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Monika Bittl vom „bft e. V.“ – Von „Verklaghaferln“ und anderen Denunzianten

Von Peter Rachow – Dieser Artikel ist urheberrechtlich geschützt.

Monika Bittl ist die zweite Vorsitzende der Tabaklobbyistengruppe „bft e. V.“ (ausgeschrieben „Bündnis für Freiheit und Toleranz“), eines Vereines, der alles ist aber weder „freiheitlich“ noch „tolerant“. Über dieses Missverhältnis zwischen unglücklicher Namenswahl und Realität habe ich schon mehrfach in diesem Blog berichtet. Einen weiteren interessanten Aspekt dieser Abweichung zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung möchte ich heute beleuchten. Die oben genannte Autorin hat nämlich einen Text verfasst, bei dessen Überschrift „Verklaghaferl“ respektive dem Lesen derselben ich sofort einige Bilder, genauer gesagt einige Personen vor Augen hatte. Und zwar bestimmte Personen. Wahrscheinlich einige, die Frau Bittl persönlich kennt. Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass Frau Bittl diese Leute nicht auf dem Radar hatte, als sie ihren Text verfasste.

Zuerst in aller Kürze: Ein Verklaghaferl ist laut der Autorin Bittl eine Person, die notorisch andere Menschen anzeigt, besonders wenn ihr deren Lebensstil nicht passt. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Man ahnt, in welche Richtung der Text laufen wird. Frau Bittls Archetypus des „Verkalghaferl“ ist heute Siegfried Ermer, Vorsitzender von „pro rauchfrei e. V.“ und damit erklärter Gegner ihres Vereins „bft e. V.“, welcher sich vor allem durch „Partner“ aus der Tabaklobby finanziert. Beweis:

„Bündnis für Freiheit und Toleranz“ – Partner der Tabakdrogendealer

Frau Bittl hängt sich nun an mehreren Dingen auf:

a) Auf den Seiten von „pro rauchfrei“ findet man ein Formular, mit dem man Verstöße gegen den Nichtraucherschutz melden kann. Daher der Begriff „Verklaghaferl“.

b) Herr Ermer kandidiert einerseits für die AfD, andererseits ist er auch Vorsitzender des Vereines „pro rauchfrei“, welcher, vorsichtig formuliert, nicht ganz unumstritten ist.

Frau Bittl meint nun zu erkennen, dass Herr Ermer seine beiden Engagements strikt zu trennen versucht um seiner Karriere bei der AfD nicht zu schaden. Er fürchte schlechte Publicity. Unterstellt wird insbesondere seitens der zweiten Vorsitzenden des Tabaklobbyistengrüppchen „bft e. V.“ , Herr Ermer wolle Spuren im Internet tilgen, die auf seine Vereinstätigkeit bei „pro rauchfrei“ hindeuten:

Und so verwischt das Verklaghaferl Spuren seines Doppellebens und löscht auf der Internetseite des Vereins wo es nur geht Hinweise darauf, dass er der Vorsitzende ist. Bei der Partei wiederum erwähnt er auf seine Vereinsarbeit nicht. Was soll so ein armes Verklaghaferl in diesem Konflikt auch machen? Es kann sich ja schlecht selbst anonym anzeigen. Und weil das Verklaghaferl aus diesem Dilemma vielleicht gar nicht mehr alleine raus kommt, helfe ich gerne beim überfälligen öffentlichen Outing, damit das Verklaghaferl wieder ruhig schlafen kann. Verein und Partei können hier nachlesen, wen sie jeweils in ihren Reihen haben: […]

Es folgen zwei Links, welche interessierten Personen zeigen sollen, dass Herr Ermer Mitglied in beiden Organisationen ist.

Jetzt fragt man sich, ob Frau Bittl den Volkshochschulkurs „Investigativer Journalismus für Einsteiger“ belegt hat und nun einfach ein paar Seminarübungen macht. Denn anstatt dass sie das große Fass aufmacht, hätte sie einfach das Impressum der Netzseiten von „pro rauchfrei“ aufschlagen müssen. Dort steht klar und deutlich zu lesen:

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Siegfried Ermer
Postfach 2941
91017 Erlangen

Und beim Afd Kreisverband Erlangen findet man Herrn Ermer ebenfalls. Super gemacht, Frau Bittl! Das reicht zwar noch nicht ganz zur investigativen Journalisten, aber ihren Einsteigerschein für Google haben Sie in der Tasche. Herzlichen Glühstrumpf!

Was übrigens auch auffällt ist, dass Frau Bittl ein ähnliches Gebahren an den Tag legt, wie sie es Herrn Ermer unterstellt. Auf ihrer Webseite http://www.monikabittl.de/ sucht man nämlich auch jedes Engagement für die Tabaklobbyisten vergebens. „bft e. V.“ wird mit keinem Wort erwähnt. Aber auch hier gilt, wie immer bei Rauchers: Quod licet iovi non licet bovi. Q. e. d. Also helfe ich doch gerne durch Bereitstellung einer Google-optimierten Begriffsstruktur Frau Bittl beim „Outing“.

Nebenbei bemerkt entgeht Frau Bittl leider ein ganz einfacher Sachverhalt: Viel übler als „Verklaghaferl“ sind jene Personen, die man noch weiter südlich als der Wohnsitz von Frau Bittl in München als „Vernaderer“ bezeichnet. Und um mit einem dieser Vernaderer in Kontakt zu treten, muss sie nur zum Telefonhörer greifen und ihren 1. Vorsitzenden Bodo Meinsen anrufen. Im April 2011 schrieb ihr sehr „toleranter“ 1. Vorsitzender nämliche eine „Dienstaufsichtsbeschwerde“ an das Wissenschaftsministerium in Mainz. Er schwärzte mich dort an, weil ihm ein kritischer Artikel, den ich über verbotene Tabakwerbung im Internet, welche sich auf den Seiten von Meinsens „genuss-journals“ fand, verfasst hatte, überhaupt nicht schmeckte. Nachdem ich der Dienstaufsicht  den Sachverhalt geschildert hatte, wurde die Beschwerde von Bodo Meinsen zurückgewiesen und die Sache war dienstrechtlich für mich erledigt. Wobei Herrn Meinsen auch noch beschieden wurde, dass die Dienstaufsicht nicht der richtige Weg sei, wenn man sich über die politischen Äußerungen eines Beamten beschweren wolle. Herr Meinsen wurde auf den ordentlichen Gerichtsweg verwiesen.

Zum Abschluss noch eine kleine Rechtskunde für Frau Bittl: Was unterscheidet den Typus des „Verklaghaferl“ denn nun genau vom „Vernaderer“? Ganz einfach: Klagen kann man nur auf Basis einer Rechtsgrundlage. Eine Klage bzw. Anzeige soll einen rechtswidrigen Zustand abstellen. Denunzieren geht dagegen auch ohne rechtliche Grundlage.

Wer ist nun der üblere Typ? Der „Verklaghaferl“ oder der „Vernaderer“. Na, Frau Bittl, hat’s geklingelt?

 (C) Peter Rachow 2014

 

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