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Archiv der Kategorie: Morbus Parkinson

Auf ein Neues: Ronald Blumberg und der Morbus Parkinson

Unlängst las ich wieder mal bei „Raucher in Deutschland“ mit, worauf ich auch sofort eine neuen Raucherblödsinn fand. Es ging, zum x-ten Male, um das Thema „Rauchen schützt vor Parkinson“:

Frank Schneidereit: Interessant

Ronald Blumberg aus Radevormwald: Komisch, daß solche Studien dann immer sehr schnell aus dem Verkehr gezogen werden …(Quelle)

Es gibt nun tatasächlich Indizien dafür, dass Tabakrauchen das Risiko senkt, an Morbus Parkinson zu erkranken. Aber offenkundig schützt Rauchen nicht vor anderen cerebralen Degenerationskrankheiten. Insbesondere ein fortgeschrittener Abbau der kognitiven Fähigkeiten geht mit dem Rauchen einher:

In an eight-year study published in 2012 in the journal Age and Ageing, a team of British researchers assessed the effects of smoking on the brain function of close to 9,000 adults over the age of 50. At the beginning, middle and end of the study, all of the participants underwent tests that measured their ability to do things like increase their vocabulary or rapidly recall words they already knew. When compared to participants who didn’t smoke, participants who did smoke consistently displayed a gradual decrease in their abilities to perform these fairly basic mental tasks. (Quelle)

Diese Symptomatik scheint auch bei Blumberg vorzuliegen. Denn es ist mitnichten so, dass derartige Studien, wie der aggressive Kampfraucher Blumberg zu meinen glaubt, irgendwo schnell entsorgt werden. Der Mann hat Wissenschaft einfach nicht verstanden. Blumberg ist wohl nur nicht in der Lage, sich wissenschaftliche Informationen zu beschaffen. Insbesondere bedeutet dies, wenn m an schon  keine entsprechend ausgestattete Bibliothek in der Nähe hat, eine Suchmaschine im Internet zu bedienen. Die Suchabfrage „Smoking Parkinson’s disease“ ergibt nämlich eine große Anzahl von Studienergebnissen, die in diese Richtung deuten.

Und wenn man nicht mehr klar denken hat, weil die cerebralen Funktionen durch jahrelangen Tabakabusus massiv geschädigt worden sind, wird sich dem Kampfraucher Blumberg auch folgende einfache Überlegeung nicht erschließen:

Das Risiko an Morbus Parkinson zu erkranken ist altersspezifisch und beträgt auf die Gesamtbevölkerung bezogen 0,3 bis 0,5%. Bei den über 60-jährigen leidet ungefähr einer von 100 Menschen an der Krankheit, bei den über 85-jährigen 2%. (Quelle).

Dem gegenüber steht der Sachverhalt, dass die meisten Raucher das Alter, in dem typischerweise der Morbus Parkinson diagnostiziert wird, gar nicht erst erreichen. Denn ungefähr jeder 2. Raucher stirbt bekanntermaßen vor dem Erreichen bereits der durchschnittlichen Lebenserwartung. An durch Rauchen erzeugtem Krebs, Herzinfarkt, COPD usw. usw.

Wenn man also seine Gesundheit vorsätzlich ruiniert, nur um dem Risiko zu entgehen an der im Allgemeinen (zumindest wenn früh behandelten) nicht tödlichen Parkinsonkrankheit zu leiden, deren Lebenszeitrisiko eben nicht überdramatisch hoch ist, so ist dies eine selten dämliche Ausrede für die eigene Nikotinsucht. Denn immerhin beträgt alleine das Lebenszeitirisko eines starken Rauchers am tödlichen Lungenkrebs zu erkranken bereits ca. 16%. Verglichen mit dem Lebenszeitirisko des vielfach nicht-tödlichen Morbus Parkinson von 1 bis 2% eine ganz andere Größenordnung. Aber ob jemand wie Ronald Blumberg dies versteht?

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