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„intertabac“ in Dortmund: Die Killerbranche stellt aus

20 Sep

Die „intertabac“ in Dortmund hat vor kurzem ihre Tore geöffnet. Auf der nach eigenen Angaben weltgrößten Fachmesse für Tabakprodukte präsentieren dieses Jahr fast 500 Aussteller bis zum 21. September alles, was man für den „Selbstmord auf Raten“ braucht. Ob Zigarren, Pfeifen nebst zugehörigem Tabak oder Zigaretten. Alles, was der Nikotinabhängige zur Suchtbefriedigung benötigt, ist im Angebot. Inklusive Lungenkrebs, Raucherbein, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nur die Beerdigungsbranche ist nicht anwesend. Aber die kommt in aller Regel später zum Zuge. Und dies in aller Regel sehr diskret.

Um es einmal deutlich zu sagen: Eine Messe wie die „intertabac“ ist ein Anachronismus. Sie wirkt wie ein Dinosaurierer in der modernen Welt. Längst weiß man um die enorme Schädlichkeit des Tabakrauchens. Dutzende, meist tödliche Krankheiten sind mit dem „Genuss“ von „individueller Freiheit“ und „Selbstbestimmung“ verknüpft. Wer raucht, riskiert sein Leben, verbrennt sein Geld und begeht noch so manch andere Dummheit. Rauchen ist für den notortischen Verlierer. Es ist ein sinnloses Hobby für Menschen, die ihr Geld zum Fenster hinauswerfen um sich tödliche Krakkheiten damit zu kaufen.

Wir reservieren das Recht zu rauchen für die Jungen, die Dummen, die Schwarzen und die Armen„. So beantwortete vor Jahren ein Manager des amerikanischen Tabakkonzern RJ Reynolds die Frage, warum keiner der Manager dieses Unternehmens rauche. Dem ist eigentlich nichts hinzufügen. Außer vielleicht der Tatsache, dass sich diese menschenverachtende Branche gerade mal wieder in Dortmund trifft um weltweit neue Handelsbeziehungen für ihre tödlichen Produkte aufzubauen, neue Vertriebswege zu erschließen und neue Kunden anzufixen.

Denn diese Branche hat ein Problem. Sie tötet die Konsumenten ihrer Produkte. Alleine in Deutschland bringt die Tabakindustrie  jeden Tag über 350 ihrer treuesten Kunden um. Dies bedeutet, dass mindestens die gleiche Anzahl an jungen Kunden jeden Tag zur Droge finden muss, damit die Profite nicht einbrechen. Das ist in der Tat ein sehr ambitioniertes Unterfangen.

Und auch wenn der Zutritt zu der Killermesse in Dortmund erst ab 18 Jahren freigegeben ist: Erstens kann man auch in diesem Lebensalter noch eine tödliche Dummheit machen und mit dem Rauchen anfangen. Und zweitens treffen sich dort eben nicht nur die Jungen sondern auch die Alten aus der Tabakbranche und machen genau die Deals mit denen man die Jungen zur Kippe bringen kann. Vorzugsweise in Asien, Afrika und Südamerika. Nämlich dort, wo die Rauchergesetze lasch sind, die Menschen arm und der Tabak nur wenn überhaupt marginal besteuert wird. Dort sind die Wachstumsmärkte einer Branche, die an Skrupellosigkeit und Menschenverachtung wohl nur durch die Waffenindustrie übertroffen wird.

Der eigentliche Skandal ist übrigens, dass diese Messe in Deutschland überhaupt noch stattfinden darf. Ihr asiatischer Ableger, die „intertabac Asia“ wurde nämlich eine Woche vor Eröffnung aufgrund internationaler Proteste abgesagt. Es ist beschämend, dass derlei in Deutschland nicht passiert. Und das ist der eigentliche Skandal. Und nicht die Tatsache, dass sich fast 500 professionelle Drogendealer dort treffen, um ihre Killerprodukte an den Mann, die Frau und auch das Kind zu bringen. Sondern dass man in diesem Land immer noch Produkte anbieten darf, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ihre Konsumenten töten.

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2 Kommentare

Verfasst von - 20. September 2014 in intertabac

 

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2 Antworten zu “„intertabac“ in Dortmund: Die Killerbranche stellt aus

  1. Paul-Dieter Gaul

    20. September 2014 at 23:27

    Ich fühle mit dir. Ein Glück das du so viel Beachtung findest

     
    • destruxol

      21. September 2014 at 10:15

      Also bei Rauchern findet er durchaus sehr viel Beachtung. Es gibt mindestens drei Facebookseiten, einen “Künstler” und zwei Blogs, die sich fast ausschließlich mit Peter beschäftigen und dort auf niedrigstem Niveau über ihn ablästern. Im Hass-Ranking der Nikotnisten dürfte er damit auf Platz 2 sein (nach Frankenberger und vor Ermer und Spatz).

       

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