitrisiko eben nicht überdramatisch hoch ist, so ist dies eine selten dämliche Ausrede für die eigene Nikotinsucht. Denn immerhin beträgt alleine das Lebenszeitirisko eines starken Rauchers am tödlichen Lungenkrebs zu erkranken bereits ca. 16%. Verglichen mit dem Lebenszeitirisko des vielfach nicht-tödlichen Morbus Parkinson von 1 bis 2% eine ganz andere Größenordnung. Aber ob jemand wie Ronald Blumberg dies versteht?

 
 

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Krebs als vermeintlicher Zufall?

Notorische Suchtraucher suchen immer mehr oder weniger abstruse Ausflüchte, um zu erklären, dass ihre Sucht mitnichten zu lebensgefährlichen Auswirkungen führen kann. Kettenraucher Helmut Schmidt sei über 90, andere Dinge (Atomverseuchung, Sonneneinstrahlung, Straßenverkehr etc. etc.) seien weit gefährlicher und Rauchen schütze angeblich vor Parkinson und Alzheimer. Die neueste Sau, die durch das Raucherdorf getrieben wird, ist nun “Krebs ist reiner Zufall!“. Wie kommt das?

Amerikanische Wissenschaftler haben verschiedene Gewebe, namentlich deren Stammzellen, untersucht und eine funktionale Abhängigkeit der Krebsinzidenz in den Geweben von der Teilungshäufigkeit der dort vorhandenen Stammzellen festgestellt. Je häufiger sich Zellen innerhalb einer bestimmten Zeit teilen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort ein Tumor entsteht. Soweit so gut. Kommt es zu einer Zellteilung mit malignen Tochterzellen, nannten die Forscher dies „bad luck“. Und aus diesem Begriff leiteteten einzelne Journalisten ab, dass „bad luck“ der einzige Grund für das Entstehen von Krebs sei. In der Presse wurde das Ergebnis daher so verkürzt: Ob jemand an Krebs erkranke oder nicht, sei reiner Zufall. Und dem ist dann eben nicht so.

Tumoren entstehen durch Defekte während der Replikation der DNA. Es handelt sich um Übertragungsfehler bei der Teilung einer Zelle die in einer bestimmten Anzahl von Fällen vorkommen und die in der Regel durch das körpereigene enzymatische Reparatursystem beseitigt werden oder, wenn dies nicht möglich ist, wird die Zelle durch den gezielten Zelltod (Apoptose) eliminiert. In einigen Fällen bleibt aber eine sich unkontrolliert teilende Tumorzelle übrig, die vor dem endgültigen Umwandeln in eine Krebszelle mehrere Zwischenstadien durchläuft.

Die Frage ist nun, wie es zu diesen DNA-Replikationsfehlern kommt. Und da spielt einerseits der Zufall eine Rolle aber andererseits, und das wird von der Süchtigenfraktion gerne außer acht gelassen, auch die Zufuhr von kanzerogenen Stoffen. Denn diese erhöhen die Mutationsrate in den Zellen ganz erheblich. Das Ergebnis ist u. a. eine Überlastung des körpereigenen Reparaturmechanismus mit einer gesteigerten Wahrscheinlichkeit, dass aus einer einstmals gesunden Zelle eine Tumorzelle entsteht.

Und genau hier setzt das Problem mit dem Rauchen wie auch allen anderen Kanzerogenen (z. B. chemische oder radioaktive Stoffe bzw. ionisierende Strahlung) an. Wer beipsielsweise raucht, führt seinem Körper über lange Zeit hohe Dosen an mutagenen Substanzen zu. Damit setzt er eine deutlich höhere Anzahl von DNA-Defekten als der Nichtraucher. Betroffen sind insbesondere jene Gewebe, die einen intensiven Kontakt mit den krebsauslösenden Stoffen haben. Wie z. B. die Lunge. In der Folge steigt daher auch die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung des Rauchers im Vergleich zu jener des Nichtrauchers stark an. Natürlich bleibt auch eine Zufallskomponente, denn nicht jeder Raucher entwickelt z. B. einen Lungenkrebs. Andere Raucher sterben hingegen bereits mit 40 Jahren am Bronchialkarzinom.

So ist z. B. zu erklären, dass das Lebenszeitrisiko eines Rauchers einen Lungenkrebs zu entwickeln im Mittel 1:6 bis 1:10 beträgt, für den Nichtraucher dieses aber nur bei ca. 1:250 liegt.

Diesen Sachverhalt hätte man auch der Studie der amerikanischen Wissenschaftler herauslesen können. Dort wurden nämlich Gewebe untersucht, die keiner Zufuhr von Kanzerogenen ausgesetzt waren. Denn eine Exposition mit einem krebserzeugenden Stoff hätte das Ergebnis der Untersuchung natürlich ganz erheblich verfälscht.

Weiter hätte man ebenfalls herauslesen können, dass immerhin 1/3 der Krebserkrankungen doch auf heriditäre und umweltbezogene Einflüsse wie Lebensstil (u. a. Rauchen, Übergewicht) zurückgehen:

[…] These results suggest that only a third of the variation in cancer risk among tissues is attributable to environmental factors or inherited predispositions. […]
(Quelle http://www.sciencemag.org/content/347/6217/78)

Krebs ist also kein reiner Zufall, wie Suchtraucher nun vermehrt behaupten, sondern das Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit an bestimmten Krebserkrankungen zu leiden teilweise ganz erheblich. Ob man dann in seiner durch Rauchen klassifizierten Risikogruppe krank wird oder nicht, ist zwar letztlich dem Zufall unterworfen. Aber die signifikante Erhöhung des Risikos ob es zur Erkrankung kommt oder nicht setzt der Raucher durch sein Verhalten. Rauchen ist eben wie russisches Roulett. Allerdings mit wesentlich mehr Kugeln in der Trommel.

 
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Verfasst von - 16. Juni 2015 in Lungenkrebs, Rauchen

 

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Nicolai Kosirog: Ein rauchendes Logikgenie

Ein ständig wiederkehrendes Thema hier im Blog sind die geistigen Verrenkungen, die Nikotinsüchtige gelegentlich im Internet anstellen, um ihre Sucht irgendwie zu rechtfertigen oder zumindest in einem guten Licht erscheinen zu lassen und Gegenmeinungen abzuwerten. Heute habe ich mal wieder ein besondere Schmankerl aus dieser Kategorie für Sie, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser. Der Urheber dieses hochgradigen Unsinns ist der bereits hier häufiger besprochene Nicolai Kosirog aus Mülheim an der Ruhr. Auf dem facebook-Kanal des Nikotinikervereins „Netzwerk Rauchen e. V.“ lässt er seine Betrachtungen zu Thema Raucherprävalenz, Statistik und Stochastik über den Sender:

Nicolai Kosirog: Und wieder einmal völliger Blödsinn von Mortler und Co. […]

Zur Information: Marlene Mortler ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Vor wenigen Tagen stellte sie den Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vor (Link). Darin wird insbesondere herausgearbeitet, dass die Raucherquote in Deutschland nunmehr bei nur noch ca. 25% der Bevölkerung liege. Die Prävalenz insbesondere jugendlicher Raucher sei zudem sehr stark gefallen.

Zahl der starken Raucher sank um ein Drittel Seit 2010 sank die Quote bei den Frauen von 22 auf 20 und bei den Männern von 35 auf 29 Prozent. Die Zahl der starken Raucher, die pro Tag auf mehr als 20 Zigaretten kommen, fiel im gleichen Zeitraum sogar um ein Drittel. Die Quote liegt damit inzwischen bei zwölf Prozent aller Raucher. Bei den Kindern und Jugendlichen sank die Raucherquote seit 2001 dagegen ganz beachtlich – von 28 auf 9,7 Prozent. Damit sei die Zielmarke von weniger als zwölf Prozent, die die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vorgegeben habe, sogar unterschritten worden, freute sich Mortler. (Quelle Tagesspiegel)

Derartige Zahlen können einem notorisch Nikotinabhängigen wie Nicolai Kosirog naturgemäß nicht gefallen. Denn damit wird auch deutlich, dass seine Sucht immer mehr zu einer Domäne der randständigen, also der sozial unterprivilegierten Gesellschaftsteile wird. Außerdem wird Rauchen zunehmend ein Verhalten der älteren Menschen. Entsprechend versucht der Mann aus Mülheim dagegenzuhalten:

Nicolai Kosirog: […] Woher will sie diese Zahl haben, wie will sie diese errechnet haben? Durch Umfragen? Meinungsforscher gehen davon aus, dass in Umfragen bis zu 30% der Befragten unwahre Angaben machen.Daher wenig seriös.(Quelle)

Ein, wie von Kosirog gewohnt, dünnes, nachgerade dümmliches Argument. Die Tatsache, dass u. U. in Umfragen unwahre Angaben gemacht werden, wofür er übrigens wie üblich den Beleg schuldig bleibt, ergibt nun nicht in der Folge, dass alle Daten, die mit Hilfe von Umfragen zu Stande kommen, per se unseriös sind. Und woher will Kosirog wissen, wer wie viel bei welcher Umfrage gelogen hat? Die genannten 30% sind, wenn überhaupt, ein Maximalwert, der eine erhebliche Schwankungsbreite aufweisen kann. Dies ist also wieder ein typischer Versuch der Nikotinabhängigen aus dem Umfeld des „Netzwerk Rauchen“ die Wissenschaft zu diskreditieren. Es wird irgend etwas behauptet, aber es wird nicht bewiesen. Man kennt derlei ja bereits von der Problematik, dass Passivrauchen gesundheitsschädlich ist. Diese Erkenntnis wird von den einschlägigen Nikotinikergrüppchen regelmäßig mit dem Hinweis darauf zu kontern versucht, dass man vorhält, dass es nur epidemiologische Studien und keine ätiologischen Beweise dafür gebe. Dieser selten dümmliche Vortrag kondensiert dann immer in der Einlassung, auf keinem einzigen Totenschein sei jemals „Tod durch Passivrauch“ als Todesursache aufgetaucht. Man muss nicht weiter über derlei Stuss reden. Aber neben dieser intellektuellen Schwäche unterlaufen Kosirog weitere Fehler:

Nicolai Kosirog:  Dem widersprechen mehrere Gründe: 1. Nach einer jüngst veröffentlichen Schätzung des Bundesamtes für Statistik, basierend auf den ersten drei Monaten dieses Jahres, wird die Tabaksteuer dieses Jahr mit ca. 21 Milliarden einen neuen Höchststand erreichen. Also ist dort kein Rückgang, wie er bei weniger Rauchern fetststellbar sein müsste, erkennbar.

Diese Stellungnahme entstammt vermutlich entweder aus reiner Dummheit, der Unfähigkeit zu recherchieren, korrekt mit Zahlen umzugehen oder dem schlichten Vorsatz der Desinformation der Leser. Sehen wir uns zuerst die Einnahmen aus der Tabaksteuer an. Die Einnahmeschätzung für das Jahr 2015 liegt nämlich mitnichten bei 21 Milliarden Euro, wie Kosirog vorgibt, sondern nur bei 14 Milliarden:

Tabaksteuer Schätzung für 2015

Tabaksteuer Schätzung für 2015 (Quelle)

Die Veränderung gegenüber dem Vorjahrsquartal beträgt dabei -3,8% was ein normaler Mensch als „Rückgang“ ansehen würde. Man hätte einfach mal im Netz recherchieren können.

Besonders dumm ist zusätzlich, dass Kosirog wissenschaftliche Untersuchungen als „unseriös“ abtut (s. o.) aber sich stattdessen auf Schätzungen verlässt. Also haben wir hier wieder einen wunderbaren Beleg dafür, dass Rauchen mit selektiver Wahrnehmung wesentlich einfacher ist. „Helmut Schmidt ist über 90 und ein kerngesunder Raucher“ ist dann nur die Spitze dieses Eisbergs der nikotininduzierten Verdoofung.

Weiter im Text: Logisches Denken ist offenbar überhaupt nicht die bevorzugte Disziplin des Fernschachspielers Kosirog:

Nicolai Kosirog: 2. Allein im Zollbereich Essen wurden in 2014 12 Millionen geschmuggelte Zigaretten beschlagnahmt und der ermittelte Steuerschaden beträgt 59 Millionen Euro. Fünf mal mehr als noch in 2013. Da nun bekanntermassen nur ein Bruchteil beschlagnahmt werden kann, ist also auch dort kein Rückgang zu erkennen.

Dass das Aufspüren von Schmuggelgut einer mehr oder weniger großen Anzahl von Zufällen unterliegt (Fahndungsdruck, Informationen über Schmuggelwege und Vorgehen der Schmuggler, Ermittlungsstrategien und -erfolge, Personalausstattung der Polizei- und Zollbehörden, Vorliegen von Hinweisen etc. etc.), dürfte intelligenten Menschen einsichtig sein. Herr Kosirog hat jedoch damit Probleme. Der geht davon aus, dass sich aus dem jeweils entdeckten Schmuggelgut auf funktionalem Wegse eine verlässliche Zahl der insgesamt geschmuggelten Ware herleiten ließe. Zumal auch das Verhältnis von legaler und illegaler Ware hochgradig variabel ist.

Nicolai Kosirog:  3. Steigen durch höhere Steuern immer mehr Raucher von fertigen Zigaretten auf Feinschnitttabak um. Da nun jeder Raucher anders dreht oder stopft, wie sollen da Zahlen ermittelt werden können? Ergo, kein Rückgang erkennbar.

Auch dieses Argument ist wertlos. Als Suchtraucher sollte Herr Kosirog über folgendes Wissen verfügen: Der Raucher braucht die Droge Nikotin. Nikotin ist Teil im Tabak, es ist zu einem bestimmten Anteil darin enthalten. Um die vom Süchtigen benötigte Menge an Nikotin aufzunehmen, muss eine bestimmte Tabakmenge geraucht werden. Die Verteilung dieser Menge auf die einzelnen am Tag gerauchten Zigaretten ist unerheblich. Wie ein Raucher dreht oder stopft spielt dann keine Rolle. Egal ob in einer dicken oder zwei dünnen Zigaretten verteilt, die verschwelte und inhalierte Tabakmenge alleine ist entscheidend. Denn sie alleine sagt aus, wie viel seines Suchtstoffes sich der Nikotinabhängige zuführt.

Nicolai Kosirog:   4. Dampfen etliche Raucher zusätzlich zum normalen Rauchen noch, was die Zahl der verkauften Zigaretten sinken lassen müsste. Wie in Punkt eins zu sehen war, ist dem nicht so. Auch hier ist kein Rückgang feststellbar.

Auch hier sucht man nachprüfbare Zahlen vergeblich. Stattdessen Mutmaßungen, vage Annahmen, unbewiesene Behauptungen. Der Großmeister des Konjunktiv Kosirog könnte vielleicht mit einer Kristallkugel bewaffnet als Wahrsager in einem Kirmeszelt auftreten. Die Qualifikation dazu hat er jedenfalls.

Nicolai Kosirog:   Fazit: Wenn nun also die Lügen, ups, Drogenbeauftragte einen Rückgang erkannt hat, so müssten (und ich übertreib jetzt mal) alle anderen Raucher ihren Konsum quasi verdoppelt haben und das ist definitv ins Reich der Fabel zu verweisen.

Sehr amüsant. Ein Textdichter wie Nicolai Kosirog, der Zahlen und Daten ohne Belege bereitstellt, bezichtigt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die sich auf wissenschaftliche Daten berufen kann, der Lüge. OK, man ist von den Leuten aus dem Umfeld des „Netzwerk Rauchen“ nichts anderes gewohnt. Halten wir fest: Rauchen liegt nicht mehr im Trend. Gerade Jugendliche, zumal wenn sie aus gebildeteren Schichten stammen, lehnen das Rauchen immer stärker ab. Es ist zunehmend „uncool“ zu rauchen. Raucher werden als Unterschichtangehörige wahrgenommen, Rauchen ist nicht mehr anstrebenswert. „Nierauchen“ liegt im Trend:

Gleichzeitig ist der Anteil der Nieraucherinnen und Nieraucher im Zeitraum von 2001 bis 2014 deutlich angestiegen (Abbildung 08). Bei der Befragung 2001 hatten 40,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen noch nie  geraucht, 2014 waren es 75,3 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist der Anteil des Nierauchens von 23,1 Prozent (2001) auf 36,2 Prozent (2014) gestiegen. Sowohl bei den 12- bis 17-Jährigen als auch bei den 18- bis 25-Jährigen verlaufen die Entwicklungen des Nierauchens in beiden Geschlechtergruppen ähnlich. (Quelle S.30)

 

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„Rauchen schützt vor Chemtrailfasern“ – The Aftershow-Party

In dem im letzten Blogeintrag verlinkten Artikel wurde von unserer lieben aber leider sehr erfolglosen Raucheraktivistin Adelheid Rippe auf ein YouTube-Video verlinkt, das angeblich beweisen soll, dass Rauchen vor (den im Übrigen nicht real existierenden) „Chemtrails“ schützen soll. Und die „pfundige“ Wienerin Anschwärzerin Eva Peter-Culik kommentierte wohlwollend.

Beim Ansehen des Videos kamen dann erste Zweifel am Verstand der Protagonisten auf: Die Einstellerin des YouTube-Videos mit dem Pseudonym „canis lupus“ (für die Nichtlateiner, dies bedeutet „Wolfshund“) hielt tatsächlich ein paar Staubflusen unter eine Vergrößerungkamera, blies sie mit Tabakrauch an und wunderte sich, dass diese sich auf einmal bewegen. In krasser Missdeutung der tatsächlichen Sachlage wurde dies von der offenbar naturwissenschaftlich nicht gebildeteten „canis lupus“ dahingehend interpretiert, dass man bzw frau mit Tabakrauch nun eine ultimative Waffe gegen „Chemtrails“ in der Hand habe. Soweit, so bizarr. Esoterikquatsch in Reinform, eben. Anschließend entwickelte sich auf dieser Basis eine überaus „nette“ Konversation zwischen der Dame und mir:

Frau "Canis Lupus" (Chemtrailfan und Raucherin) pöbelt auch gerne

Frau „Canis Lupus“ (Chemtrailfan und Raucherin) pöbelt auch gerne

Einen Link zu YouTube zu setzen bringt übrigens nichts, da die Dame zu feige ist, diese Konversation freizuschalten so dass auch andere sie sehen können. Auf meinem Google+-Account ist sie allerdings sichtbar. 😉

https://plus.google.com/u/0/105467743579200389201/posts

Wir lernen: Raucher pöbeln gerne. Die „Alles eine Verschwörung dunkler Mächte“-Fraktion auch. Und wenn ein Raucher ein echter Verschwörungsfan ist, dann geht es wirklich rund. 😉

 

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COPD ist wirklich lustig – Teil II

Wer meinte, die Einträge anlässlich eines „Raucher=kurzatmig“-Cartoons auf „Raucher in Deutschland“ (Link zum Bericht) bei facebook seien nun wirklich das Ende der Fahnenstange der Dummheit, der kennt „RiD“ schlecht. Es geht immer noch dümmer. Und zwar wesentlich dümmer:

Ralf Eckhardt: Ziggipause in der 2,4,6 Etage

Lieber Ralf Eckhardt: Treppenhäsuer sind Gemeinschaftsräume und da ist das Qualmen im Haus verboten!

Mathias Derkum: Wohne in der 2 Etage das reicht,Höher wäre SELBSTMORD:

Verehrter Mathias Derkum, nicht das Hochlaufen einer Treppe ist Selbstmord, sondern das Rauchen selbst. Allerdings mit dem „Vorteil“, dass dieses quasi auf Raten stattfindet. Dies sichert langfristig den Profit der Tabakdrogenindustirie, die diesen nicht hätte, wenn der Raucher nach der ersten Kippe gleich ins Gras beißen würde. So hat die Tabakmafia die Möglichkeit, viele Zehn- oder gar Hundertausend Euro aus dem Tabaksüchtigen herauszuholen, bevor der dann final in die Kiste hüpft.

Ralf Brenken Oh ja, das kenne ich!

Und, Ralf Brenken, sollte man dann nicht mit dem Rauchen aufhören? Besser wird es bestimmt nicht mit der Atemnot!

Rosi Schmitt Habt alle einen schönen sonntag.ich bin nicht mehr atemlos im treppenhaus….sind von der 3.etage ins erdgeschoss gezogen…..

Ob uns Frau Rosi Schmitt  veräppelt oder ob sie es ernst meint?

Quelle: https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/471886959626001/

 
 

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