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Rauchen und Tod – Ein Thema, das Nikotiniker gar nicht lieben

18 Jul

Über den äußerst lässigen Umgang von Ronald Blumberg aus Radevormwald mit dem Thema „Tod“ hatte ich gestern gebloggt (Artikel). I think Mr Blumberg therefore is pretty not amused:

Ronald Blumberg ist sauer

Ronald Blumberg ist sauer

Auf eine gewisse Art finde ich es sehr unverständlich, dass jemand, der vor wenigen Tagen noch auf der Seite „Raucher in Deutschland“ ganz salopp den Slogan „Live fast, die young!“ („Lebe schnell, stirb jung!“) ins Internet stellte nun so derart angefressen ist, wenn dieses Szenario tatsächlich eintritt und auf Blogs einigermaßen neutral darüber berichtet wird. Zumal einer der Berichte sich nur darauf bezog, welche kranken Verschwörungs- und Mordtheorien die einschlägig bekannten Hardcoreraucher gleich wieder in die Welt setzten ohne an die naheligenste Ursache zu denken: Einen natürlichen Tod.

Oder war das „Live fast, die young!“ von Blumberg etwa gar nicht ernst gemeint? Wollte er sich nur einen Scherz machen? Oder nur eine dämliche Phrase dreschen, von der er nicht ahnte, wie schnell sie in seinem direkten Umfeld bittere Wirklichkeit werden könnte? Tja, Ronnie, einfach mal das Gehirn einschalten und nachdenken bevor man auf „Senden“ klickt.  Das nur als kleiner Tipp von mir.

Oder ist Blumberg nun deshalb so echauffiert, weil sein dämlicher Spruch möglicherweise solange witzig ist, solange es niemanden aus seinem direkten Umfeld der „Genussfreunde“ erwischt und der Tabaktod in weiter Ferne zu vermuten ist? Und wenn es dann doch zum Ableben eine Mitglieds einer Rauchergruppe kommt, reagiert Blumberg wie ein aufgescheuchtes Huhn und gackert Zeder und Mordio. Was dabei nicht einer gewissen Komik entbehrt, ist die Tatsache, dass Ronald Blumberg kein Problem damit hat, Rauchgegner mit Ungeziefer gleichzusetzen (Link), sich aber scheinheilig entrüstet, wenn über den Tod eines seiner Raucherfreunde berichtet wird. Und zwar dies ohne den Verstorbenen zu verunglimpfen. Im Gegensatz zu der Art und Weise wie Blumberg seine Gegner angeht. Aber bei Ronald Blumberg habe ich inzwischen keinerlei Fragen mehr was Ethik und Moral dieses Herrn betrifft.

Weiter im traurigen Text: Rauchen und Tod gehören zusammen. Auf Zigarettenpackungen steht nicht umsonst:

Raucher sterben früher.

Raucher sterben früher.

Liebe „Genussfreunde“, meint Ihr denn das steht dort nur zum Spaß? Klar, ein „faschistoider Nannystaat“ will Euch den Genuss vergrätzen. Ihr seid „Freiheitsfreunde“, die anderen sind „Faschisten“. Glaubt es einfach weiter. Aber immer im Hinterkopf behalten: Nicht jeder von Euch ist Helmut Schmidt. Für den einen oder anderen „passionierten Genießer“ ist dann eben schon mal mit knapp 60 Schluss. Das nur als kleine Erinnerung. Auch wenn Autos ebenfalls Abgase produzieren oder man auch durch eine Meteoriten zu Tode kommen kann, wenn der einem just auf den Kopf fällt. Oder durch „Genfood“ bzw. „mangelnde mentale Stärke“. Oder durch wasauchimmer.

Anderes Thema zum Zusammenhang von Rauchen und Tod: Rauchen macht, zumindest dem Raucher, Spaß und Tod ist eher doof. Daher funktioniert Rauchen nur mit jahrelangem Selbstbetrug: „Helmut Schmidt ist 93, Kettenraucher, und lebt immer noch.„, „Mein Opa wurde 89, rauchte eine Schachtel am Tag und starb bei bester Gesundheit weil ihm ein Dachziegel auf den Kopf gefallen ist.„.

Diese und ähnliche Geschichten kennt jeder, der die bekannten Hardcoreraucher im Internet ein paar Tage lang liest. Es sind die Lebenslügen einer ziemlich abwegig veranlagten Gruppe, die zwischen zwei diametral entgegengesetzten Polen zentriert ist: Ihrer schweren, sehr häufig unheilbaren Nikotinsucht und der schlichten Erkenntnis, dass diese Sucht sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr viel früher „Six feet under“ bringen wird als den nichtrauchenden Teil der Bevölkerung. Und da müssen eben Geschichten dieser Art herhalten. Denn ganz so unterbelichtet sind die Damen und Herren ja auch nicht. Dass Rauchen ein Killer ist, weiß jeder, der eine Banane schälen kann. Also pfeift man im dunklen Wald. Genauer: Man redet sich ein, dass Rauchen so tödlich ja gar nicht sein kann. Blöd ist es dann, wenn es doch mal anders kommt. Entweder weil man selbst „die Diagnose“ bekommen hat oder ein „Genussfreund“ früher ins Regenbogenland geht als erwartet.

Ebenso dümmlich wie die Geschichte vom Opa ist übrigens die Ausflucht „Auch an anderen Dingen kann man sterben.“ Klar kann man das. Aber was nützt einem dass, wenn Gevatter Tod plötzlich in der Rauchergruppe zuschlägt? Und sich dazu noch einer Ursache bedient, die wahrscheinlich mit dem „Genuss“ in Zusammenhang steht? Da fällt dann auch dem härtesten Hardcoreraucher die Ausflucht langsam schwer. Ein Sterbealter von etwas über 50 Jahren ist zudem noch sehr weit vom Alter Helmut Schmidts entfernt (der nebenbei bemerkt auch schon lange vorher dem tabakinduzierten Herztod erlegen wäre, wenn er nicht mit knapp über 60 einige Bypasse in sein Herz eingesetzt bekommen hätte).

Apropos Herztod. Hier kann man weiterlesen und sich ein paar Gedanken machen. Z. B. solche. Noch Fragen?

 

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5 Antworten zu “Rauchen und Tod – Ein Thema, das Nikotiniker gar nicht lieben

  1. Noch_ein_Leser

    18. Juli 2014 at 21:03

    Wenn man betrachtet, in welchem Alter die Insassen der Nikotiniker-Gruppen sind, dann ist ja klar, dass es eher früher als später weitere Opfer geben wird!

    Von welchen Lautsprechern für Lungenkrebs und Herzinfarkt hat man eigentlich schon länger nichts mehr gehört? 😉

     
  2. Noch_ein_Leser

    20. Juli 2014 at 15:47

    Zitat Jürgen B.: „Ich habe auch mit 13 angefangen zu Rauchen und Täglich 2 Packungen weg gequalmt, hatte 2013 einen Herzinfarkt und seid dem nichtraucher. Ich müßte R.J. Reynolds auch verklagen, weil sie mich nicht aufgeklärt haben. Übrigens, ich bin 59 Jahre Jung“

    https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/351092305038801/?comment_id=351098601704838&offset=50&total_comments=63

     
  3. Ecce homo

    21. Juli 2014 at 22:52

    Wenn man sich die Kommentare auf RID ansieht zu dem, was eigentlich ein „Gedenkthread“ für den verstorbenen Norman H. hätte werden sollen, erschrickt man davor, wie wenig Empathie in dieser Gruppe herrscht. Zumindest die meisten der dort Kommentierenden kreisen ausschließlich um den eigenen Kern an Be- und Empfindlichkeiten. ;(

     
    • peterrachow

      22. Juli 2014 at 04:52

      Woher soll die Empathiefähigkeit auch kommen? Alles, was diese Leute interessiert, ist ihre eigene Suchtbefrieidigung. Das, was man in diesem Thread auf facebook an gegenseitigen Pöbeleien lesen kann, ist einfach nur entsetzlich. Ich sehe das aber im Wesentlichen als ein schichtspezifisches Problem. Menschen, die nie im Leben über ein gewisses soziales Niveau hinausgekommen sind, legen eben ein entsprechendes öffentliches Gebaren an den Tag. Da ist es vollkommen egal, ob einer ihren jüngst sehr früh an einem typischen Raucherleiden verstarb und man vielleicht einmal innehalten müsste. Nein, die Raucherrüpel von „Raucher in Deutschland“ hauen drauf als ob nichts geschehen wäre.

      Hier der URL zu diesem exorbitanten Dokument an Peinlichkeit:

      https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/350540178427347/

       

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