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Archiv der Kategorie: Kinder und Passivrauch

„Netzwerk Rauchen“ empört: Richterin verbietet Eltern, ihr Kind vollzurauchen!

Unglaublich! Eine englische Richterin hat sich erdreistet, einem „genussfreudigen“ Elternpaar das Sorgerecht über ihr Kind zu entziehen, weil diese die Bude (Wohnung kann man es wohl nicht nennen, doch davon später) bis unter das Dach vollgequalmt haben und dieses Verhalten trotz Ermahnung durch die Behörden nicht abstellen wollten. Liest man den zugehörigen Zeitungsartikel in englischer Sprache, wird einem erschreckend klar, was der Kleine durchmachen musste.

Der Junge ist laut dem Bericht zwei Jahre alt. Er leidet an Atemproblemen. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes sagte, sie sei in 10 Berufsjahren nie in einer derart vollgeräucherten Wohnung gewesen. Sie stellte bei einem Besuch fest, dass der Raum so stark mit Rauch angefüllt gewesen sei, dass sie selbst kaum hätte atmen können. Die Wohnung machte insgesamt einen dreckigen,stinkenden und unhygienischen Eindruck. Der Vater habe zudem erhebliche Drogenprobleme. Die mit dem Fall befasste Richterin Louise Pembleton stellte fest, dass der Junge überdies einen Inhalator zur Behandlung seiner Atembeschwerden benötigt und dass er vom starken Rauch in der Wohnung massiv beeinträchtigt wird. Eine Adoptionsfreigabe sei daher der einzige Weg, den kleinen Jungen aus der seine Gesundheit gefährdenden Umgebung zu bringen, auch wenn dies eine harte Entscheidung gegen die Eltern sei.

Derlei Ungeheuerlichkeit muss natürlich die nachhaltige Empörung des „Netzwerk Rauchen“ nach sich ziehen:

„Netwzerk Rauchen“: Im englischen Fall stützte sich das Gericht auf eine Jugendamtsmitarbeiterin (Antiraucherin?), die über Rauchwolken in der Wohnung der Familie klagte und schenkte der Mutter keinen Glauben. Netzwerk Rauchen hatte schon vor Jahren die Behauptung, Rauchen in Gegenwart der Kinder sei schädlich bzw. für deren Gesundheit gefährlich, untersucht. Wir haben in unserer Publikation „Macht Passivrauchen Kinder krank?“ festgestellt, dass an dieser propagandistischen Panikmache zur Entnormalisierung des Rauchens wissenschaftlich nichts dran ist. (Quelle)

Na, da haben wir es doch. Die Dame vom Jugendamt, die bescheinigt hat, dass die Unterkunft wohl mehr einer Gaskammer ähnelt als einer Wohnung, war wahrscheinlich eine „Antiraucherin“. Wahrscheinlich sogar eine „faschistoide“. Und „Netzwerk Rauchen“ hat natürlich „wissenschaftlich“ festgestellt, und einen entsprechenden Text veröffentlicht, dass Rauchen in der Wohnung für Kinder vollkommen ungefährlich ist. Eine Auseinandersetzung mit diesem Schwachsinn habe ich hier geführt. Das pseudowissenschaftliche Pamphlet besteht i. W. nur aus Zahlenverdrehereien und anderen dümmlichen und leicht durchschaubaren Taschenspielertricks. Im Wesentlichen fußt die These, dass Passivrauchen für Kindern ungefährlich sei, darauf, dass man ein statistische Signifikanz erst ab einer relativ hohen Steigerung des Relativen Risikos annimmt. Der Faktor liegt zwischen 2 und 3. Es wird einfach postuliert, dass die epidemiolgische Forschung das so sehe. Punkt. Aus. Ende.

Die ernsthafte Forschung kommt zu ganz anderen Ergebnissen:

As part of a longitudinal study of the respiratory health effects of indoor and outdoor air pollutants, pulmonary function, respiratory illness history, and symptom history were recorded at 2 successive annual examinations of 10,106 white children living in 6 cities in the United States. Parental education, illness history, and smoking habits also were recorded, along with the fuel used for cooking in the child’s home. Maternal cigarette smoking was associated with increases of 20 to 35% In the rates of 8 respiratory illnesses and symptoms investigated, and paternal smoking was associated with smaller but still substantial increases. Illness and symptom rates were linearly related to the number of cigarettes smoked by the child’s mother. Illness rates were higher for children of current smokers than for children of ex-smokers. The associations between maternal smoking status and childhood respiratory illnesses and symptoms were reduced but not eliminated by adjustment for parental illness history. Levels of forced expiratory volume in one second (FEV1) were significantly lower for children of current smokers than for children of nonsmokers at both examinations and highest for children of ex-smokers. Levels of forced vital capacity (FVC) were lower for children of nonsmokers than for children of current smokers at both examinations, but the difference was statistically significant only at the first examination. Both the increase in mean FVC and the decrease in mean FEV1 among children of current smokers were linearly related to daily cigarette consumption.
Quelle

Die Einsekundenkapazität (FEV1) bei Kindern, die Passivrauch ausgesetzt sind, war im Gegensatz zu nicht exponierten Altersgenossen signifikant schlechter. Dieser Wert misst die Luftmenge, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Bei ständiger Reizung der Lungen durch Schadstoffe bilden sich Verengungen in den Bronchien, die den Luftfluss behindern. Daher sinkt der Quotient dQ/dt ab. Mehr Studien zum Thema “Kindergesundheit und Passivrauch” gibt es bei Google Scholar. Dort kann man eine große Zahl Studien (und das nicht nur zum Zusammenhang von Atemwegserkrankungen bei Kindern als Folge des Passivrauchens, sondern auch zu Mittelohrentzündung und anderen gesundheitlichen Störungen) finden, die der Auffassung des “Netzwerk Rauchen”, eine Passivrauchbelastung sei für Kinder total unkritisch, einiges entgegengehalten:

  • ETS increases both the prevalence and the severity of asthma. (Link)
  • Illness and symptom rates were linearly related to the number of cigarettes smoked by the child’s mother. Illness rates were higher for children of current smokers than for children of ex-smokers. (Link)
  • Passive smoking is associated with dose-related impairment of endothelium-dependent dilatation in healthy young adults, suggesting early arterial damage. (Link)
  • Weitere
Besonders der immer wieder nachgewiesene Dosis-Wirkungs-Zusammengang indiziert klar einen Zusammenhang zwischen der jeweiligen Gesundheitsstörung und der Passivrauchexposition.
Ein schlimmer Fall aus der Praxis soll das traurige Schicksal von vollgequalmten Kindern verdeutlichen:

 

„Mindestens 10 Mal in 3 Jahren haben wir der Familie geraten, nicht in Gegenwart ihrer 5 und 7 Jahre alten Kindern zu rauchen. Die Kinder kamen immer wieder mit Ohrinfektionen, Husten, Bronchitis und Asthma in unsere Klinik. Zwei Monate nach einem Besuch bekam das jüngere Kind eine Lungenentzündung. Wir behandelten sie erfolgreich mit Antibiotika und Inhalationen. Den Eltern gaben wir den dringenden Rat, nicht mehr in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen. Die Eltern weigerten sich allerdings, diesen Rat anzunehmen.

[..]

Kurze Zeit später kam das jüngere Kindern wieder in die Notaufnahme mit einer Lungenentzündung. Sie musste mehrere Tage auf der Kinderintensivstation verbleiben, bis sich ihr Zustand besserte. Von 10 Erwachsenen,die mit ihren Kindern im Wartezimmer saßen, waren 6 starke Raucher. (Quelle)“

Fazit: Man ist ja einiges gewöhnt von den militanten Kampfrauchern des “Hetzwerkes”. Aber dass sich die pathologische Rücksichtslosigkeit dieser Leute mittlerweile nicht nur gegen erwachsene Menschen richtet, die den aerosolen Giftgasmüll der Raucher nicht einatmen wollen, sondern man nun auch wehrlose Kinder in Wohnungen nicht verschont, weil man meint, Rauchen gehören einfach “dazu”, das verusacht schon körperliche Übelkeit. Die krankhaften Egomanen der Kampfraucherfraktion schrecken nicht einmal davor zurück, aus ihrem widerlichen Egoismus heraus, ihre eigenen Interessen nach Befriedigung ihrer Drogensucht über elementare Bedürfnisse anderer Menschen zu stellen. Ganz einfach weil sie zu faul, zu träge oder schlicht zu dumm sind, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen. Oder weil es ihnen an sozialer Intelligenz mangelt. Und damit es auch eine Rechtfertigung für dieses kranke Ansinnen gibt, werden dümmliche und pesudowissenschaftliche Texte ersonnen, wie der oben angeführte mit dem Titel “Macht Passivrauchen Kinder krank?”. Dieses Verhalten ist an Widerlichkeit kaum mehr zu steigern.

 

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