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Archiv der Kategorie: Manfred Engelhardt

Vereinsziel Lungenkrebs (Teil I): Das „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“

In Deutschland kann jeder einen Verein gründen und sich im Rahmen der Vereinsarbeit für fast jedes denkbare Ziel einsetzen. Egal ob Sport-, Kultur-, Brauchtums-, Technik-, Förder- oder sonstiger Verein. Wer nicht gerade kriminelle Ziele verfolgt kann nach dem Vereinsrecht seine Zulassung beantragen und erhält sie dann i. d. R. auch.

Auch so abstruse Vereinsziele wie der eigene Frühtod gehen durch. Statt Kaninchen- eben Karzinomzüchterverein. Von dieser zweifelhaften „Freiheit“ machen unsere „Genussfreunde“ dann auch gerne Gebrauch. Wer allerdings vereinsmäßig für das Rauchen eintritt und sich damit für Lungenkrebs, Raucherbein und das sozialverträgliche Frühableben engagiert, muss dies besser unter einem Namen tun, der eben jene Assoziationen vermeidet, die man gemeinhin mit dem Rauchen in Verbindung bringt. Dinge wie Sucht, Krankheit und Tod sind daher bei der Namensgebung absolut tabu. Positiv besetzte Begriff sind „in“. Also nennen sich die kleinen, oft nur aus wenigen Mitgliedern bestehenden Nikotinistenvereine beispielsweise „Bund mündiger Bürger“, „Verein zur Bewahrung der bayerischen Wirtshauskultur“, „Bündnis für Freiheit und Toleranz“ oder „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“. Die meisten dieser Vereinchen haben nur ein sehr kurzes Leben (wie auch ihre Gründer bzw. Mitglieder, denn es ist bekannt: „Raucher sterben früher“). Auf das sehr kurze Leben eines dieser Splittergrüppchens, genannt das „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“, wollen wir heute ein kurzes Schlaglicht werfen.

Nach meinen Recherchen dürfte das hier zu besprechende „Komitee“ nur eine Handvoll Mitglieder gehabt haben. Die meisten sind aus den einschlägigen Raucherforen bei facebook bekannt: Nicolai Kosirog, Gerald „Radi“ Rademacher, Manfred Engelhardt, Dr. Monika Müller-Klar, Aykut Egeli, Uwe Steinbach, Brigitte Königsfeld-Lemper, Jürgen Harder (Vorsitzender), Bodo Seitz, der Rechtschreibexperte Uwe Knuth.

Gegründet würde das Pro-Krebs-Grüppchen „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“ am 3. August 2013 in Düsseldorf als Antwort auf das dort geltende strenge Nichtraucherschutzgesetz (Link):

Manfred Engelhardt: Als Aachener Sprecher der Initiative gegen das totale Rauchverbot in NRW darf ich für die Aachener Delegation festhalten, dass wir dieses Treffen und die darin erzielten Ergebnisse als durchaus fruchtbringend ansehen. Wir sind dabei! Gez. Manni Engelhardt – Rauchverbot | Rolling Stones Club Aachen / Stolberg

Ein Logo, wenn auch dilettantisch gemacht, war schnell entworfen:

Logo des "Komitees zur Wahrung der Bürgerrechte"

Logo des „Komitees zur Wahrung der Bürgerrechte“ (zum unverpixelten Original)

Welche Bürgerrechte genau diese Damen und Herren bewahren wollten, wurde nie öffentlich besprochen. Es ging immer nebulös um „Freiheiten“. Und einzig und alleine das „Recht“ und die „Freiheit“ immer und überall zu rauchen, war konkretisiert worden. Aber um mehr ging es diesen Herrschaften ja auch nie. Dafür wollte man politisch eintreten.

Welche Instrumente der öffentlichen Meinungsbildung wollte „das Komitee“ nutzen, um den Bürgerrechten, pardon, den Raucherrechten, zur Geltung zu verhelfen?

Nun, zum einen war dies das Standardinstrument der politischen Artikulation, nämlich die Demonstration. Hier regelmäßig als „Großdemo“ bezeichnet. Aber leider ging dieser Versuch (wie immer) komplett in die Hose. Denn zur „Großdemo gegen das Rauchverbot“ liefen, wie üblich, nur ein paar Dutzend Leute auf. Der „Pressesprecher“ Manfred Engelhardt beliebte daher zu vermelden:

Manfred Engelhardt: ..gestern fand unsere II. Demonstration hier in Aachen gegen das GRÜN/ROTE-TOTALRAUCHVERBOT in NRW statt. Die Demo-Teilnehmer-Zahl blieb weit unter unserer Erwartungshaltung zurück. Die Zusagen, die uns die Gastwirte und Gäste im Vorfeld gemacht haben, ließen uns auf die 15-fache Teilnehmerzahl hoffen.  (Quelle)

Der Versuch, öffentlich gegen den Nichtraucherschutz eine signifikante Anzahl Personen zu mobilieren, ging also glatt in die Hose. Dies erscheint auch logisch. Denn schließlich ist für Menschen, die nicht einmal den Weg zur Kneipentür beschwerdefrei zurücklegen können um dort zu rauchen, die Bewältigung einer 2 bis 3 km langen Demostrecke absolut illusorisch. Also blieb man gepflegt zuhause und trug den Protest wie üblich auf facebook vor.

Aber auch trotz dieser Pleite ließ Engelhardt nicht locker. Er droht gnadenlos Rache an:

Manfred Engelhardt: Mit sehr vielen Aktionen, die jetzt noch folgen werden, machen wir deutlich, dass wir weder vergeben noch vergessen werden.  (ebd.)

Oh, oh, da konnte man ja wirklich Angst bekommen, was Manni und seine Mannen noch aushecken wollten. Aber ich kann sie beruhigen, liebe Leser: Es kam, wie üblich, nichts. Oder nein, doch nicht ganz! Denn nach ca. einem weiteren Jahr folgte dann die zweite Demo. Und egal ob die erste „Großdemo“ eine Pleite war oder nicht, der nächste Aufmarsch der Lungenkrebsfreunde wurde wieder als „Großdemo“ deklariert. Denn wer meint, Raucher seien lernfähig, der irrt ganz gewaltig:

Manfred Engelhardt: : …am Freitag, den 09. Mai 2014, ab 16.00 Uhr, SPD-Unterbezirksbüro, Heinrichsallee 52, Aachen, findet mit einer Auftaktkundgebung unsere II. Großdemonstration gegen das totale GRÜN/ROTE-NRW-Rauchverbot hier in Aachen statt… (Quelle)

Dann gab es allerdings fast einen Eklat, weil die Stadt Aachen freundlich draufhin wies, dass bei der Abschlussveranstaltung in einer Kneipe (so viel zumThema „Großdemo“!) selbstverständlich das gesetzliche Rauchverbot gelten würde und man ggf. auch kontrollieren würde:

Gerald „Radi“ Rademacher: “OFFENER BRIEF an die Medien:

Aachener Stadtverwaltung setzt Veranstalter von Demonstration und Rock gegen
Rauchverbot unter Druck. Laut den Aussagen des Veranstalters der Demonstration gegen das Nichtraucherschutzgesetz und der Veranstaltung „Rock gegen Rauchverbot“ sowie den beigefügten Schriftsätzen, versucht die Stadtverwaltung in Aachen eine angemeldete und bereits genehmigte Demonstration und Versammlung nach Art. 8 des Grundgesetzes zu unterdrücken. Es wurden der Veranstalter, sowie auch eine beteiligte Wirtin, mit Androhungen so unter Druck gesetzt, dass letztendlich die Veranstaltung „Rock gegen Rauchverbot“ kurzfristig abgesagt werden musste. […]
(Quelle)

Der Unterzeichner Gerald Rademacher, ein ehemaliger Gastwirt und heutiger LKW-Fahrer, ist übrigens neben dem allseits bekannten Ronald Blumberg jener Hobbyjurist, der sich die denkwürdigen „Helmut-Partys“ ausgedacht hatte. Hier wurde unter konsequenter Nichtbeachtung aller rechtlichen Sachverhalte und juristischer Grundkenntnisse tatsächlich behauptet, dass man unter Berufung auf Art. 8 GG (Versammlungsfreiheit) in Kneipen trotz Nichtraucherschutzgesetz rauchen können soll. Auf diesen rechtlichen Bockmist bin ich hier im Blog regelmäßig eingegangen (Link).

Apropos „juristischer Bockmist“. Rademacher textete weiter im Namen des „Komitees“:

Gerald „Radi“ Rademacher: Es wird hier genauso verfahren, wie mitunter bei den sogenannten Helmut Partys schon mehrfach zu beobachten war, dass Wirte und Beteiligte einer Versammlung nach Art. 8 GG so eingeschüchtert werden, dass sie im Endeffekt klein beigeben und ihre Veranstaltung auflösen oder gar absagen. Es wurden in dem Zusammenhang schon mit hohen Bußgeldern und sogar mit Konzessionsentzug gedroht. Dies ist unseres Erachtens ein Eingriff in das Grundrecht, was diesen Behörden gar nicht zusteht. In diesem Zusammenhang erwägen wir eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft, wegen Eingriffs in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Hierzu verweisen wir auf § 21 VersG sowie auf § 344 StGB. (ebd.)

Was aus der Anzeige gegen die Stadt Aachen geworden, das wissen wohl nur die Götter. Ganz abgesehen davon, dass der rechtliche Hinweis der Stadt Aachen doch wohl recht nett gemeint war. Man hätte auch bei der „Helmut-Party“ aufkreuzen können und der Gastronomin ein fettes Bußgeld auferlegen können, weil in ihrem Etablissement gequarzt wird, dass es kracht. Dass selbiges wohl auch geplant war, zeigt die Absage der Veranstaltung. Offenbar hatte die Dame wohl keine Lust, dass dort Leute verbotswidrigerweise rauchen und sie dann später die Zeche zahlen darf. Auf jeden Fall fand die Veranstaltung „Rock gegen Bevormundung“ nicht statt. Aber egal, Manni und seine Freunde trommelten weiter:

Manfred Engelhardt: STATEMENT DES KOMITEES ZUR WAHRUNG DER BÜRGERRECHTE: Das Komitee gründete sich im September 2013. Es verfolgt den Zweck, die Rechte des Bürgers auf Selbstbestimmung in gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen zur Geltung zu bringen. Es wendet sich gegen politische Be­strebungen der Bevormundung einzelner Bürger, einzelner Ge­sellschaftszweige sowie gegen die damit einhergehende Einschränkung verfassungsrechtlich ge­schützter Freiheitsrechte. Zu diesem Zweck strebt das Komitee eine Ver­net­zung aller Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen an, die sich für die­selben Ziele einsetzen. Vorrangiges Ziel ist zur Zeit die Relativierung des per 1.5.2013 in Kraft getretenen Rauchverbots in Gaststätten und das  Einleiten eines diesbezüglichen Volksbegehrens zur Änderung des NiSchG NRW. Seit Januar 2014 ist das Komitee ein eingetragener Verein, womit die notwendigen organisatorischen und struk­tu­rellen Grundlagen geschaffen wurden, um eine Vernetzung verschiedener Interessensgruppen zu gewährleisten. (Quelle)

Eines muss man Herrn Engelhard bescheinigen. Die Heißluftpumpe lief damals auf Hochtouren. In schwülstiger Sprache unter Verwendung eines stark gewöhnungsbedürftigen Satzbaus trommelte der Mann aus Aachen für Lungenkrebs und Herzinfarkt. Allerdings war das Ergebnis, wie bereits erläutert, regelmäßig sehr mager:

1. Das geplante Volksbegehren gegen das NRW-Rauchverbot fand nicht statt. Zum einen aus Geldmangel, zum anderen weil sich die beteiligten Gruppen massiv zu bekriegen begannen (Link1, Link2, Link3, Link4). Hier findet sich der Abgesang unterzeichnet von unserem bekannten Nikotiniker Ronald Blumberg aus Radevormwald:

Ronald Blumberg:Betr.: Volksbegehren und „NRWgeniesst“

Seit Januar 2014 liegt das Volksbegehren „Nichtrauchen-Rauchen-Wahlfreiheit“ unter Führung von NRWgeniesst „mangels Mitteln“ offiziell auf Eis, bis irgendwann „nach dem Sommer“ …

Infolge einer Studie, deren Ergebnisse im Februar im kleinen internen Kreis bekannt gegeben wurden, gab es Ende Juni 2014 ein inoffizielles und vertrauliches Treffen von hochrangigen möglichen Sponsoren und potenziellen logistischen und organisatorischen Unterstützern. Dazu eingeladen wurden Detlef Petereit (für NRWgeniesst), Fr. Dr. Monika Müller-Klar (Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte, BfT), und Ronald Blumberg (für Bergische Bürger Initiative e.V.(BBI), und „Raucher in Deutschland“)

Unter anderem wurde klargestellt, daß das Volksbegehren von NRWgeniesst mit der bestehenden Zielgabe: „Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem 01.05.13“ nicht mehr realistisch sei, und Unterstützung nur für ein komplett neu formuliertes Volksbegehren erfolgen könne. Auch sollte festgestellt werden, ob eine Kooperation der führenden Gruppen auf gleichgestellter Basis möglich ist.

Beidem hat Petereit zugestimmt, wenn auch widerwillig. Auf dieser Basis sollte dann dieser Tage die Abstimmung der Sponsoren erfolgen. Ein professioneller Plan zur logistischen Durchführung lag bereits vor. Über die entsprechenden finanziellen Mittel in beträchtlicher Höhe sollte nun befunden werden. Im Vorfeld der Abstimmung zeichnete sich bereits eine mehrheitliche Zustimmung ab.

Und dann geschah folgendes: Im Namen von NRWgeniesst haben Christoph Lövenich und Detlef Petereit, an der offiziellen Kontaktperson vorbei, einen Brief direkt an das Gremium der Sponsoren geschrieben, der unmittelbar vor deren endgültiger Abstimmung eintraf. In diesem zweiseitigen Brief führten Lövenich und Petereit u.a. an, daß sie nicht bereit seien auf „ihr“ Volksbegehren zu verzichten. Für sie käme nur dieses und kein anderes infrage. Zudem sei klar, daß NRWgeniesst organisatorisch am besten aufgestellt, und somit prädestiniert für die führende Rolle sei, wenn sie auch darauf verzichten würden die sogenannte „Leitfigur“ zu stellen.

Dieses Schreiben führte dazu, daß das Sponsorengremium das Projekt einhellig ad acta gelegt hat, […]

Wir, die wir alle für ein VB gekämpft haben, haben diese Entscheidung 2 Personen zu verdanken: Christoph Lövenich und Detlef Petereit, die aus Egomanie, Narzissmus, Eitelkeit, Dummheit, Ignoranz, Unverschämtheit, und wer weiß welch anderen Gründen noch, uns allen diese historische Chance genommen haben!

Mit weitreichenden und unabsehbaren Folgen auch für andere Bundesländer!
Im Sinne der öffentlichen Transparenz fühle ich mich verpflichtet, die Verhaltensweise von NRWgeniesst bekannt zu machen, obwohl die Gespräche vertraulich waren. Denn einen derartigen Skandal darf man nicht verheimlichen! Weitere Einzelheiten werden allerdings nicht bekannt gegeben!

Ronald Blumberg
Radevormwald, den 21.07.2014 (Quelle)

Ja, so sehen echte Gewinner aus! 😉

2. Die Schreiben, die an Politiker übergeben worden sein sollen dürften mittlerweile im Altpapier liegen. Wo sie, ehrlich gesagt, auch hingehören.

3. Eine „Petition“ gegen das Rauchverbot führte ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg. Wahrscheinlich weil bis auf ein paar Hardcoreraucher >99% der Menschen in NRW mit der rauchfreien Lösung sehr zufrieden sind. Aber immerhin haben die Leute um Manni E. ca. 66.000 Unterschriften erreicht, was in etwa 0,66% der erwachsenen Einwohner von NRW entspricht. Ein beispielloser Erfolg.

Besonders erheiternd ist auch folgende Einlassung des Komitees:

[…]In Bonn besteht außerdem eine enge Verbindung zu den Karnevalsverbänden.[…](ebd.)

Na dann, „Helau“ und „Alaaf“! Aber es bietet sich hier natürlich auch eine Chance, die Außenwirkung zu verbessern:  So wäre es doch schön, wenn sich die Leute vom „Komitee“ einfach jeder eine knallrote Pappnase aufsetzen würden und dann, wenn der „Zoch kütt“, auf einem Motivwagen beim Karneval Stimmung gegen das Rauchverbot in NRW machen würden. Dort auf dem Wagen dürften sie dann auch rauchen. Um die Stimmung auf den Siedepunkt zu treiben empfehle ich das Anstimmen des Liedes „Hoch auf dem nikotingelben Wagen, sitz ich beim Lungenkrebs vorn…“ (OK, das Versmaß stimmt nicht ganz, aber darüber wollen wir mal hinwegsehen.)

Seit einigen Monaten hört man fast nichts mehr vom „Komitee“. Ich gehe davon aus, dass dieses kleine Pro-Lungenkrebs-Grüppchen mittlerweile sanft entschlafen ist. Was ich auch nicht weiter als bedauerlich empfinde.

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Manfred Engelhardt: Jetzt wird zurückgeschossen!

Manfred Engelhard vom „Stones-Club-Aachen“ ist einer der engagierteren Kämpfer für Lungenkrebs und Raucherbein. Unter anderem als Demoredner auf einer „Großdemo“ mit ca. 100 Leuten konnten wir ihn unlängst erleben (YouTube). Angesichts der dort stattgefunden habenden Demopleite ist Herr Engelhard sichtlich angefressen. Denn immerhin hat er sich große Mühe gegeben und sogar Flyer für seine dumme Aktion gekauft und verteilt. Und wenn so wenig dabei herumkommt, dann kann man schon mal diejenigen anpupen, für die man sich angeblich so sehr ins Zeug legt:

Manfred Engelhardt: Als unsere „Initiative gegen das totale Rauchverbot in NRW“, die Mitglied im Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte e. V.“ ist, zur Information über die II. Aachener Demonstration gegen das „GRÜN/ROTE-NRW-TOTALRAUCHVERBOT“ 8000 Flugblätter in der gesamten StädteRegion Aachen verteilte, haben wir auch die Diskothek „B9“ mit bedient. Als dann unsere Demonstration am Freitag, den 09. Mai 2014, stattfand, war die Teilnehmerzahl enttäuschend. Neben den meisten Wirtinnen und Wirten aus der gesamten StädteRegion Aachen mussten wir auch Herrn Rudi Wesner als Pächter des „B9“ vermissen. (Quelle Stones-Club-Aachen)

Ja, wer nicht mitmacht bei dem Raucherwahnsinn, der wird schon mal öffentlich angesch…..! So läuft’s Business bei den Hardcorerauchern. Und dann schreibt man schon mal böse Leserbriefe:

Leserbrief von Manfred Engelhardt an die Aachener Zeitung

Leserbrief von Manfred Engelhardt an die Aachener Zeitung

Dann kommt aber auch schon mal Gegenwind. Der Schreiber des folgenden Leserbriefes ist mit der Veröffentlichung des Briefes hier im Blog einverstanden, möchte aber seinen Namen nicht genannt wissen, da er keine Lust hat, mit dem Rauchermob nähere Bekanntschaft zu schließen:

Leserbrief Aachenr Zeitung in Antwort auf Manfred Engelhardt

Leserbrief Aachener Zeitung in Antwort auf Manfred Engelhardt

Dies gefiel Herrn Engelhardt gar nicht. Und er fand sofort einen Aufhänger. Die Aachener Zeitung hatte versehentlich den Namen des Autors vergessen. Sofort machte Engelhardt das ganz große Faß auf:

Manfred Engelahrdt: Diesbezüglich hat die Aachener Zeitung, man glaubt es kaum, heute einem anonymen Leserbriefeschreiber/einer anonymen Leserbriefeschreiberin (?) die Veröffentlichung eines anonymen Leserbriefes eingeräumt. Das stellt aus unserer Sicht ein Novum dar.

(Quelle)

Tja, wenn man sonst nichts weiter an der Meinung des Nichtraucherschützers herummäkeln kann, dann geht es eben auch so. Wenn der Mann wüsste, wie viele anonyme Schreiber (von denen wir natürlich sehr oft anhand der E-Mail, der IP-Adresse oder einfach des Schreibstils wissen, wer sie wirklich sind) hier im Blog täglich aufschlagen und, im Gegensatz zu dem sachlichen Leserbrief des Rauchgegners, herumpöbeln und beleidigen, dass es kracht.

Aber Herr Engelhard ist eben ziemlich frustiert, weil ihm kaum jemand bei seinem hilflosen Feldzug gegen den Nichtraucherschutz folgen will. Da liegen dann eben auch mal die Nerven blank.

 

 

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Manfred Engelhardt und der „Stones Club Aachen“ feiern Geburtstag

Man könnte fast meinen, hier würde der nächste Bruch geltenden Rechts vorbereitet. Auf seiner Homepage lädt der Raucheraktivist Manfred Engelhard zu einer Jubiläumsparty für seinen „Stones Club Aachen“ ein (Link). Als erfahrener Chronist des Raucherwahnsinns wurde ich beim Lesen des Textes sofort aufmerksam:

Manfred Engelhard: Für die MEGA-GEBURTSTAGSPARTY des ROLLING STONES – CLUB – AACHEN/STOLBERG anlässlich des 20. Clubgeburtstages und des 65. Geburtstages seines Club-Managers lädt der Rolling Stones – Club zu einer geschlossenen Veranstaltung in den Saalbau Rothe-Erde („KAPPERTZ-HÖLLE“), Hüttenstr. 45 – 47, 52068 Aachen, ein.

Ich rate mal ganz unverschämt: Die Party findet in einer gastronomischen Einrichtung / Konzertbühne in Aachen (NRW) statt und wird, nachdem die Sache mit den „Helmut-Partys“ endgültig gescheitert ist, als „geschlossene Gesellschaft“ aufgezogen. Damit man da ordentlich rauchen darf. Denn das darf man auf Konzerten in NRW sonst nicht (§2 Abs. 3 i. V. mit §3 Abs. 1 NiSchG NRW).

Und da kommen Manni und seine Freunde langsam aber sicher mit dem Gesetz in Konflikt:

MGEPA NRW: Von einer geschlossenen Gesellschaft ist auszugehen, wenn:
– ein Gebäude oder ein geschlossener Raum für eine private Veranstaltung genutzt wird,

Eine Veranstaltung, bei der man lediglich einen Clubausweis benötigt, der dann auch noch Geld kostet, dürfte kaum unter die Rubrik „privat“ fallen.

 – die Veranstaltung nicht gewerblichen Zwecken dient, […] (Quelle)

Der „Stones-Club-Aachen“ ist ein gewerblich betriebener Musikclub. Folglich hat auch die „Geburtstagsfeier“ gewerblichen Charakter.

Weitere Rechtshinweise spare ich mir, die wird dann das Ordnungsamt Aachen geben, wenn die Veranstaltung kontrolliert wird.

 

 

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Erstes Videodokument vom Demofiasko am 9.5.14 in Aachen

Wer sich einen Videoschnitt von der angeblichen „Großdemo“ ansehen mag, hier ist er:

Insbesondere die Rede des Herrn Manfred Engelhardt vom „Stones Club Aachen“, der die Demo (mit)organisiert hat, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Bei Minute 3:00 sagt der Mann doch tatsächlich folgende bedeutungsschwere Sätze ins Mikrofon:

Wir machen heute eine kraftvolle Demonstration mit 2 kraftvollen Kundgebungen!

Eine realistische Einschätzung der Gesamtlage abzugeben scheint nicht unbedingt die Kernkompetanz des Redners zu sein. Knapp 100 Leute auf einer Demo wirken ungeheuer „kraftvoll“.

Aber Herr Engelhard hat nicht nur die Kompetenz, kleine Personenstärken ungeheuer aufzublähen, auch für absolut hirnrissige politische Einschätzungen ist der Mann gut (ab 3:30):

Wenn wir von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen einreisen, wenn wir von Hessen nach Nordrhein-Westfalen einreisen, wenn wir von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen einreisen, dann müssen an den Grenzen von Nordrhein-Westfalen die Schilder aufgestellt werden: „Hier verlassen  Sie den demokratischen Sektor der Bundesrepublik Deutschland“

Einen derart hanebüchenen Unsinn muss man nicht weiter kommentieren.

Danach kommt dann ein Herr vom „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“ und erzählt wieder mal den üblichen Unsinn von:

  • Passivrauchen ist unschädlich, das Gegenteil wurde nie bewiesen
  • Raucherlungen sind genau so gesund wie Nichtraucherlungen, schließlich werden sie auch transplantiert.
  • Schockbilder auf Zigarettenpackungen sollen nur Ängste schüren.
  • Soziale Kontakte in Kneipen werden Menschen verweigert, weil man dort nicht  mehr rauchen kann.

(ab 4:50)

Ab 6:50 sieht man dann den Demozug der „Großdemo“ wie er sich durch Aachen schlängelt. Ja, so sieht eine „machtvolle Kundgebung“ aus.

Und zum Schluss macht sich Herr Engelhardt vollends lächerlich, indem er postuliert durch das Rauchverbot in Gaststätten, würden Menschen nicht mehr miteinander reden können. Fazit: Gibt es eigentlich etwas peinlicheres als eine Demonstration auf der Menschen ihr „Recht auf Lungenkrebs und Raucherbein“ einfordern? Und dabei auch noch derart dümmliche Scheinargumente vortragen, dass man sich vor Lachen fast nicht auf dem Stuhl halten kann?

 

 

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Manfred Engelhardt: „Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland“

Ich habe ein Problem. Ein großes Hämatom an meiner Stirn. Nein, es waren nicht die Rockertruppen von Martin S. die hier auf- und zuschlugen. Ich habe den „blauen Fleck“ vom ständigen An-den-Kopf-fassen was heute wieder so über die Raucherkanäle trällert. Über die geplante Demo für Lungenkrebs und Raucherbein in Aachen hatte ich heute morgen berichtet. Jetzt legt Manfred Engelhardt vom „Stones-Club-Aachen“, der Chef einer Grupperierung, die auch in Aachen Lungenkrebs und Raucherbein wieder befördern will, nach:

Gerald „Radi“ Rademacher: Die „Initiative gegen das totale Rauchverbot in NRW“ hat in Aachen zur zweiten Raucherdemo gegen das Nichtraucherschutzgesetz aufgerufen. Das Nichtraucherschutzgesetz sei ein Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Menschen und ein Anzeichen von Demokratieabbau, so Manfred Engelhardt, Sprecher der Initiative. Wir seien zu einer Bananenrepublik verkommen, die Bürger müssten der Politik deutlich machen „bis hierhin und nicht weiter“, so seine Ansicht. Die Raucherdemo startet am 9. Mai mit Auftaktkundgebung vor dem SPD-Büro in Aachen. Schlusskundgebung nach einem Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt ist vor dem Parteibüro der Grünen. (Quelle)

Wow. Das ist starker Stoff. Dieses Land wird also zur „Bananenrepublik“, nur weil man sich nun nicht mehr in den Kneipen eine anstecken darf? Ist mir noch gar nicht aufgefallen. Man muss schon ziemlich schräg drauf sein, um einen demokratischen, pluralistischen Rechtsstaat und eine Diktatur aus der Äquatorregion auf eine Stufe zu stellen. Der Nikotindruck, namentlich die Nikotinabhängigkeit, muss bei diesen Herrschaften so groß sein, dass sie sogar nicht davor zurückschrecken einen derart hanebüchenen Unsinn in das Netz zu stellen. Na ja, manche dieser Leute vergleichen ja auch den Nichtraucherschutz mit dem Nazireich. Da bleibt man(ni) dann intellektuell auf einer Linie. Nämlich der Nulllinie.

 
 

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