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Ronald Blumberg – Neuer Qualmblödsinn aus Radevormwald

11 Mrz

Ronald Blumberg aus Radevormwald gehört, das wissen Sie als regelmäßige Leser meines Blogs, nicht gerade zu den knusprigsten Chips in der Tüte. Die grandios hirnrissigen Einlassungen, die der Mann in den letzten Jahren ins Internet gestellt hat, füllen ganze Seiten meines Blogs. Jetzt hat der Kampfraucher, der sich auch schon mal als Verfassungsrechtler profilieren wollte und mit den „Helmut-Partys“ einen der derbsten Lacherfolge der letzten Jahre in der Diskussion um den Nichtraucherschutz ablieferte, neuerlich zugeschlagen:

Ronald Blumberg - Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Ronald Blumberg – Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Was hat der Mann, der sich auf facebook als Zigaretten rauchendes Schwein darstellt, denn da nun wieder ausgegraben?

Die Antwort kurz und knapp: Eine Studie hat herausgefunden, dass wer regelmäßig zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, sein Lungenkrebsrisiko steigert.

Jetzt ist Blumberg, wie bereits geschildert, nicht die allerhellste Kerze auf der Torte. Denn beim Lesen der Studienergebnisse sowohl auf dem verlinkten Artikel als auch im Abstract, hätte ihm folgendes auffallen können: Die angebliche Risikosteigerung am Bronchialkarzinom zu erkranken um 50% (und nicht AUF 50%!) betrifft zwar vor allem Nichtraucher. Die haben aber von allen Menschen grundsätzlich erst einmal das niedrigste Lebenszeitrisiko für Lungenkrebs. Dieses liegt im Mittel bei 0,5-1%, also 1 bis 2 von ca. 200 Personen. Durch eine Risikosteigerung von 50% (wohlgemerkt bei der Langzeitaufnahme von vielen Lebensmitteln mit hohem glykemischen Index!) steigt das Risiko dann im Laufe seines Lebens einen Lungenkrebs als Nichtraucher zu entwickeln auf 0,75% an. Also auf 1,5 bis 3 von 200 Personen.

Diese nichtauchenden aber fehlernährten Pesonen leiden dann oft bedingt durch die Fehlernährung, unter starkem Übergewicht. So sind die Erkenntnisse nicht neu, weiß man doch seit vielen Jahren, dass Adipositas ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen darstellt. Dass dies nun auf den LK erweitert wurde, überrascht nicht wirklich.

Raucher hingegen haben bereits durch ihren Tabakkonsum ein Lebenzeitrisiko zwischen 10 und 20% an Lungenkrebs zu erkranken. D.h. jeder 5. bis 10. Raucher wird am Bronchuskarzinom sterben. Ihr relatives Risiko steigt aber durch einen hohen glykämischen Index der bevorzugten Nahrungsmittel laut der Studie „nur“ um 31% an. Was zuerst als eine Entwarnung gelten mag, ist aber bei näherer Betrachtung kein wirklicher Nutzen, denn das Grundrisiko der Raucher für Lungenkrebs ist bereits alleine durch das Rauchen sehr hoch. Ein wenn auch geringerer Risikoaufschlag bleibt allerdings immer eine Risikoerhöhung.

Wenn man also die Begriffe „absolutes Risiko“ und „relatives Risiko“ nicht sauber voneinander trennen kann, kommt  man leicht auf Abwege. Dass Blumberg diese Sachverhalte nicht mal ansatzweise versteht, beweist sein Kommentar unter dem Artikel:

Ron Blum Das hätte M. P-L wohl nicht gedacht …
(Quelle)

(Hinweis: Mit „M. P-L“ meint Blumberg Martina Pötschke-Langer vom dkfz, seine Erzfeindin)

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4 Antworten zu “Ronald Blumberg – Neuer Qualmblödsinn aus Radevormwald

  1. Nieraucher

    11. März 2016 at 16:30

    Als ich das gestern gelesen hab, hab ich auch kurz überlegt, ihm den Sachverhalt zu erklären. Hab mich dann aber lachend dagegen entschieden, um meinen Account bei ihm nicht in Gefahr zu bringen. Ich wusste ja, dass man sich auf dich verlassen kann.

     
  2. Düyüzoyıl Püffkü

    11. März 2016 at 20:38

    Es reicht den Kampfrauchern, wenn sie irgendwo lesen, es gäbe für Lungenkrebs auch andere Auslöser als das Rauchen. Oder dass Nichtraucher angeblich häufiger betroffen wären. Schon schmecken Kippe und Pfeife wieder. Mit Prozentrechnungen haben es die Raucher auch nicht so:
    Ronnie hat 100 Euro in der Tasche . Bei der Raucherpause findet er einen 50-Euro-Schein. Damit hat er nachweislich 50 % mehr Geld. Später verliert er den Schein wieder. Macht nichts, denkt sich Ronnie, ich habe nun zwar ein Drittel, also 33,3 %, meines Geldes verloren, aber da ich vorher um 50 % erhöht hatte, bin ich immer noch um 16,7 % im Plus.

     
  3. Noch_ein_Leser

    12. März 2016 at 14:02

    Immerhin gibt es bei den Tabakfreunden *endlich* mal wieder etwas zum Bejubeln! Man erkennt sofort: Ein wenig „gegenseitige Rücksichtnahme“ und das bisschen Qualm ist überhaupt kein Problem mehr:

    http://www.derwesten.de/staedte/velbert/posse-um-raucherlaubnis-am-wuppertaler-landgericht-aimp-id11645665.html

     

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