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Archiv der Kategorie: Passivrauchen

Deutscher Zigarettenverband: Eltern sollen ihre Kinder im Auto weiter vollrauchen dürfen!

Gelegentlich frage ich mich, ob Personen, deren Hauptgeschäft der Lobbyismus für tödliche Tabakdrogen ist, eigentlich noch mit normalen Maßstäben zu fassen sind. OK, bei Netzwerk Rauchen & Co., also den Grüppchen der Süchtigen, die schon seit Jahren ebenso lautstark wie erfolglos gegen den Nichtraucherschutz agitieren, wundert mich gar nichts mehr. Aber dass gelegentlich ein Vertreter eines offiziellen Verbandes einen Blödsinn im Dienste der Killerdroge Tabak über die Ticker gibt, bei dem sich mir ob des dargebotenen Unsinns die Nackenhaare senkrecht stellen, das kommt schon manchmal vor. Gestern war es wieder soweit.

Der „Deutsche Zigaretten Verband“ (DZV), ansässig in Berlin, denn die Nähe zur Macht ist den Tabakdrogendealern immer wichtig, ist die Nachfolgeorganisation des „VdC“, der vor einigen Jahren aufgelöst wurde, weil sein Hauptmitglied Philipp Morris (mit der Marke „Marlboro“ aka „Mordboro“) diesen verließ. Der Geschäftsführer des DZV, Jan Mücke, hat sich zu dem von der Bundesdrogenbeauftragten Mortler geforderten Rauchverbot in PKW geäußert, welches wirksam werden soll, wenn Kinder im Wagen mitfahren. Er erklärte diesbezüglich:

Jan Mücke, DZV: Der Deutsche Zigarettenverband hat die Forderung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU), das Rauchen in privaten PKWs im Beisein Minderjähriger zu verbieten, kritisiert. Verbandsgeschäftsführer Jan Mücke erklärte heute in Berlin, ein derartiges Verbot sei überflüssig. „Frau Mortler befindet sich im Verbotsrausch. Jeden Tag wartet sie mit neuen Verbotsideen auf. Ein Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr, ein totales Verbot der Tabakwerbung oder nun Rauchverbote in privaten Autos, keine Verbotsforderung ist Frau Mortler platt genug, um nicht doch damit die Öffentlichkeit zu behelligen“, sagte Mücke heute in Berlin.

Es mag ja beruhigend wirken, wenn Herrn Mücke zu der berechtigten Forderung nach einem Rauchverbot im Auto wenn Kinder mitfahren nur der übliche Unfug einfällt wie „Verbotsrausch“, und „überflüssiges Verbot“. Das Wort „Verbot“ als Schreckvokabel muss einfach sein. Es ist Standarddiktion jener, die den Tod verkaufen und dies auch weiter tun möchten. Aber ich frage mich dann schon, wofür der Mann eigentlich bezahlt wird, wenn bei ihm der intellektuelle Output auf der Stufe von „Netzwerk Rauchen“ oder „VEBWK“ stecken bleibt. Dann könnte man auch Christoph Lövenich auf den Chefposten der Tabakdrogenhändler berufen. Aber, das sei zugegeben, die Position, welche Herr Mücke berufsmäßig vertreten muss, ist schon eine ziemlich dumme.

Schauen wir uns doch mal die Realität an: Täglich sieht man im Stadtbild Eltern, die ihre Kinder rücksichtslos vollrauchen. Eben weil die Eltern a) drogensüchtig und b) äußerst einsichtsresistent sind, was ihr Verhalten und dessen Selbst- und Fremdschädlichkeit betrifft. Da wird direkt über dem offenen Kindernwagen gequalmt (meistens mehrere Muttis im Trio oder Quartett, denn RaucherInnen sind halt sehr kommunikativ), da werden in Bereichen der Außengastronomie die mit am Tisch sitzenden Kinder gandenlos eingeraucht und auch an der Ampel oder vom Geh-/ Radweg aus sieht man häufig „Genussfreunde“ die im Auto quarzen obwohl der Nachwuchs im Kindersitz auf dem Rücksitz Platz genommen hat. Sch….egal, die Fluppe muss brennen, der Drogenabhängige braucht seinen „Schuss“.

Der nächste intellektuelle Overkill gelingt Herrn Mücke dann bei diesem Satz:

Jan Mücke, DZV: Offenbar hält die CSU-Politikerin ihre Mitbürger für völlig lebensuntauglich ohne staatliche Verbote. Damit werden erwachsene Menschen weiter entmündigt.

Setzen, Herr Mücke! Nichts verstanden, sechs! Hier geht es nämliche gerade nicht um die Entmündigung von Erwachsenen, was übrigens ein Standardargument jener Grüppchen, deren Geschäftsmodell das Verteilen von Krankheit, Siechtum und Tod unter der Bevölkerung ist, sondern um den Schutz derer, die sich nicht wehren können.

Jan Mücke, DZV: Nach einer repräsentativen dimap-Umfrage im Auftrag des DZV vom Juni diesen Jahres fühlen sich 94 Prozent der Deutschen gut oder sehr gut über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens informiert.

Prima Herr Mücke, wurden da auch Kindern befragt? Die wissen übrigens meiner Erfahrung nach, zumindest ab einem gewissen Alter, sehr gut, was man sich mit dem Rauchen antut. Alleine das Problem ist, dass sie sich oft nicht gegen Erwachsene wie Eltern erwehren können, wenn diese die Bude in eine Räucherhöhle verwandeln. Eventuell, weil sie dann den Zorn der Eltern zu spüren bekommen, weil Papa oder Mama eben qualmen MUSS. Und dass das Wissen um die Tödlichkeit von Tabakkonsum kaum einen Süchtigen abhält, trotzdem zu rauchen, dürfte bekannt sein, Herr Mücke. Darauf basiert nämlich Ihr Geschäftsmodell.

Jan Mücke, DZV: DZV-Geschäftsführer MÜCKE sagte dazu heute in Berlin: „Eltern können die Gefahren des Rauchens selbst gut einschätzen und setzen deshalb ihre Kinder nicht dem Tabakrauch aus, weder in ihren Autos, noch im Kinderzimmer oder sonst im privaten Bereich.

Stimmt. Deshalb entstammen die oben gemachten Beobachtungen ja nur der Phantasie de rmilitanten Antiraucher und sind reine Hirngespinste. Ach ja, Herr Mücke, wenn wir denn schon beim Thema sind: Die Erde ist eine Scheibe, die Mondlandung fand in einem Studio statt und Elvis hat Kennedy erschossen..

Jan Mücke, DZV: Mündige Bürger können das selbst entscheiden, ohne dass es dafür eines staatlichen Verbotes bedürfte

Und genau da liegt das Problem, Herr Mücke: Wir reden bei Rauchern von Drogenabhängigen. Die haben einen Teil ihrer Mündigkeit schon vor Jahren oder Jahrzehnten am Zigarettenautomat abgegeben. Da ist nichts mit „freier, mündiger Entscheidung“. Da braucht der Tabakdrogenjunkie seinen nächsten Schuss. Und zwar i. d. R. in sehr kurzen Zeitabständen.

Jan Mücke, DZV: Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass eine signifikant hohe Zahl von Erwachsenen Kindern in privaten PKW dem Tabakrauch aussetzen.

Herr Mücke vom DZV ist nicht nur kein intellektueller Überflieger wie man an seiner äußerst schwachen Argumentation erkennen kann, er ist zudem nicht einmal in der Lage, wissenschaftliches Studienmaterial zu recherchieren. Oder er sagt bewusst die Unwahrheit. „Google“ kann übrigens helfen, Studien zum Thema „Rauchen im Auto“ zu finden. Man  muss allerdings Englisch können:

Hier die komplette Ergebnisliste einer kurzen Internetrecherche. Kein Studienmaterial? Herr Mücke, besuchen Sie doch mal einen VHS-Kurs zum Thema „Internet für Einsteiger“. Dort lernt man eine Suchmaschine zu bedienen.

Zum Schluss holt sich dann der Chefintellektuelle des DZV noch Argumentationshilfe von außen. Genauer vom ehemaligen Chef der Polizeigewerkschaft Freiberg:

Jan Mücke, DZV: Auch die Gewerkschaft der Polizei GdP hatte Forderungen nach einem Rauchverbot in privaten PKW mehrfach kritisiert. Sie hält Verbote dieser Art für schwer durchsetzbar. Für die Polizei ist es nach Auffassung des ehemaligen GdP-Chefs Freiberg schwer genug, das Handy-Verbot am Steuer durchzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei derzeit mit ihrer Kernaufgabe, in Zeiten von Flüchtlingsströmen für innere Sicherheit zu sorgen, bereits stark ausgelastet ist. Eine flächendeckende Kontrolle eines Rauchverbotes im Auto im Beisein von Kindern könnte kaum gewährleistet werden und ist somit nicht praktikabel.

Wieder eine Argumentation, die an geistiger Schlichtheit kaum zu steigern ist. Die Einlassung: „Wir können es nicht kontrollieren, also bringt ein Verbot nichts.“ kann als Bankrotterklärung des Staates vor dem Rechtsbruch aufgefasst werden. „Wir können nachts keine Einbrüche verhindern, dazu haben wir zu wenig Leute. Deshalb ist Einbruch von 22:00 bis 6:00 morgens erlaubt. Verzichten Sie als Täter aber bitte dabei auf Verletzungs- oder Tötungshandlungen. Danke! Ihre Polizei„. Ich suche gerade eine Wand um den Kopf mal kräftig dagegen zu schlagen. Aber Herrn Mücke kommt diese kleingeistige Einlassung durchaus gelegen. Man ahnt warum.

Fazit: Ein Rauchverbot im Auto muss kommen. Zumindest wenn Kinder im Wagen sitzen, die sich oft den Widerstand gegen die Erwachsenen nicht zutrauen und daher lieber klein beigeben als einen familiären Konflikt zu riskieren. Viele erwachsene Raucher sind darüber hinaus zu stark abhängig von ihrer Droge, als dass sie besondere Rücksicht auf Kinder nehmen könnten oder wollten. Die Droge, mit deren Vertrieb der DZV sein Geld verdient, lässt ihnen da wenig Entscheidungspielraum. „Mündigkeit“ fällt aus wegen „is‘ nich'“. Darunter müssen dann die schwächeren leiden, in dem Falle Kinder. Und das muss sich dringend ändern.

 

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