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„Raucher in Deutschland“ – Rassistische Hetze gerade mal wieder „voll im Trend“

Dass in der facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ nicht gerade die geistige Elite unseres Landes versammelt ist, ist bekannt. Im Gegenteil. Die Personen, die sich dort betätigen, dürfte man überwiegend der Unterschicht zuordnen können. Erkennbar an einer häufig hochgradig defekten Rechtschreibung und an der ebenso lautstarken wie stark vereinfachenden Behandlung von Tagesthemen lässt sich deutlich ableiten, dass differenziertes Denken bei den dort sich äußernden Damen und Herren ein eher ambitioniertes Verhalten darstellen würde. Offenbar wird es deshalb einfach unterlassen. Und wie alle Unterschichtler ist auch rassistische Hetze bei den Damen und Herren aus der genannten facebook-Gruppe an der Tagesordnung.

Die heute zu besprechende Orgie der Entleisungen kondensiert an einem Artikel aus der „Berliner Zeitung“. Dort wird ein Interview mit dem ehemaligen Richter am BVerwG Michael Bertrams geführt. Thema des Gesprächs ist die zunehmende Bereitschaft von Gruppen innerhalb der Muslime in Deutschland, ihre Streitigkeiten mithilfe von „Friedensrichtern“ auf der Basis der Scharia außerhalb des deutschen Rechtswesens zu lösen. Dies könne dazu führen, so Betram, dass sich eine Paralleljustiz in Deutschland entwickele, die einerseits das Gewaltmonopol des Staates bedrohe und die andererseits nach Rechtsgrundsätze urteile, die in unserer Verfassung keinen Platz hätten. Diese unstreitig wichtige Diskussion wird dann von den in „Raucher in Deutschland“ schreibenden Personen in übelster Weise für ausländer- und islamfeindliche Hetze missbraucht. Und zwar ohne auch nur mit einem Wort auf das Interview und die dahinter sich befindende Sachproblematik einzugehen. (Quelle)

Frank SchneidereitMir sagt auf keinen Fall irgend ein hergelaufener Molem/ Islamist was ICH in MEINER Heimat zu tun oder zu lassen habe. Wenn es denen nicht past geh do hin wo du hin gehoerst. Ein moslemisches Land Deinen Wahl, aber bitte verpisst Euch.

Herr Schneidereit erleidet hier bereits beim ersten Versuch einer Auseinandersetzung mit dem Sujet eine herbe Niederlage. Denn erstens hat weder ein „hergelaufener Moslem“ noch ein „Islamist“ ihm zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat. In dem Text war übrigens das Thema, dass Muslime unter sich ihre Streitigkeiten in Deutschland mit der Scharia zu regeln suchen. Zumindest in Einzelfällen. Herr Schneidereit dürfte aber kaum in diese Personengruppe fallen.

Und wenn dieser „hergelaufene Moslem“ aus dem Beispiel es, zweitens, doch versuchen sollte, auf das Verhalten von Herrn Schneidereit einzuwirken, so gibt es verschiedene Rechtsmittel, dieses abzuwenden. Würde Herr Schneidereit beispielsweise, was unwahrscheinlich ist, auf der Straße von einem „hergelaufenen Moslem“ angesprochen und z. B. auf seinen nicht „halal“ gemäßen Zigarettenkonsum angesprochen, so wäre die korrekte Erwiderung, dass den „hergelaufenen Moslem“ dies eben nichts angeht. Wobei man derlei auch freundlich und ohne rassistischen Unterton sagen kann. Und damit sollte die Sache erledigt sein.Und falls nicht, gibt es Rechtsmittel, sich gegen derartige Ansprachen, so sie die Grenze der zulässigen Meinungsäußerung verlassen, zu erwehren. Ganz abgesehen davon, dass Herr Schneidereit in seinem Kommentar die Begriffe „Moslem“ und „Islamist“ in unzulässiger Weise gleichsetzt.

Weiterhin macht Herr Schneidereit den Fehler und wendet lediglich sein eigene Rechtsauslegung an. Und die heißt eben „Ausländer raus!“. Den Widerspruch erkennt er nicht. Die Anwendung der Scharia kann in Deutschland ungesetzlich sein, z. B. was bestimmte Korporalstrafen oder die Ungleichbehandlung von Mann und Frau betrifft. Aber ebenso ist es ungesetzlich, Personen aus dem Land werfen zu wollen, nur weil mir deren Meinung nicht passt. Aber „Toleranz“ war ja bei Rauchern noch nie ein Thema.

Übrigens, auch der bekannte verhaltensauffällige Raucherkativist Ronald Blumberg aus Radevormwald ist wieder dabei, wenn es um Hetze geht:

Ron Blum Wenn man sich einen Hund in die Wohnung holt, dann darf man sich über Flöhe nicht wundern

und

Ron Blum … und es waren Flöhe, die damals die Pest in Europa verbreitet haben!

Ja, dieser Blumberg ist der ungekrönte König des Ungeziefervergleiches. „Rauchgegner sind Ratten“ und „Muslime sind Flöhe“. So sieht die Welt eines „toleranten Rauchers“ aus.

Ronald Blumberg - Ausländerfeindliche Hetze

Ronald Blumberg – Ausländerfeindliche Hetze

Es kann einem wirklich übel werden, bei dem öffentlichen Vorbringen dieser Leute.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 18. September 2014 in Frank Schneidereit, Ronald Blumberg

 

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