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Werner Niedermeier (aka „Aranita“) – reingelegt!

11 Jan

Werner Niedermeier aus Karlsfeld bei München war früher einer der ganz großen im Qualmbusiness. Mit seinem Blog „rauchernews.de“ war er über Jahre hinweg das Sprachrohr für die Freunde von Lungenkrebs und Raucherbein. Leider ist es um den Mann diesbezüglich sehr still geworden. Er hat seinen Kampf die Windmühlen des Nichtraucherschutzes wohl aufgegeben, der liebe Werner. Aber auf Sendung ist er immer noch. Auf seinem Blog „aranita.blog“ betätigt er sich schreibend und liefert so etwas, was entfernt an politische Kommentare erinnert. Aber weil Werner nun mal nicht der hochbegnadete Schreiber ist (das war er nie), lesen sich seine Ergüsse eher zähflüssig, um nicht zu sagen langweilig. Aber eines mag der Mann aus Bayern: er lamentiert fortwährend gegen den Zeitgeist, gegen „Gendersprech“, „Quotenwahn“ und andere Zeitgeistthemen mehr. Und man merkt dabei, dass der Mann ziemlich depressiv drauf sein muss.

In einem seiner letzten Beiträge versuchte er herzuleiten, dass das Wort „Neger“ im Prinzip doch in Ordnung sei:

Dabei ist das Wort „Neger“ ja völlig wertfrei, Martin Luther King, dem man ja selbst beim besten Willen nicht unterstellen kann, dass er Rassismus betrieben hat, sprach immer von „Negro“, wenn er über seine Rasse sprach. Das Wort wurde erst durch Sprachfaschismus zu einem „bösen“ Wort.

Tja, wenn man keine Ahnung hat… Also, lieber Werner, „Negro“ ist nun mal nicht „Neger“ (OK, jeder mit einem IQ über 80 kommt da von alleine drauf), Negro hatte eine andere Bedeutung und existierte neben dem Wort „Nigger“, welches eindeutig einen die Schwarzen Amerikaner beleidigenden Charakter hat und welches wiederum von „Negro“ abgeleitet war. Und warum glaubst Du nennen sich die Amerikaner, deren Vorfahren aus Afrika kamen,  heute (40 Jahre nach MLK) fast ausschließlich  „Afro-Americans“? Na, Werner, schon mal nachgedacht?

Und, Wernerchen, wenn Du schon von „Faschismus“ redest, warst Du es nicht, der Rauchgegner gerne im Internet früher auch als als „Faschisten“ bezeichnet hat (Link1 Link2)?

Natürlich gab es Idioten, die „Neger“ auch als Schimpfwort benutzten. Dafür kann das Wort aber nichts.

Natürlich nicht. Nur wenn Du Begriffe als problemlos bezeichnest, die auch von Neonazis gerne ins Feld geführt werden, um Menschen afrikanischer Herkunft zu schmähen, sagt das doch eine Menge über Deine Grundgesinnung aus, oder?

Es geht aber auch anders. Ein Wort, welches ursprünglich sogar überwiegend negativ gemeint war, ist das Wort „schwul“. Doch die schwule Gemeinschaft kreischte nicht „homophob“ und „verbieten“, sondern sie verwendete das Wort „schwul“ selbst als Beschreibung ihrer Sexualität. Damit nahm sie gekonnt den Hetzern den Wind aus den Segeln.

Wernerchen und wie bitte erklärst Du, dass das Wort „schwul“ bei männlichen Jugendlichen heute ein ziemlich übles Schimpfwort ist? Ich wollte Dir Deine rosarote Brille nicht herunterreißen, oder vielleicht doch. Nein, eigentlich wollte ich nur zeigen, dass Du keine Ahnung hast und nur dummes Zeug schreibst. Weil Du krampfhaft versuchen willst, gegen den von Dir gehassten Genderismus und bestimmte Sprachregelungen anzuschreiben.

Mal ganz allgemein: Die Verhunzung der deutschen Sprache durch Gendersternchen, -unterstrich & Co. mag die eine Sache sein. Als Sprachpurist stößt mir dieser Quatsch auch auf. Aber wenn man schon gegen Sprachregelungen aufbegehrt, sollte man sich bei jedem angegriffenen Begriff genau überlegen, wie dieser zu werten ist. „Neger“ ist heute nun einmal ein Neonazibegriff gegen Menschen afrikanischer Herkunft. Ähnlich wie der Begriff „Kanaken“, was in der hawaiianischen Ursprache schlicht „Mensch“ bedeutet. Aber wer heute zu einem Ausländer „Kanake“ sagt, meint eben die beleidigende moderne Begriffsinterpretation. Und sonst gar nichts.

Beim Menschen gibt es zudem, zumindest vom Standpunkt der Zoologie (also einer anerkannten Wissenschaft) her betrachtet keine „Menschenrassen“. Was die Nazis in ihrem Rassenwahn noch behauptet hatten und dafür nie einen Beweis antreten konnten, der einer wissenschaftlichen Prüfung hätte standhalten können. Also sollte man sich heute auch nicht Nazivokabular zu eigen machen.

OK, beenden wir unsere Besprechung des Niedermeierschen Unsinns hier. Aber ein kleiner Gag am Rande soll noch erwähnt werden. Ein kurzer, von mir verfasster und als Leserbrief getarnter Text, wurde von einem „faschistoiden Rauchgegner“ aus meinem Umfeld als Kommentar bei Werner eingestellt:

aranitablog1

Der Text ist eine Abwandlung aus einem Biologiebuch mit einer eigenen Bewertung des Sachverhaltes. Aber was kommt heraus, wenn man von jeder Zeile den ersten Buchstaben nimmt und zu einem Aussagesatz zusammenfügt?

Die Antwort gibt es hier.

Muhahahaha!

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4 Kommentare

Verfasst von - 11. Januar 2017 in Uncategorized

 

4 Antworten zu “Werner Niedermeier (aka „Aranita“) – reingelegt!

  1. Dick Rauch

    11. Januar 2017 at 22:22

    Das ist eine hervorragende Zusammenfassung von dem, das auf „Aranitas Gedanken“ stattfindet. Werner betreibt investigativen Journalismus erster Güte aus Sicht eines (auf)rechten Piraten, der in Teilen mit seiner Partei gebrochen hat. Leider kommt trotz sensationeller Enthüllungen immer nur todlangweiliger Quatsch heraus, der nicht einmal eine gewisse Eigenkomik aufweist.
    Der abschließende Gag ist ausgesprochen nett und wahrscheinlich das Beste, das es je auf Werners Blog gab. Er hätte von mir sein können. Mal sehen, wie lange Werner den Kommentar noch online lässt.

     
  2. Dave Berg

    12. Januar 2017 at 09:53

    Lese ich was von Werner, denke ich immer an „Verbotsstaat 2012“, das verkannte oscarverdächtige Filmmonument mit dem denkwürdigen Satz „aah, Telefon…“ (Szene bei 1:15) !

    Ach, das waren noch Zeiten, was haben wir gelacht, aber heute…

     
  3. Lachender Frischluftfan

    19. März 2017 at 11:05

    Wer möchte nicht einmal herzhaft lachen oder wenigstens unterdrückt prusten?

    Mein Zwerchfell wurde jedenfalls heute morgen beim Brötchenholen arg durch einen Raucher strapaziert, der auf seinem Balkon das Kunststück geschafft hat, mit Zigarette im Mundwinkel deutlich vernehmbar als „Unterhaltungs-Dienstleister“ für den halben Straßenzug zu husten!

    Mein Gott (stöhn) – warum raucht der eigentlich noch?
    Der ist doch sowieso schon ein überaus genialer Meister der modernen Hustentechnik!
    Ein Non plus ultra der Perfektion, das nicht mehr zu toppen ist.
    Das kann kein Halbgott noch weiter optimieren.

     
    • Peter Rachow

      19. März 2017 at 11:46

      Dazu fällt mir folgender Spruch ein, aus „Apollo 13“, leicht abgewandelt:

      „HUSTEN, wir haben ein Problem!“ 😉

       

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