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Militante Raucher und die Meinungsfreiheit

30 Aug

Die wohl durch militante Raucher am häufigsten benutzten Begriffe sind jene der „Freiheit“ und der „Toleranz“. Allerdings nicht in jenem Deutungszusammenhang, in dem nicht drogenabhängige Menschen diese Termini benutzen sondern nur dann, wenn es darum geht, möglichst immer und überall ihre giftigen Qualmwolken freisetzen zu können. Bei anderen Freiheiten, wie z. B. der Meinungsfreiheit (besonders dann, wenn Rauchgegner sie in Anspruch nehmen) ist man/frau da wesentlich zurückhaltender. Da gilt es oft, dem lästigen Meinungsgegner einfach mal das „Maul zu stopfen“, wie es der Kölner Kampfraucher Kai Schwarzer mal treffend in seiner ihm eigenen einfach strukturierten Sprache beschrieben hat.

Da werden dann Äußerungen der Rauchgegner, trotz der Tatsache, dass keinerlei Rechtsverstoß erkennbar ist, regelmäßig mit Strafanzeigen und Unterlassungsaufforderungen angegriffen. Bei öffentlich Bediensteten, wie in meinem Falle, kommt der ebenfalls untaugliche Versuch hinzu, über den Weg des öffentlichen Dienstrechtes mittels missbräuchlich formulierter Dienstaufsichtsbeschwerden den lästigen Meinungsgegner zum Schweigen zu bringen. Das Ergebnis ist immer das gleiche. Der Anspruchsteller aus dem Kreise der militanten Raucher holt sich mangels Rechtsgrundlage eine Abfuhr. Strafanzeigen werden eingestellt, Zivilverfahren werden verloren (was den Kampfraucher dann sehr viel Geld kostet) und die Dienstaufsichtsbeschwerden führen, mangels rechtlicher Begründung, nicht zum Erfolg. Aber der Wunsch, dem Menschen, der eine andere Meinungs vertritt als man selbst, den Mund nachhaltig zu verbieten, er sitzt tief.

Ein weiteres Beispiel für diesen ekelhaften Gesinnungsterrorismus: Thomas I. betreibt eine Satireseite im Internet, wo er gelegentlich auch Hardcoreraucher auf“s Korn nimmt und deren Äußerungen und Haltungen mit spitzer Feder kommentiert:

xnews Lisa Meier blickt durch bei der Kernfusion

xnews – Lisa Meier blickt durch bei der Kernfusion

Liebe Lisa, das nur ganz am Rande: So „sauber“ ist die Kernfusion auch nicht. Es entsteht nebenbei ein ganzer Teilchenzoo, bei dessen Vorbeiflug Du besser nicht in der Nähe stehen solltest. Aber Lisa Meier hat nicht nur Probleme mit den theoretischen Grundlagen der Kernfusion, sondern auch mit der Meinungsfreiheit. Besonders wenn hinter der Seite ein Rauchgegner steht:

Lisa Meier möchte "was machen" gegen einen Rauchgegner

Lisa Meier möchte „was unternehmen“ gegen einen Rauchgegner

Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage Frau Meier gegen Herrn I. vorgehen möchte. Herr I. betreibt eine satirische Internetseite in welcher er u. a. militante Raucher nach allen Regeln der Kunst vorführt. Und hier ist auch schon das Stichwort gesetzt. Es lautet „Kunst“. Satire ist eine Kunstform und die fällt, wenn die Grenzen der allgemeinen Gesetze wie z. B. des Strafrechts nicht überschritten werden, unter den Schutz des Art. 5 des Grundgesetzes, der Meinungsäußerungsfreiheit.

Was ist nun eigentlich das Problem von Frau Meier? Doch nur, dass ihr der Vortrag des Herrn I. nicht passt. Und aufgrund dieser einfachen banalen subjektiven Sichtweise möchte sie ihm mal eben eine der wichtigsten Freiheiten in einer funktionierenden Deomkratier beschneiden lassen indem sie „etwas gegen ihn unternimmt“. Ein derartiges Verständnis von Pluralismus erzeugt schon dezente Übelkeit in der Magengegend. Zumindest bei mir.

Also Lisa, dann sage ich Dir mal eben, was Du gegen den Betreiber der Satireseite „unternehmen“ kannst. Du kannst z. B. Strafanzeige stellen (geh einfach zur Polizei, frag aber vorher bei Kai Schwarzer nach was man genau beachten muss, denn der Kai hat mich mehrfach mit großem Erfolg angezeigt). Du kannst Herrn I. auf dem Zivilwege verklagen (such Dir einen Anwalt, alleine bekommst Du das nicht hin!). Das kostet aber ordentlich Geld, das Du vorlegen musst. Frag den Genussfreund aus Marburg, wie es geht und was es kostet. Und wenn Du herausbekommen solltest, dass der Herr I.  im öffentlichen Dienst arbeitetet, besteht auch die Möglichkeit der Formulierung einer Dienstaufsichtsbeschwerde. Aber auch hier solltest Du aber vorher einen Anwalt befragen. Der klärt Dich gegen eine Erstberatungsgebühr von ca. 200,-€ über die Erfolgsaussichten auf.

Also, Lisa, ran an die Tasten!

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Ein Kommentar

Verfasst von - 30. August 2014 in Denunziationen

 

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Eine Antwort zu “Militante Raucher und die Meinungsfreiheit

  1. Excalibur

    30. August 2014 at 08:40

    Weiß man denn, wie Frau M. gestrickt ist? Vielleicht denkt sie ja weniger an Tastatur und Paragraphen, sondern eher an Fäuste oder Waffen. Und wer weiß schon, wie lange ihre Schwarze Liste ist – angefangen von der „Heute Show“ bis zu „Extra3“, und in der Mitte vielleicht der Bundestag.

     

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