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Nachruf

28 Feb

Ein Beitrag von Destruxol

Der Bildschirm zeigt eine waagrechte Linie, begleitet von einem langgezogenen Piepton und dem betroffenen Kopfschütteln des Notarztes. Der Patient zeigt keine Herz- und Hirnaktivitäten mehr. Tot, aus, vorbei. „Wären wir eher gerufen worden, hätten wir vielleicht noch etwas machen können.“ wird der Notarzt noch sagen, bevor er seinen Koffer ins Auto lädt und abfährt. 2 Tage später steht die Todesanzeige in der Zeitung.

Wir trauern um das Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte e. V."

Wir trauern um das „Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte e. V.“ – Möge es in Frieden ruhen!

Das Leben des Komitees, es war kurz und erfüllt. Gegründet im August 2013, der Hochzeit des Raucherwiderstands, war es ein angesehenes Mitglied im Reigen der Rauchervereine.

Zentrales Organ des Komitees waren dabei die sogenannten «Pressemitteilungen». Davon hat das Komitee während seiner kurzen Schaffenszeit von 16 Monaten immerhin 9 (!) Stück auf die Homepage und auf Facebook gestellt, aber tatsächlich in der Presse abgedruckt wurden sie nie. Verantwortlich für die Schriftstücke waren die sogenannten Presseräte, die dieser Aufgabe allerdings im Juni 2014 das letzte Mal nachgekommen sind.

Dabei hat das Komitee noch viel mehr zu bieten. Im September 2014 waren es vorrangig die Mitglieder des Komitees, die in einem organisierten Mini-Shitstorm gegen das Volksbegehren von NRW-Genießt hetzten und es damit schließlich zu Fall brachten. Auch hier vergeblich. Die Medien berichteten zwar über den Niedergang des Volksbegehrens, aber würdigten die Leistung des Komitees dabei mit keiner Silbe. Für uns Nichtraucherschützer unverständlich!

Auch bei den Demonstrationen war das Komitee stets bemüht, die Ziele im Wesentlichen zu erreichen. Erinnern wir uns an den ersten Demoaufruf zur «Landesweiten Zentraldemo» am 14. September 2013 in Düsseldorf. Das Ziel von 10.000 Demonstranten wurde zwar klar verfehlt, aber wenigstens war die Demo nicht so schlecht besucht wie die beiden letzten Veranstaltungen des Komitees im Mai 2014. Wobei bei der verpatzten Wahlveranstaltung im Brückenforum Bonn immerhin das Komitee vom Bonner General-Anzeiger als Mitveranstalter erwähnt wurde!

Und so sitze ich vor dem PC und frage mich, wie wohl in Zukunft ohne Komitee sein wird? Es ist schwer vorstellbar. Aber wenn ich die Homepage besuche, dann tauche ich ein in die gute alte Zeit. Der Kalender zeigt noch immer die letzten 3 Monate des Jahres 2014, ganz so, als wäre der tragische Tod des Komitees niemals eingetreten. Ich lese die Ankündigung, dass man für das Jahr 2014 noch Konzerte in Düsseldorf und NRW plant und freue mich sogar darauf, obgleich mir auch schmerzlich bewusst ist, dass es diese Konzerte nicht geben wird.

Weniger schön dagegen der Anblick der verlassenen Facebookgruppe des Komitees. Während man hier früher feingeschliffene Pressemitteilungen und anregende Diskussionen gegen das Rauchverbot lesen konnte, wird die Gruppe nun von abgestürzten Gestalten bevölkert, denen das Ende des Komitees arg zugesetzt hat. Ein kümmerliches Individium sticht dabei besonders ins Auge.

screenshot

Bekleidete es zu Lebzeiten des Komitees noch angesehene Ämter und durfte dessen Verlautbarungen schreiben, vergeudet es nun seine mageren Schreibkünste damit, Lügengeschichten über Nichtraucherschützer zu erfinden und diese auf pseudosatirischen Facebookseiten zu teilen.

Mit dem Gefühl des Fremdschämens wende ich mich ab. Möge das Komitee im Limbus der Rauchervereine freundlich aufgenommen werden und seine Mitglieder wieder eine sinnvollere Beschäftigung finden.

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9 Antworten zu “Nachruf

  1. Noch_ein_Leser

    2. März 2015 at 15:47

    Dass Du die „Chromosomen-Kastraten“ auch immer ärgern musst! 😉

    http://news.doccheck.com/de/76266/raucher-die-chromosomen-kastraten/?profession=arzt&context=taxonomy

     
  2. KoNi

    2. März 2015 at 18:32

    Mein Therapeut hat mir geraten auf diese Provokation nicht zu antworten. Ihr seid doch nur neidisch, weil euch jemand mit euren eigenen Waffen bekämpft. Aber jetzt seht ihr mal wie es ist, wenn jemand jeden Satz von euch aufgreift und eure Namen durch den Dreck zieht!

    Und an Dex: Schick endlich mal eine ladungsfähige Adresse an unseren Anwalt, damit wir dir den Arsch aufreisen können!

     
  3. Marathon Manni

    8. März 2015 at 19:13

    Das Komitee ist nicht tot! Wir sind so energiegeladen wie ein Wachkomapatient auf Valium und werden dies auch beweisen!

    Wir werden bis zur Landtagswahl 2017 unsere Arbeit verstärkt fortsetzen! Also wenn jemand wieder ein Volksbegehren zur Abschaffung des Rauchverbots einleitet, werden wir es wie gewohnt torpetieren!

    Im Sommer 2015 und 2016 wird es Konzerte geben. Also so ist es zumindest geplant, falls das Ordnungsamt nicht wieder unsere Wirte einschüchtert und diese sich dann ans Rauchverbot halten müssen.

    Auch im Vorfeld der Landtagswahlen 2017 wird es verstärkte Aktionen geben. Zur Not fordere ich jeden Antiraucher höchstpersönlich zu einem Wettlauf in der Marathondistanz heraus! Oder zu einem Tanzwettbewerb! Und meinetwegen auch zum virutellen Schwanzvergleich!

    Und zu guter Letzt: Auch unsere Homepage wird wieder attraktiviert werden! Inhalt wird es dann zwar immer noch nicht geben, aber dafür schaut sie dann wieder so gut aus, wie die Scheintoten aus der Raucherbewegung!

    Weitere Informationen demnächst!

     
  4. Destruxol

    15. März 2015 at 13:03

    Das Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte e.V. zeigt wieder Aktivität. Oder auch nicht, denn die Webseite wurde aus dem Netz genommen. Vermutlich um sie zu überarbeiten. Aber machen wir uns nichts vor:

    DER PATIENT BLEIBT TOT, AUCH WENN MAN DEN SARG NEU ANSTREICHT!

     
    • Peter Rachow

      7. März 2017 at 21:37

      Tja, wieder ein Pro-Lungenkrebs-Verein, den es nicht mehr gibt. Der Kampf der „United Qualmkaspers of Germany“ ist verloren, die Protagonisten sterben weg, kommen nicht mehr aus dem Haus oder haben einfach resigniert. Gibt es eigentlich das „Netzwerk Rauchen“ noch?

       

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