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Archiv der Kategorie: Lungenkrebs

„Netzwerk Rauchen“. Mit Tabakschwachsinn gegen „Ekelbilder“

Das bekannte „Netzwerk Rauchen“ hat ein Markenzeichen: Das Verbreiten von hirnrissigem Schwachsinn pro Raucherbein und Lungenkrebs im Internet. War es in der letzten Zeit doch eher etwas ruhiger um den Krebsverein, dem der Wormers Michael Löb vorsteht, haben die Nikotinisten, die sich sinngemäß „Deutschlands führende Lobby für den Rauchgenuss“ nennen, nun wieder heftig zugeschlagen. Anlass war die Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie 2 („TPD2“) in deutsches Recht, welche u. a. das Anbringen von sog. „Schockfotos“ auf den Packungen zur Pflicht macht. Nachdem sich Tabakdrogenlobby jahrelang erfolgreich bei der Politik gegen die Einführung dieser bildlichen Warnhinweise gestemmt hatte, ist nun doch die finale Niederlage in der „Causa Schockbilder“ zu verzeichnen gewesen. In Deutschland müssen daher alle neu produzierten Zigarettenpackungen ab heute großflächig von der EU vorgegebene Bilder tragen, die zeigen, welche üblen Folgen der Tabakdrogensucht verursacht: Lungenkrebs, abgestorbene Beine, ein Loch im Kehlkopf als Folge eines Kehlkopfkrebses und viele andere Dinge mehr. Die Bilderreihen werden dabei turnusmäßig jedes Jahr ausgetauscht so dass der „Genussfreund“ immer mal wieder was Neues sehen kann.

Dass derlei einem kleinen Verein, der das Recht beansprucht, seine Mitmenschen immer und überall mit seinen krebserregenden tabakogenen Abgasen vollstinken zu dürfen, nicht kalt lassen kann, ist klar. Dafür hat die kleine Schar lungenkrebsverliebter Suizidfreunde sogar eine Domäne gesichert, die den Titel „ihr-uns-auch.de“ trägt und die wohl eine Art internetbasierter Stinkefinger sein soll. Gut, dass Menschen, die nun nicht gerade den höheren Bildungsschichten entstammen schon mal die Beleidigung als adäquate Form menschlicher Kommunikation ansehen, das kann man hier im Blog hundertfach nachlesen.

Auf der genannten Webseite geht es dann richtig rund. Man kann den Blödsinn, der dort verzapft wird, gar nicht zählen. Bereits auf der Startseite beginnt man sich gepflegt an den Kopf zu fassen:

Die Kampagne “Ihr uns auch, EU” von Netzwerk Rauchen e.V. ist Ausdruck unseres Protestes gegen die Tabakproduktrichtlinie TPD2, deren auffälligstes Merkmal die sogenannten Schockfotos oder Ekelbilder sind, die künftig auf unseren Produkten prangen werden. Auch der Geschmack und die Rauchqualität vieler Marken werden sich verändern, wohl nicht zum Besseren.

Jetzt müsste man mir mal erklären, wie man an verbranntem Pflanzenabfall überhaupt „Geschmack“ finden will. Vermutlich finden diese Leute auch den Rauch eines herbstlichen Laubfeuers irgendwie „geschmackvoll“. Oder ein kokelndes Baunkohlebrikett.  Spätestens an diesem Punkt erkennt man das eigentliche Problem der Nikotinsüchtigen: Rauchen ist nicht nur gesundheitsschädlich, es ist in vielen Fällen absolut tödlich. Mit den Schockbildern bekommt diesen  unter normal denkenden Menschen unstrittigen Sachverhalt der gemeine Suchtfreund drastisch gezeigt. Und zwar nicht mehr über mehr oder weniger banale Textbotschaften („Rauchen ist tödlich“, ach was?) die sich rationalisiert wegräumen lassen („Wieso ist Helmut Schmidt dann über 90 geworden?“, „Mein Opa ist 90 und Ketteraucher, bla bla bla….“) sondern mit Bildern die einen anderen, nämlich direkten, Eingangskanal in das Bewusstsein finden. Oder noch tiefer führen, nämlich in das Unbewusste, denn im Grunde wissen auch die Herren vom „Netzwerk Rauchen“: Sie betreiben ein tödliches Hobby. Da muss man sehr gut verdrängen können. Die drastischen Bilder stören dabei aber ganz erheblich.

Weiter geht es nun im Reigen der dargebotenen Dummheit vom „Netzwerk Rauchen“:

_pkt_bu Mit Information oder gar Aufklärung hat es überhaupt nichts zu tun, wenn man einseitige Angstmache verbreitet und in den Köpfen der Menschen verankern will. Bei den „Warnhinweisen“ handelt es sich um manipulative Un- und Halbwahrheiten, mittels derer Rauchern wie Nichtrauchern ein monströses Zerrbild des Rauchens eingetrichtert werden soll.

Bullshit. Wenn sich einer der Verfasser dieses unsäglichen Blödsinns einfach mal ein paar Tage in einem Krankenhaus umgesehen hätte, in dem man langjährigen Rauchern die Folgen ihrer Sucht therapieren will, wären sie wohl nicht auf die Idee gekommen, solch einen entsetzlichen Schwachsinn zu verbreiten. Alleine ein Aufenthalt auf einer onkologischen HNO-Station hätte klar gemacht, wer z. B. fast ausschließlich vom Kehlkopfkrebs betroffen ist: Langjährige Raucher mit einer Komorbidität in Sachen Alkoholismus. Im Medinzinerdeutsch „C2H5OH-Abusus“ genannt. Oder dass auf einer Lungenkrebsstation 90% der dort auf den Tod wartenden Patienten ebenfalls Raucher waren bzw. noch sind, in letzterem Falle vorausgesetzt sie schaffen es zum Rauchen vor die Krankenhaustür zu kommen. Ob mit oder ohne Rollator, Rollstuhl oder anderer Hilfsmittel.

Was sollen die bebilderten Ekelbotschaften bezwecken? Angeblich Leute vom Rauchen abhalten, und dazu soll jedes Mittel recht sein. Die diesbezügliche Wirksamkeit ist aber mehr als zweifelhaft. Tatsächlich geht es darum, a) das Tabakrauchen weiter zu diffamieren und gesellschaftlich – gerade bei Nichtrauchern – in ein immer schlechteres Licht zu rücken, und b) um Gehässigkeit gegenüber den Rauchern.

Was heißt „Gehässigkeit“? Wer so blöd ist, für seinen eigenen Tod eine Menge Geld zu verbrennen und so deutlich zeigt, dass er schon lange nicht mehr alle Latten am Zaun hat, über den wird man ja wohl noch gepflegt den Kopf schütteln dürfen. Das hat übrigens mit „Gehässigkeit“ nichts zu tun, eher mit Mitleid. Und mein ganz besodneres Mitleid gilt jenen, die dafür auch noch Lobbyarbeit betreiben. „Suizid e. V.“ mit Vereinsziel Lungenkrebs, Herzinfarkt, Raucherbein oder Schlaganfall. Dümmer geht’s nimmer.

Und wenn gar nichts mehr einfällt, was man für das eigene kanzerogene Hobby noch so anführen könnte, werden „Studien“ erdichtet. Von einem Vereinchen, welches übrigens der Wissenschaft regelmäßig vorhält, „Junk science“ zu betreiben. Nämlich dann, wenn Wissenschaftler exakt und über jeden Zweifel erhaben nachweisen, wie gefährlich das Rauchen und das Passivrauchen sind:

Schon mal vom „Nocebo-Effekt“ gehört? Ist das Gegenteil vom Placebo-Effekt: Durch Einbildung und Ängste können Krankheiten entstehen. Wer weiß, wie viel Schaden die immer selbe Leier von den ach so bösen Gefahren des Rauchens in den letzten Jahren schon angerichtet hat. Das sagt selbst die Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“ (WDR, mit Ranga Yogeshwar). Die EU macht sich auf diese Weise schuldig an zahllosen schweren Erkrankungen, sogar an Todesfällen.

Wow, das ist ja mal eine wissenschaftlich exakte Referenzierung. Wo kann ich denn nachlesen, dass die Bilder mit einem Bronchialkarzinom, die auf Zigarettenschachteln angebracht sind, eben diesen Lungenkrebs auslösen? Wie ist die Kausalkette? Da wäre jetzt ein entsprechender Hinweis gängige wissenschaftliche Praxis: Wer etwas behauptet, muss es beweisen. Beim „Hetzwerk“ aber wie immer diesbezüglich Fehlanzeige! Und wie üblich wird einem Käse ein weiterer nachgelegt:

Noch mehr zum Thema EU und „Gesundheitsschutz“. Einer Studie zufolge kann der Anblick von Ekelbildern bei anfälligen Personen sogar Herpes auslösen.

Und Euer ins Netz gestellter Scheiss verursacht heftige Kopfschmerzen. Alles klar, Netzwerk Rauchen?

Richtig blöd wird es, wenn die Macher dieses üblen Bockmistes witzig sein wollen:

Hurra, das „Raucherbein“ ist zurück. Früher standardmäßig immer erwähnt als kleiner Bruder des Lungenkrebses, hatte es zuletzt an Prominenz eingebüßt. Vielleicht, weil es gar nicht so sehr direkt mit dem Tabakgenuss, sondern eher mit Diabetes und Fettstoffwechselstörungen zu tun hat? Man spricht übrigens auch von der „Schaufensterkrankheit“, insofern gehören auch Schaufenster zur Gruppe der Betroffenen.

OK, man mag das witzig finden. Wer auf Krücken oder Rollator angewiesen ist, weil er nach 30 Jahren „Rauchgenuss“ so derart verstopfte Beinarterien hatte, dass das Gewebe nekrotisch wurde und abstarb, findet es wohl nicht ganz so lustig. Die Realität ist dann eben doch nicht unbedingt erheiternd:

„Raucherbein“ oder „Schaufensterkrankheit“ heißt die periphere arterielle Verschlusskrankheit im Volksmund. Einmal, weil diese Form der Durchblutungsstörung vorwiegend Raucher betrifft, zum anderen, weil die Betroffenen regelmäßig beim Gehen durch heftige Schmerzen im Bein zum Anhalten und Stehenbleiben gezwungen werden. Die Erholungspause nutzen sie unauffällig zum Betrachten von Schaufenstern. (Regensburger Ärztenetz)

Und auch die dümmliche Geschichte von „Franz Fernidnand Raucher“ als Namensgeber der Krankheit ist nicht tot zu kriegen:

P.S.: Das Raucherbein, so hält sich hartnäckig ein Internet-Mythos, ist nach seinem Entdecker, dem Mediziner Franz Ferdinand Raucher (1864-1930) benannt.

Kleiner Tipp: Einfach mal in den „Pschyrembel“ schauen und nach „Prof. Raucher“ suchen!

Man könnte jetzt diesen kaum mehr zu steigernden Hirnriss stundenlang fortsetzen. Die Seite des „Netzwerk Rauchen“ ist voll davon. Ich habe dazu jedoch keine Lust mich weiter mit diesem intellektuellen Dünnpfiff zu beschäftigen. Schauen Sie sich den Quatsch selber an, falls noch Bedarf besteht. Hier nochmal der URL: https://www.ihr-uns-auch.de/ und dann in die „Online Galerie“ gehen. Dort wird dann erschreckend klar, was Drogen gepaart mit individueller Dummheit und Uneinsichtigkeit in Einzelfällen anrichten können.

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Ronald Blumberg – Neuer Qualmblödsinn aus Radevormwald

Ronald Blumberg aus Radevormwald gehört, das wissen Sie als regelmäßige Leser meines Blogs, nicht gerade zu den knusprigsten Chips in der Tüte. Die grandios hirnrissigen Einlassungen, die der Mann in den letzten Jahren ins Internet gestellt hat, füllen ganze Seiten meines Blogs. Jetzt hat der Kampfraucher, der sich auch schon mal als Verfassungsrechtler profilieren wollte und mit den „Helmut-Partys“ einen der derbsten Lacherfolge der letzten Jahre in der Diskussion um den Nichtraucherschutz ablieferte, neuerlich zugeschlagen:

Ronald Blumberg - Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Ronald Blumberg – Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Was hat der Mann, der sich auf facebook als Zigaretten rauchendes Schwein darstellt, denn da nun wieder ausgegraben?

Die Antwort kurz und knapp: Eine Studie hat herausgefunden, dass wer regelmäßig zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, sein Lungenkrebsrisiko steigert.

Jetzt ist Blumberg, wie bereits geschildert, nicht die allerhellste Kerze auf der Torte. Denn beim Lesen der Studienergebnisse sowohl auf dem verlinkten Artikel als auch im Abstract, hätte ihm folgendes auffallen können: Die angebliche Risikosteigerung am Bronchialkarzinom zu erkranken um 50% (und nicht AUF 50%!) betrifft zwar vor allem Nichtraucher. Die haben aber von allen Menschen grundsätzlich erst einmal das niedrigste Lebenszeitrisiko für Lungenkrebs. Dieses liegt im Mittel bei 0,5-1%, also 1 bis 2 von ca. 200 Personen. Durch eine Risikosteigerung von 50% (wohlgemerkt bei der Langzeitaufnahme von vielen Lebensmitteln mit hohem glykemischen Index!) steigt das Risiko dann im Laufe seines Lebens einen Lungenkrebs als Nichtraucher zu entwickeln auf 0,75% an. Also auf 1,5 bis 3 von 200 Personen.

Diese nichtauchenden aber fehlernährten Pesonen leiden dann oft bedingt durch die Fehlernährung, unter starkem Übergewicht. So sind die Erkenntnisse nicht neu, weiß man doch seit vielen Jahren, dass Adipositas ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen darstellt. Dass dies nun auf den LK erweitert wurde, überrascht nicht wirklich.

Raucher hingegen haben bereits durch ihren Tabakkonsum ein Lebenzeitrisiko zwischen 10 und 20% an Lungenkrebs zu erkranken. D.h. jeder 5. bis 10. Raucher wird am Bronchuskarzinom sterben. Ihr relatives Risiko steigt aber durch einen hohen glykämischen Index der bevorzugten Nahrungsmittel laut der Studie „nur“ um 31% an. Was zuerst als eine Entwarnung gelten mag, ist aber bei näherer Betrachtung kein wirklicher Nutzen, denn das Grundrisiko der Raucher für Lungenkrebs ist bereits alleine durch das Rauchen sehr hoch. Ein wenn auch geringerer Risikoaufschlag bleibt allerdings immer eine Risikoerhöhung.

Wenn man also die Begriffe „absolutes Risiko“ und „relatives Risiko“ nicht sauber voneinander trennen kann, kommt  man leicht auf Abwege. Dass Blumberg diese Sachverhalte nicht mal ansatzweise versteht, beweist sein Kommentar unter dem Artikel:

Ron Blum Das hätte M. P-L wohl nicht gedacht …
(Quelle)

(Hinweis: Mit „M. P-L“ meint Blumberg Martina Pötschke-Langer vom dkfz, seine Erzfeindin)

 

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Wenn Tabakjunkies nicht lesen können (oder wollen)

Heute mal wieder etwas Lustiges aus der Ecke „dumm, dümmer, nikotinsüchtig“. Auf dem facebook-Kanal des bekannten „Netzwerk Rauchen“ war gerade folgende Meldung gepostet worden:

Megan Hoffmann bei "Netzwerk Rauchen" - Kein Durchblick

Megan Hoffmann bei „Netzwerk Rauchen“ – Kein Durchblick (Quelle)

 

So so, Prof. Molinard ist also „klasse“. Da hat Megan Hoffmann aber den Artikel nicht gelesen, auf den die Meldung verlinkt. Dort stehen dann nämlich so garstige Sachen wie:

[…] Die überwiegende Mehrheit der Rauchinhaltsstoffe – z.B: Wasser, das wäre ein Inhaltsstoff! – ist nicht toxisch. Aber manche sind fürchterlich toxisch.

[…]denn wenn Sie rauchen, haben Sie eine chronische Vergiftung mit Kohlenmonoxid. Dann gibt es ungeheuer schlimme Kanzerogene: die Nitrosamine. Das sind ganz entsetzliche Krebserreger, schon in winzigsten Dosen.

[…]Dann hätten wir noch an gefährlichen Substanzen Kohlenwasserstoffe, Benzo[a]pyren, Naphthalin und …Benzolprodukte …

[…]Rauchen erhöht in der Hauptsache das Lungenkrebsrisiko. Ein Raucher mit einem Konsum von über 20 Zigaretten hat annähernd das 20-fache Risiko eines Nichtrauchers. Und das hört nicht von heute auf morgen auf: als ehemals starker Langzeitraucher haben Sie 10 Jahre nach der Entwöhnung noch ein doppeltes Risiko.

[…]Schließlich entwickeln Sie einen Krebs an der Stelle, wo die kanzerogenen Substanzen hinkommen. Das betrifft also Mund, Rachen, Bronchien … Also mit den sehr nikotinstarken Zigaretten, den „Boyards“ [Anmerkung d. Übs.: Boyards waren dafür bekannt, dass selbst geübte Raucher von filterlosen Gauloises davon Hustenanfälle bekamen], da hat man nicht tief inhaliert, also hat man den Krebs an den großen Bronchien bekommen. Mit den ultraleichten Zigaretten inhaliert man viel tiefer in die Lunge und entwickelt daher den Krebs in zunehmend tieferen Lungenbereichen. Dann haben Sie natürlich auch noch die Speiseröhre, weil sie ja schlucken. Und die Harnblase wäre da auch zu nennen. Weshalb die Harnblase? Weil Sie eine Konzentration im Harn haben und dann die Aggressivität stärker ist. Vielleicht noch in geringem Ausmaß alle Krebsformen, weil möglicherweise Auswirkungen auf das Immunsystem bestehen, aber die Wahrheit ist … die genannten machen es in der Hauptsache aus. Es betrifft hauptsächlich die oberen Atemwege, die Lungen und die Harnblase.

(Quelle)

Oh,oh, das wird man beim „Netzwerk Rauchen“ aber gar nicht  gerne lesen wollen. Also, liebe Megan Hoffmann, man/frau sollte dann halt schon mal weiter lesen, als nur den plakativen Satz vom Anfang!

 
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Verfasst von - 8. Dezember 2015 in Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Netzwerk Rauchen

 

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Die „Schwarze-Lungen-Lüge“-Lüge: Wie die Raucherlobby für Lungenkrebs und Raucherbein die Unwahrheit erzählt

Regelmäßig findet man auf Raucherseiten irgendwelche vermeintlichen Belege, nach denen angeblich Wissenschaftler oder Mediziner gesagt haben sollen, dass Rauchen unschädlich sei. Es werden Zitate und Namen präsentiert, die Seriosität vorspiegeln sollen. Auch wenn das Material angesichts des dargebotenen Bullshits wirklich schwer zu glauben ist, sollte man der Sache mal konkret nachgehen. Sieht man dann aber gezielt nach, erkennt man schnell, dass hier seitens der Raucherlobby massiv gelogen bzw. die Wahrheit verdreht wird. Ein Beispiel, das in die facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ von einem „Frank Schneidereit“ eingestellt wurde. Er hält die dort gemachten Aussagen für „vernünftig“. Recherchieren ist wohl nicht unbedingt die Sache des Herrn Schneidereit.

Die

Die „Schwarze-Lungen-Lüge“-Lüge (Quelle)

Gehen wir ins Detail und untersuchen die gemachten Aussagen.

Erster Textauszug:

Dr. Victor Buhler, Pathologist at St. Joseph Hospital in Kansas City: “I have examined thousands of lungs both grossly and microscopically. I cannot tell you from exmining a lung whether or not its former host had smoked.”

Forscht man nach dem Ursprung des Zitats von „Dr. Victor Buhler“ erhält man im Internet kein Ergebnis. Zumindest keines, wo dies der angebliche Urheber nachweislich gesagt hat. Man findet hingegen Dutzende Raucherseiten, die dieses angebliche Zitat nachplappern. Weiterhin findet man eine Seite einer amerikanischen Lokalzeitung. Dort wird gesagt, dass Dr. Victor Buhler bereits im Oktober 1983, also vor 32 Jahren, verstorben ist (Link). Der Verdacht liegt also mehr als nahe, dass hier einem Menschen, der dies nun wirklich nicht mehr richtig stellen kann, einfach ein Zitat untergeschoben werden soll.

Gleiches gilt auch für den angeblichen „Dr. Duane Carr“, der folgendes gesagt haben soll:

“Dr. Duane Carr – Professor of Surgery at the University of Tennessee College of Medicine, said this: “Smoking does not discolor the lung.”

Dr. Duane Carr hat es zwar auch gegeben, aber auch der ist bereits lange verstorben. Er erlag bereits im Jahre 1993 einer längeren Krankheit (Quelle). Die gleiche Lügenmasche wie oben also.

Ein dritter Fall aus dem obigen facebook-Auszug:

‚Nearly 80% of people diagnosed with lung cancer now, in 2012, are non-smokers.‘

Schlägt man den Link auf, der unter der Aussage steht, findet man diese Aussage nirgendwo im Text bestätigt. Die Webseite beschreibt eine Ärztin, die sich für Krebskranke einsetzt. Es erscheint auch unvorstellbar, dass sich eine Fachperson mit solch einer hanebüchenen Aussage in die Öffentlichkeit trauen würde. Im Gegenteil. Sieht auf den am Textanfang verlinkten Seiten zum Thema „Lungenkrebs“ nach, findet sich dort ein Artikel welcher sich mit den Risikofaktoren für das Bronchialkarzinom befasst. Dort steht u. a. zu lesen:

Smoking is responsible for at least 80% of lung cancer deaths in the United States. (Quelle)

Hier tritt die Zahl „80%“ zwar auf, aber in einem vollständig gegenteiligen Zusammenhang. Das obige Zitat von „Smokers Against Discrimination“ ist offenbar eine komplette Fälschung. In die Welt gesetzt nur zur gezielten Desinformation.

Wir haben hier also ein sehr sprechendes Beispiel vor uns, wie die Raucherlobby gezielt Falschinformationen in die Welt setzt und vorsätzlich lügt, um Glauben zu machen, Personen aus dem Kreis der Wissenschaft hätten das Rauchen als unbedenklich angesehen oder verträten die Auffassung, dass es keine Gesundheitsschäden verursache.

 

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Krebs als vermeintlicher Zufall?

Notorische Suchtraucher suchen immer mehr oder weniger abstruse Ausflüchte, um zu erklären, dass ihre Sucht mitnichten zu lebensgefährlichen Auswirkungen führen kann. Kettenraucher Helmut Schmidt sei über 90, andere Dinge (Atomverseuchung, Sonneneinstrahlung, Straßenverkehr etc. etc.) seien weit gefährlicher und Rauchen schütze angeblich vor Parkinson und Alzheimer. Die neueste Sau, die durch das Raucherdorf getrieben wird, ist nun “Krebs ist reiner Zufall!“. Wie kommt das?

Amerikanische Wissenschaftler haben verschiedene Gewebe, namentlich deren Stammzellen, untersucht und eine funktionale Abhängigkeit der Krebsinzidenz in den Geweben von der Teilungshäufigkeit der dort vorhandenen Stammzellen festgestellt. Je häufiger sich Zellen innerhalb einer bestimmten Zeit teilen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort ein Tumor entsteht. Soweit so gut. Kommt es zu einer Zellteilung mit malignen Tochterzellen, nannten die Forscher dies „bad luck“. Und aus diesem Begriff leiteteten einzelne Journalisten ab, dass „bad luck“ der einzige Grund für das Entstehen von Krebs sei. In der Presse wurde das Ergebnis daher so verkürzt: Ob jemand an Krebs erkranke oder nicht, sei reiner Zufall. Und dem ist dann eben nicht so.

Tumoren entstehen durch Defekte während der Replikation der DNA. Es handelt sich um Übertragungsfehler bei der Teilung einer Zelle die in einer bestimmten Anzahl von Fällen vorkommen und die in der Regel durch das körpereigene enzymatische Reparatursystem beseitigt werden oder, wenn dies nicht möglich ist, wird die Zelle durch den gezielten Zelltod (Apoptose) eliminiert. In einigen Fällen bleibt aber eine sich unkontrolliert teilende Tumorzelle übrig, die vor dem endgültigen Umwandeln in eine Krebszelle mehrere Zwischenstadien durchläuft.

Die Frage ist nun, wie es zu diesen DNA-Replikationsfehlern kommt. Und da spielt einerseits der Zufall eine Rolle aber andererseits, und das wird von der Süchtigenfraktion gerne außer acht gelassen, auch die Zufuhr von kanzerogenen Stoffen. Denn diese erhöhen die Mutationsrate in den Zellen ganz erheblich. Das Ergebnis ist u. a. eine Überlastung des körpereigenen Reparaturmechanismus mit einer gesteigerten Wahrscheinlichkeit, dass aus einer einstmals gesunden Zelle eine Tumorzelle entsteht.

Und genau hier setzt das Problem mit dem Rauchen wie auch allen anderen Kanzerogenen (z. B. chemische oder radioaktive Stoffe bzw. ionisierende Strahlung) an. Wer beipsielsweise raucht, führt seinem Körper über lange Zeit hohe Dosen an mutagenen Substanzen zu. Damit setzt er eine deutlich höhere Anzahl von DNA-Defekten als der Nichtraucher. Betroffen sind insbesondere jene Gewebe, die einen intensiven Kontakt mit den krebsauslösenden Stoffen haben. Wie z. B. die Lunge. In der Folge steigt daher auch die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung des Rauchers im Vergleich zu jener des Nichtrauchers stark an. Natürlich bleibt auch eine Zufallskomponente, denn nicht jeder Raucher entwickelt z. B. einen Lungenkrebs. Andere Raucher sterben hingegen bereits mit 40 Jahren am Bronchialkarzinom.

So ist z. B. zu erklären, dass das Lebenszeitrisiko eines Rauchers einen Lungenkrebs zu entwickeln im Mittel 1:6 bis 1:10 beträgt, für den Nichtraucher dieses aber nur bei ca. 1:250 liegt.

Diesen Sachverhalt hätte man auch der Studie der amerikanischen Wissenschaftler herauslesen können. Dort wurden nämlich Gewebe untersucht, die keiner Zufuhr von Kanzerogenen ausgesetzt waren. Denn eine Exposition mit einem krebserzeugenden Stoff hätte das Ergebnis der Untersuchung natürlich ganz erheblich verfälscht.

Weiter hätte man ebenfalls herauslesen können, dass immerhin 1/3 der Krebserkrankungen doch auf heriditäre und umweltbezogene Einflüsse wie Lebensstil (u. a. Rauchen, Übergewicht) zurückgehen:

[…] These results suggest that only a third of the variation in cancer risk among tissues is attributable to environmental factors or inherited predispositions. […]
(Quelle http://www.sciencemag.org/content/347/6217/78)

Krebs ist also kein reiner Zufall, wie Suchtraucher nun vermehrt behaupten, sondern das Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit an bestimmten Krebserkrankungen zu leiden teilweise ganz erheblich. Ob man dann in seiner durch Rauchen klassifizierten Risikogruppe krank wird oder nicht, ist zwar letztlich dem Zufall unterworfen. Aber die signifikante Erhöhung des Risikos ob es zur Erkrankung kommt oder nicht setzt der Raucher durch sein Verhalten. Rauchen ist eben wie russisches Roulett. Allerdings mit wesentlich mehr Kugeln in der Trommel.

 
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Verfasst von - 16. Juni 2015 in Lungenkrebs, Rauchen

 

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Michael Löb vom „Netzwerk Rauchen“ und der Morbus Parkinson

Wenn Michael Löb, derzeitiger Vorsitzender der Nikotinistenorganisation „Netzwerk Rauchen e. V.“ mit Sitz in Worms nichts mehr einfällt, was man noch „pro Lungenkrebs und Raucherbein“ veröffentlichen könnte, dann holt der Mann eben mal eben einen 12 Jahre alten Artikel aus dem Hut:

Michale Löb vom

Michale Löb vom „Netzwerk Rauchen“: Blödsinn zur Parkinsonprophylaxe (Quelle)

Man ist ja von den Mitstreitern des Suizidalvereins „Netzwerk Rauchen“ einiges an Hirnrissigkeit gewohnt. Aber das, was man hier von Löb bekommt, ist schon, um mal am Thema zu bleiben, „Starker Tobak“. Wenn es denn wirklich so wäre, dass Raucher weniger Risiko in sich tragen, an Morbus Parkinson zu erkranken als Nichtraucher, was bringt es ihnen dann? Wenn man bereits mit 50 oder 60 vom Bronchialkarzinom dahingerafft wird, mit 60 oder 65 den Herzinfarkt erleidet oder mit knapp 70 an COPD röchelnd und zyanotisch aus dem Leben scheidet, war die „Parkinsonprophylaxe“ mittels Tabakinhalation wahrscheinlich nicht die allerbeste Idee.

Aber diese schlichte Erkenntnis scheint Löb intellektuell zu überfordern. Ansonsten hätte er diesen Bockmist vermutlich nicht gepostet. Ein kleiner Hinweis noch: Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Nikotin die Dopaminkonzantration im Gehirn (die bei Patienten mit Morbus Parkinson bis zu 90% unter denen eines Gesunden liegen kann) erhöht. Dieses Nikotin kann aber auch anders auf genommen werden. Denn es ist mitnichten eine Hochdosiszuführung an Nikotin vonnöten wie sie beim Rauchen stattfindet. Bereits ein regelmäßiger geringer Verzehr an Nachtschattengewächsen wie Paprika oder Tomate kann helfen:

So ließ sich für zwei bis vier Mahlzeiten mit Peperoni pro Woche ein um 30 Prozent reduziertes Parkinsonrisiko berechnen – unter der Voraussetzung wohlgemerkt, dass die Angaben der Teilnehmer tatsächlich auch stimmen. Die Gemüse haben einen Dosiseffekt Insgesamt zeigt sich ein Dosiseffekt: Je mehr Nachtschattengewächse jemand isst, umso geringer ist nach diesen Berechnungen das Risiko für Parkinson. (Quelle: Ärztezeitung)

Von Tomaten, Peperoni und Co. bekommt man jedenfalls keinen Krebs. Im Gegenteil. Diese Pflanzen wirken sogar protektiv. Was man von Zigaretten, Zigarren und anderem Rauchzeugs nicht behaupten kann. Außerdem stinken sie nicht so bestialisch wie Tabaksqualm..

 
 

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Vereinsziel Lungenkrebs (Teil I): Das „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“

In Deutschland kann jeder einen Verein gründen und sich im Rahmen der Vereinsarbeit für fast jedes denkbare Ziel einsetzen. Egal ob Sport-, Kultur-, Brauchtums-, Technik-, Förder- oder sonstiger Verein. Wer nicht gerade kriminelle Ziele verfolgt kann nach dem Vereinsrecht seine Zulassung beantragen und erhält sie dann i. d. R. auch.

Auch so abstruse Vereinsziele wie der eigene Frühtod gehen durch. Statt Kaninchen- eben Karzinomzüchterverein. Von dieser zweifelhaften „Freiheit“ machen unsere „Genussfreunde“ dann auch gerne Gebrauch. Wer allerdings vereinsmäßig für das Rauchen eintritt und sich damit für Lungenkrebs, Raucherbein und das sozialverträgliche Frühableben engagiert, muss dies besser unter einem Namen tun, der eben jene Assoziationen vermeidet, die man gemeinhin mit dem Rauchen in Verbindung bringt. Dinge wie Sucht, Krankheit und Tod sind daher bei der Namensgebung absolut tabu. Positiv besetzte Begriff sind „in“. Also nennen sich die kleinen, oft nur aus wenigen Mitgliedern bestehenden Nikotinistenvereine beispielsweise „Bund mündiger Bürger“, „Verein zur Bewahrung der bayerischen Wirtshauskultur“, „Bündnis für Freiheit und Toleranz“ oder „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“. Die meisten dieser Vereinchen haben nur ein sehr kurzes Leben (wie auch ihre Gründer bzw. Mitglieder, denn es ist bekannt: „Raucher sterben früher“). Auf das sehr kurze Leben eines dieser Splittergrüppchens, genannt das „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“, wollen wir heute ein kurzes Schlaglicht werfen.

Nach meinen Recherchen dürfte das hier zu besprechende „Komitee“ nur eine Handvoll Mitglieder gehabt haben. Die meisten sind aus den einschlägigen Raucherforen bei facebook bekannt: Nicolai Kosirog, Gerald „Radi“ Rademacher, Manfred Engelhardt, Dr. Monika Müller-Klar, Aykut Egeli, Uwe Steinbach, Brigitte Königsfeld-Lemper, Jürgen Harder (Vorsitzender), Bodo Seitz, der Rechtschreibexperte Uwe Knuth.

Gegründet würde das Pro-Krebs-Grüppchen „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte“ am 3. August 2013 in Düsseldorf als Antwort auf das dort geltende strenge Nichtraucherschutzgesetz (Link):

Manfred Engelhardt: Als Aachener Sprecher der Initiative gegen das totale Rauchverbot in NRW darf ich für die Aachener Delegation festhalten, dass wir dieses Treffen und die darin erzielten Ergebnisse als durchaus fruchtbringend ansehen. Wir sind dabei! Gez. Manni Engelhardt – Rauchverbot | Rolling Stones Club Aachen / Stolberg

Ein Logo, wenn auch dilettantisch gemacht, war schnell entworfen:

Logo des "Komitees zur Wahrung der Bürgerrechte"

Logo des „Komitees zur Wahrung der Bürgerrechte“ (zum unverpixelten Original)

Welche Bürgerrechte genau diese Damen und Herren bewahren wollten, wurde nie öffentlich besprochen. Es ging immer nebulös um „Freiheiten“. Und einzig und alleine das „Recht“ und die „Freiheit“ immer und überall zu rauchen, war konkretisiert worden. Aber um mehr ging es diesen Herrschaften ja auch nie. Dafür wollte man politisch eintreten.

Welche Instrumente der öffentlichen Meinungsbildung wollte „das Komitee“ nutzen, um den Bürgerrechten, pardon, den Raucherrechten, zur Geltung zu verhelfen?

Nun, zum einen war dies das Standardinstrument der politischen Artikulation, nämlich die Demonstration. Hier regelmäßig als „Großdemo“ bezeichnet. Aber leider ging dieser Versuch (wie immer) komplett in die Hose. Denn zur „Großdemo gegen das Rauchverbot“ liefen, wie üblich, nur ein paar Dutzend Leute auf. Der „Pressesprecher“ Manfred Engelhardt beliebte daher zu vermelden:

Manfred Engelhardt: ..gestern fand unsere II. Demonstration hier in Aachen gegen das GRÜN/ROTE-TOTALRAUCHVERBOT in NRW statt. Die Demo-Teilnehmer-Zahl blieb weit unter unserer Erwartungshaltung zurück. Die Zusagen, die uns die Gastwirte und Gäste im Vorfeld gemacht haben, ließen uns auf die 15-fache Teilnehmerzahl hoffen.  (Quelle)

Der Versuch, öffentlich gegen den Nichtraucherschutz eine signifikante Anzahl Personen zu mobilieren, ging also glatt in die Hose. Dies erscheint auch logisch. Denn schließlich ist für Menschen, die nicht einmal den Weg zur Kneipentür beschwerdefrei zurücklegen können um dort zu rauchen, die Bewältigung einer 2 bis 3 km langen Demostrecke absolut illusorisch. Also blieb man gepflegt zuhause und trug den Protest wie üblich auf facebook vor.

Aber auch trotz dieser Pleite ließ Engelhardt nicht locker. Er droht gnadenlos Rache an:

Manfred Engelhardt: Mit sehr vielen Aktionen, die jetzt noch folgen werden, machen wir deutlich, dass wir weder vergeben noch vergessen werden.  (ebd.)

Oh, oh, da konnte man ja wirklich Angst bekommen, was Manni und seine Mannen noch aushecken wollten. Aber ich kann sie beruhigen, liebe Leser: Es kam, wie üblich, nichts. Oder nein, doch nicht ganz! Denn nach ca. einem weiteren Jahr folgte dann die zweite Demo. Und egal ob die erste „Großdemo“ eine Pleite war oder nicht, der nächste Aufmarsch der Lungenkrebsfreunde wurde wieder als „Großdemo“ deklariert. Denn wer meint, Raucher seien lernfähig, der irrt ganz gewaltig:

Manfred Engelhardt: : …am Freitag, den 09. Mai 2014, ab 16.00 Uhr, SPD-Unterbezirksbüro, Heinrichsallee 52, Aachen, findet mit einer Auftaktkundgebung unsere II. Großdemonstration gegen das totale GRÜN/ROTE-NRW-Rauchverbot hier in Aachen statt… (Quelle)

Dann gab es allerdings fast einen Eklat, weil die Stadt Aachen freundlich draufhin wies, dass bei der Abschlussveranstaltung in einer Kneipe (so viel zumThema „Großdemo“!) selbstverständlich das gesetzliche Rauchverbot gelten würde und man ggf. auch kontrollieren würde:

Gerald „Radi“ Rademacher: “OFFENER BRIEF an die Medien:

Aachener Stadtverwaltung setzt Veranstalter von Demonstration und Rock gegen
Rauchverbot unter Druck. Laut den Aussagen des Veranstalters der Demonstration gegen das Nichtraucherschutzgesetz und der Veranstaltung „Rock gegen Rauchverbot“ sowie den beigefügten Schriftsätzen, versucht die Stadtverwaltung in Aachen eine angemeldete und bereits genehmigte Demonstration und Versammlung nach Art. 8 des Grundgesetzes zu unterdrücken. Es wurden der Veranstalter, sowie auch eine beteiligte Wirtin, mit Androhungen so unter Druck gesetzt, dass letztendlich die Veranstaltung „Rock gegen Rauchverbot“ kurzfristig abgesagt werden musste. […]
(Quelle)

Der Unterzeichner Gerald Rademacher, ein ehemaliger Gastwirt und heutiger LKW-Fahrer, ist übrigens neben dem allseits bekannten Ronald Blumberg jener Hobbyjurist, der sich die denkwürdigen „Helmut-Partys“ ausgedacht hatte. Hier wurde unter konsequenter Nichtbeachtung aller rechtlichen Sachverhalte und juristischer Grundkenntnisse tatsächlich behauptet, dass man unter Berufung auf Art. 8 GG (Versammlungsfreiheit) in Kneipen trotz Nichtraucherschutzgesetz rauchen können soll. Auf diesen rechtlichen Bockmist bin ich hier im Blog regelmäßig eingegangen (Link).

Apropos „juristischer Bockmist“. Rademacher textete weiter im Namen des „Komitees“:

Gerald „Radi“ Rademacher: Es wird hier genauso verfahren, wie mitunter bei den sogenannten Helmut Partys schon mehrfach zu beobachten war, dass Wirte und Beteiligte einer Versammlung nach Art. 8 GG so eingeschüchtert werden, dass sie im Endeffekt klein beigeben und ihre Veranstaltung auflösen oder gar absagen. Es wurden in dem Zusammenhang schon mit hohen Bußgeldern und sogar mit Konzessionsentzug gedroht. Dies ist unseres Erachtens ein Eingriff in das Grundrecht, was diesen Behörden gar nicht zusteht. In diesem Zusammenhang erwägen wir eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft, wegen Eingriffs in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Hierzu verweisen wir auf § 21 VersG sowie auf § 344 StGB. (ebd.)

Was aus der Anzeige gegen die Stadt Aachen geworden, das wissen wohl nur die Götter. Ganz abgesehen davon, dass der rechtliche Hinweis der Stadt Aachen doch wohl recht nett gemeint war. Man hätte auch bei der „Helmut-Party“ aufkreuzen können und der Gastronomin ein fettes Bußgeld auferlegen können, weil in ihrem Etablissement gequarzt wird, dass es kracht. Dass selbiges wohl auch geplant war, zeigt die Absage der Veranstaltung. Offenbar hatte die Dame wohl keine Lust, dass dort Leute verbotswidrigerweise rauchen und sie dann später die Zeche zahlen darf. Auf jeden Fall fand die Veranstaltung „Rock gegen Bevormundung“ nicht statt. Aber egal, Manni und seine Freunde trommelten weiter:

Manfred Engelhardt: STATEMENT DES KOMITEES ZUR WAHRUNG DER BÜRGERRECHTE: Das Komitee gründete sich im September 2013. Es verfolgt den Zweck, die Rechte des Bürgers auf Selbstbestimmung in gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen zur Geltung zu bringen. Es wendet sich gegen politische Be­strebungen der Bevormundung einzelner Bürger, einzelner Ge­sellschaftszweige sowie gegen die damit einhergehende Einschränkung verfassungsrechtlich ge­schützter Freiheitsrechte. Zu diesem Zweck strebt das Komitee eine Ver­net­zung aller Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen an, die sich für die­selben Ziele einsetzen. Vorrangiges Ziel ist zur Zeit die Relativierung des per 1.5.2013 in Kraft getretenen Rauchverbots in Gaststätten und das  Einleiten eines diesbezüglichen Volksbegehrens zur Änderung des NiSchG NRW. Seit Januar 2014 ist das Komitee ein eingetragener Verein, womit die notwendigen organisatorischen und struk­tu­rellen Grundlagen geschaffen wurden, um eine Vernetzung verschiedener Interessensgruppen zu gewährleisten. (Quelle)

Eines muss man Herrn Engelhard bescheinigen. Die Heißluftpumpe lief damals auf Hochtouren. In schwülstiger Sprache unter Verwendung eines stark gewöhnungsbedürftigen Satzbaus trommelte der Mann aus Aachen für Lungenkrebs und Herzinfarkt. Allerdings war das Ergebnis, wie bereits erläutert, regelmäßig sehr mager:

1. Das geplante Volksbegehren gegen das NRW-Rauchverbot fand nicht statt. Zum einen aus Geldmangel, zum anderen weil sich die beteiligten Gruppen massiv zu bekriegen begannen (Link1, Link2, Link3, Link4). Hier findet sich der Abgesang unterzeichnet von unserem bekannten Nikotiniker Ronald Blumberg aus Radevormwald:

Ronald Blumberg:Betr.: Volksbegehren und „NRWgeniesst“

Seit Januar 2014 liegt das Volksbegehren „Nichtrauchen-Rauchen-Wahlfreiheit“ unter Führung von NRWgeniesst „mangels Mitteln“ offiziell auf Eis, bis irgendwann „nach dem Sommer“ …

Infolge einer Studie, deren Ergebnisse im Februar im kleinen internen Kreis bekannt gegeben wurden, gab es Ende Juni 2014 ein inoffizielles und vertrauliches Treffen von hochrangigen möglichen Sponsoren und potenziellen logistischen und organisatorischen Unterstützern. Dazu eingeladen wurden Detlef Petereit (für NRWgeniesst), Fr. Dr. Monika Müller-Klar (Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte, BfT), und Ronald Blumberg (für Bergische Bürger Initiative e.V.(BBI), und „Raucher in Deutschland“)

Unter anderem wurde klargestellt, daß das Volksbegehren von NRWgeniesst mit der bestehenden Zielgabe: „Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem 01.05.13“ nicht mehr realistisch sei, und Unterstützung nur für ein komplett neu formuliertes Volksbegehren erfolgen könne. Auch sollte festgestellt werden, ob eine Kooperation der führenden Gruppen auf gleichgestellter Basis möglich ist.

Beidem hat Petereit zugestimmt, wenn auch widerwillig. Auf dieser Basis sollte dann dieser Tage die Abstimmung der Sponsoren erfolgen. Ein professioneller Plan zur logistischen Durchführung lag bereits vor. Über die entsprechenden finanziellen Mittel in beträchtlicher Höhe sollte nun befunden werden. Im Vorfeld der Abstimmung zeichnete sich bereits eine mehrheitliche Zustimmung ab.

Und dann geschah folgendes: Im Namen von NRWgeniesst haben Christoph Lövenich und Detlef Petereit, an der offiziellen Kontaktperson vorbei, einen Brief direkt an das Gremium der Sponsoren geschrieben, der unmittelbar vor deren endgültiger Abstimmung eintraf. In diesem zweiseitigen Brief führten Lövenich und Petereit u.a. an, daß sie nicht bereit seien auf „ihr“ Volksbegehren zu verzichten. Für sie käme nur dieses und kein anderes infrage. Zudem sei klar, daß NRWgeniesst organisatorisch am besten aufgestellt, und somit prädestiniert für die führende Rolle sei, wenn sie auch darauf verzichten würden die sogenannte „Leitfigur“ zu stellen.

Dieses Schreiben führte dazu, daß das Sponsorengremium das Projekt einhellig ad acta gelegt hat, […]

Wir, die wir alle für ein VB gekämpft haben, haben diese Entscheidung 2 Personen zu verdanken: Christoph Lövenich und Detlef Petereit, die aus Egomanie, Narzissmus, Eitelkeit, Dummheit, Ignoranz, Unverschämtheit, und wer weiß welch anderen Gründen noch, uns allen diese historische Chance genommen haben!

Mit weitreichenden und unabsehbaren Folgen auch für andere Bundesländer!
Im Sinne der öffentlichen Transparenz fühle ich mich verpflichtet, die Verhaltensweise von NRWgeniesst bekannt zu machen, obwohl die Gespräche vertraulich waren. Denn einen derartigen Skandal darf man nicht verheimlichen! Weitere Einzelheiten werden allerdings nicht bekannt gegeben!

Ronald Blumberg
Radevormwald, den 21.07.2014 (Quelle)

Ja, so sehen echte Gewinner aus! 😉

2. Die Schreiben, die an Politiker übergeben worden sein sollen dürften mittlerweile im Altpapier liegen. Wo sie, ehrlich gesagt, auch hingehören.

3. Eine „Petition“ gegen das Rauchverbot führte ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg. Wahrscheinlich weil bis auf ein paar Hardcoreraucher >99% der Menschen in NRW mit der rauchfreien Lösung sehr zufrieden sind. Aber immerhin haben die Leute um Manni E. ca. 66.000 Unterschriften erreicht, was in etwa 0,66% der erwachsenen Einwohner von NRW entspricht. Ein beispielloser Erfolg.

Besonders erheiternd ist auch folgende Einlassung des Komitees:

[…]In Bonn besteht außerdem eine enge Verbindung zu den Karnevalsverbänden.[…](ebd.)

Na dann, „Helau“ und „Alaaf“! Aber es bietet sich hier natürlich auch eine Chance, die Außenwirkung zu verbessern:  So wäre es doch schön, wenn sich die Leute vom „Komitee“ einfach jeder eine knallrote Pappnase aufsetzen würden und dann, wenn der „Zoch kütt“, auf einem Motivwagen beim Karneval Stimmung gegen das Rauchverbot in NRW machen würden. Dort auf dem Wagen dürften sie dann auch rauchen. Um die Stimmung auf den Siedepunkt zu treiben empfehle ich das Anstimmen des Liedes „Hoch auf dem nikotingelben Wagen, sitz ich beim Lungenkrebs vorn…“ (OK, das Versmaß stimmt nicht ganz, aber darüber wollen wir mal hinwegsehen.)

Seit einigen Monaten hört man fast nichts mehr vom „Komitee“. Ich gehe davon aus, dass dieses kleine Pro-Lungenkrebs-Grüppchen mittlerweile sanft entschlafen ist. Was ich auch nicht weiter als bedauerlich empfinde.

 

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