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Ronald Blumberg – Wenn Raucher wirklich jeden Unsinn glauben

12 Jun

Ronald Blumberg, der aggressive und verhaltensauffällige Raucheraktivist aus Radevormwald ist sicher kein großer Denker. Aber dass der Mann auf jeden Unsinn hereinfällt, und sei er noch so hanebüchen, ist wirklich schon peinlich. Und noch peinlicher wird es, wenn man etwas vom „Honigmannblog“ zitieren muss. Und oberpeinlich, dass der Artikel bereits 2013 erschienen ist. Dies kann man dann einzig noch als intellektuellen Offenbarungseid auffassen:

Ronald Blumberg - Ein Mann der wirklich jeden Unsinn glaubt

Ronald Blumberg – Ein Mann der wirklich jeden Unsinn glaubt (Quelle)

Der „Honigmann“ heißt in Wirklichkeit übrigens Ernst Köwing und verbreitet in seinem Blog u. a. krude Verschwörungstheorien sowie rechtsradikale Thesen (Quelle psiram). Köwing ist u. a. ein rechtskräftig vorbestrafter Volksverhetzer und Holocaustleugner. Also durchaus jemand auf den sich Ronald Blumberg, in dessen facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ regelmäßig ausländerfeindliche und rassistische Kommentare gepostet werden und ungelöscht stehen bleiben, berufen kann.

Neben vielen anderen haarsträubenden Verschwörungstheorien vertritt Köwing auch die Ansicht, Lungenkrebs werden nicht überwiegend durch das Rauchen verursacht sondern habe andere Gründe. Er beruft sich dabei u. a. auf „sott.net“, einem ebenfalls hanebüchenen Blog mit wissenschaftlich vollkommen unhaltbaren Aussagen. Unter anderen seien lt. Köwing bzw „sott.net“ die wahren Ursachen für Lungenkrebs Radioaktivität, Radarstrahlen und Mikrowellen (wobei Radarstrahlen zu den Mikrowellen gezählt werden, was aber nicht jeder wissen muss). Einige der haarsträubenden Aussagen aus dem Artikel, auf den Ronald Blumberg verlinkt:

„Honigmann“ aka Ernst Köwing: Japan und Griechenland haben die höchste Anzahl an erwachsenen Zigarettenrauchern weltweit aber die niedrigste Lungenkrebsrate. […] (Quelle)

Dass dies blanker Unsinn ist habe ich bereits vor einigen Jahren widerlegt. Ein Abdruck meines Artikels aus dem Jahre 2012 liegt hier: (Link zum Artikel)

Weiterhin behauptet Köwing:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Im frühen 20. Jahrhundert rauchte beinahe jeder Zweite, aber die Vorfälle von Lungenkrebs blieben so niedrig, dass sie fast unmessbar waren. Dann passierte am 16. Juli 1945 etwas Außergewöhnliches: Ein entsetzlich verheerendes Ereignis, das westliche Regierungen schlussendlich dazu bringen würde, die Sichtweise auf das Rauchen für immer zu verzerren.

Auch dies ist purer Unsinn. Denn die Aussage berücksichtigt nicht die lange Latenzzeit bei der Entstehung eines Lungenkrebses:

„Lungenärzte im Netz“: Mit dem ansteigenden Zigarettenkonsum unter erwachsenen Männern seit den 20er Jahren stieg auch – um ein paar Jahrzehnte verspätet – die Anzahl Todesfälle infolge Lungenkrebs. (Quelle)

Einige wissenschaftlich ungebildete Personen scheinen der Auffassung zu sein, dass sich ein Bronchialkarzinom binnen weniger Monate, maximal wenige Jahre, entwickelt. Die Latenzzeit des Lungenkrebs liegt jedoch im Bereich einiger Jahrzehnte. Dies erklärt das Nacheilen der Lungenkrebsinzidenz zur Raucherquote. Aber es geht noch schlimmer was die Argumentation betrifft. Laut Aussage von Köwing sollen mehr Nichtraucher als Raucher an Lungenkrebs sterben:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Viele Leute fragen, wie es kam, dass diese rauchenden Mäuse von den tödlichen radioaktiven Teilchen geschützt waren, und erst recht, warum reale Statistiken heutzutage zeigen, dass weit mehr Nichtraucher als Raucher an Lungenkrebs sterben.

Offenbar lässt Köwing seine Kristallkugel die Zahlen sprechen. Die Wissenschaft hat andere Daten:

„Lungenärzte im Netz“: Bei Rauchern, die über 20 Jahre täglich mehr als 20 Zigaretten rauchen, entwickeln gegenüber Nie-Rauchern 20 Mal häufiger ein Bronchialkarzinom  . Beim so genannten „Raucherkrebs“ findet man alle bekannten Arten von bösartigen Tumoren vor: Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinome und kleinzellige Karzinome. (ebd.)

Und warum das ganze dumme Geschwätz von der Radioaktivität als dem „wahren Auslöser“ des Lungenkrebs höchstgradiger Bullshit ist, habe ich hier dargelegt: (Link zu raucherdossiers). Besonders abstrus mutet die Erklärung von Köwing an, warum Rauchen denn nun angeblich vor Lungenkrebs schützen soll:

Honigmann“ aka Ernst Köwing: Professor Sterling von der Simon Fraser Universität in Kanada ist möglicherweise am nahesten an der Wahrheit, wo er Forschungsarbeiten benutzt um zu begründen, dass Rauchen die Bildung einer dünnen Schleimschicht in den Lungen fördert, „welche eine schützende Schicht formt, die jedes Krebs-übertragende Teilchen daran hindert, in das Lungengewebe einzudringen.“

Ich weiß ja nicht, welches Fachgebiet dieser „Professor Sterling“ bearbeitet, Medizin oder Atomphysik können es nicht sein. Nein, es war Informatik. Denn sonst wüsste der Mann, dass sich vielleicht Alphateilchen durch eine dünne Schutzschicht abschirmen lassen. Betateilchen hingegen nicht. Die würden auch durch eine dünne Schleimschicht mühelos durchdringen und im unterliegenden Gewebe ihr Zerstörungswerk durchführen können. Aber vielleicht nimmt der Raucher ja selektiv nur Alphastrahler auf.

Aber das mit der Schleimschicht beim Raucher in der Lunge mag stimmen: Raucher leiden oft unter chronischen Entzündungen der Atemwege. Dies führt zu einer vermehrten Schleimabsonderung, die sich u. a. als der berüchtigte Raucherhusten maifestiert. Aber von einer Schutzwirkung gegen radioaktive Partikel kann man hier wohl kaum ausgehen.

So ist es nicht verwunderlich, dass wissenschaftlich gänzlich unbeleckte Raucher wie Ronald Blumberg einen derartigen Unsinn für bare Münze nehmen. Hauptsache es zeigt, dass das Rauchen nicht nur ungefährlich ist sondern sogar einen protektiven Effekt hat. Aber wie gesagt, wenn man keinen Verstand hat, muss man ihn auch nicht ausschalten. Und so feiert der Hirnriss im Internet mal wieder eine Riesenparty.

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6 Kommentare

Verfasst von - 12. Juni 2015 in Raucherunsinn, Ronald Blumberg

 

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6 Antworten zu “Ronald Blumberg – Wenn Raucher wirklich jeden Unsinn glauben

  1. Noch_ein_Leser

    12. Juni 2015 at 23:42

    ‚Und warum das ganze dumme Geschwätz von der Radioaktivität als dem “wahren Auslöser” des Lungenkrebs höchstgradiger Bullshit ist‘

    Vorsicht! Radioaktivität könnte tatsächlich ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Lungenkrebs sein! 😉

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/warum-tabak-radioaktiv-ist-ein-rauch-wie-roentgenaufnahmen-pro-jahr-1.857291
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/polonium-in-zigaretten-muell-in-der-kippe-1.631801

    Aber ich vermute, so genau will der Braunberg das garnicht wissen 😉

     
    • Peter Rachow

      13. Juni 2015 at 10:25

      Stimmt. Aber für unsere Freunde vom Raucherprekariat nochmal zur Klarstellung: Die Radioaktivität, die hier gemeint ist, ist jene aus Po-210 welches die Tabakpflanze akkumuliert und nicht jene Strahler, welche durch Atomtests und Kernunglücke in Form von radioaktivem Fallout auftreten.

      Po-210 entsteht durch radioaktiven Zerfall von Rn-222, welches überall aus dem Boden austritt im Rahmen der Uran-Radium-Zerfallsreihe. Eine Schachtel Kippen pro Tag entspricht dabei in etwa der Strahlenbelastung von einer Röntgenaufnahme des Brustkorbes pro Tag. 365 Schachteln im Jahr = 365 mal Brustkorbröntgen.

       
  2. Dick Rauch

    13. Juni 2015 at 08:41

    „Rauchen schützt vor Lungenkrebs“ ist die mit Abstand dümmste Aussage von Nikotinikern, die ich je gehört habe. Warum nicht gleich „Saufen heilt die Leber“ oder „Selbstmord rettet Leben“?

     
  3. sherlogg

    13. Juni 2015 at 09:00

    By the way, dieser rechtsradikale Köwing ist ein vorbestrafter Volksverhetzer.

    Mehr über die Reichsdeppen gibt es hier:

    https://reichsdeppenrundschau.wordpress.com/2014/02/03/der-honigmann-ist-nunmehr-ein-vorbestrafter-volksverhetzer/

     
    • Nieraucher

      13. Juni 2015 at 10:46

      Ja und? Damit hat der Blumberg doch kein Problem, ob jemand rechtsradikal ist. Hauptsache er ist pro Rauchen! Der würde auch die Zschäpe zitieren und ihr applaudieren, wenn sie entsprechendes von sich gäbe.
      Schau dir doch die Leute in seiner Gruppe mal an, allen voran Kai Schwarzer und Erich Tachlinski und jetzt neu dieser komische Schlupp vom grünen Stern (Jörg Schlupper). Die überbieten sich doch gegenseitig mit Rassismus und rechtem Gedankengut.

       

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