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Gericht weist Berufung von Raucher-Rentner zurück – Militante Raucher rasten aus

27 Jun

Friedhelm Adolfs aus Düsseldorf, nach Helmut Schmidt vermutlich der bekannteste Kettenraucher der Republik, hat ein Problem: Er braucht ein neues Dach über dem Kopf. Voraussichtlich. Denn gestern hat das LG Düsseldorf seine Berufung gegen die ergangene Wohnungskündigung seiner Vermieterin abgewiesen. Der Grund: Der von Adolfs produzierte Zigarettengestank hat das gesamte Mietshaus in Mitleidenschaft gezogen und war unzumutbar geworden.

Der Deutschlandfunk berichtete gestern, das Gericht habe festgestellt, dass Adolfs seine Wohnung nicht oder nur unuzureichend gelüftet habe und außerdem habe er seine unzähligen Aschenbecher nicht regelmäßig geleert. Als ich dies hörte, versuchte ich mir eine Vorstellung davon zu machen, wie es in der Wohnung des 75-jährigen Rentners gestunken haben muss. Mir wurde bereits beim Gedanken daran fast schlecht.

Dieses sehr gut nachvollziehbare Urteil stößt natürlich bei Adolfs Qualmfreunden auf herbe Kritik. Jürgen Vollmer aus Marburg ist sofort mit den üblichen „Faschismus“-Worthülsen unterwegs:

Jürgen VollmerWas bin ich diese faschistoide Hetze gegen die Raucher so leid … Dass sowas zunehmend auch von Gerichten kolportiert wird zeigt, wie sehr die ekelhafte Blockwarts-Propaganda schon wieder verfängt. (Quelle)

Wobei man sagen muss, dass Jürgen Vollmer mit deutschen Gerichten jetzt auch eher schlechte Erfahrungen gemacht hat und daher wohl auf die Herren in den schwarzen Roben nicht unbedingt so gut zu sprechen ist.

Eva Peter-Culik aus Wien erzählt etwas, was ich nicht dekodieren kann:

Eva Peter-Culikgute frage….. so richtig eine antwort hab ich auch nicht drauf. sie dürften offenbar genug dreck am stecken haben. und wenn das alles rauskommt.. frage mich haltnur WER da mehr dreck hat…und immer wieder ist festzuhalten, dass ja keiner zum rauchen gezwungen wird. (Quelle)

OK, es muss ja nicht immer alles verständlich sein, was die Dame aus Wien da über den Sender lässt. Die Bösen sind eh immer die Richter, die Pharmalobby, die GRÜNEN oder die Bilderberger. Oder alle zusammen.

Ganz besonders tief sietzt der Frust bei unserem bekannten Kai Schwarzer aus Köln, der mittlerweile DER Superstar und Alleinunterhalter hier im Blog geworden ist:

Kai SchwarzerDas kann ich nur unterstützen Ron! Anscheinend haben im Grundgesetz verankerte Bürgerrechte keine Bedeutung mehr, wie z. B. der Artikel 13 Grundgesetz, nach dem die Wohnung ein geschützter Privatbereich ist. Auch das Petitionsrecht nach Artikel 17 Grundgesetz scheint keine Bedeutung mehr zu haben. Man sieht es ja daran, wie diese Arschgeigen in Berlin versucht haben, meine Petition ab zu würgen und sich nach wie vor weigern, diese zur Mitzeichnung zu veröffentlichen. Die haben wohl zu viel Angst, dass ich damit zu viel Zustimmung ernte. So wird hierzulande also Recht gebeugt. Aber dass die Bundesrepublik Deutschland kein Rechtsstaat ist, hätte mir eigendlich schon nach meiner Entlassung aus dem Grundwehrdienst im Dezember 1989 klar sein müssen.  […] (Quelle)

Ja, Kai, das ist wirklich nicht so gut gelaufen für Dich in den letzten Monaten. Deine ganzen Strafanzeigen gegen mich sind eingestellt worden, Deine Dienstaufsichtbeschwerden wurden ebenso verworfen und Deine Petition hat gerade mal etwas mehr als 337 Mitzeichner. Und der Bundestag will eine Deiner Petitionen partout nicht annehmen. Kai, kennst Du Spruch: „Wenn Du ein totes Pferd reitest, solltest Du absteigen.„?

Aber nein, nicht genug, jetzt legt Kai richtig los:

Kai SchwarzerAn Friedhelm Adolfas stelle würde ich dieses scheiss Haus niederbrennen bevor ich da ausziehe! Ein Kanister mit Dieselöl löst so manches Problem. (Quelle)

Na, was haben wir denn da? Kai Schwarzer aus Köln ist also der Auffassung, dass man soziale Konflikte und Rechtsstreitigkeiten auch mal mit mit dem Mittel der Brandstiftung ( § 306 StGB ) lösen kann.

Andere sind weit weniger kreativ als Kai aus Köln: Denn auch der gute alte Nazivergleich kommt wieder auf die Tagesordnung, denn manch einer sieht angesichts des rechtsstaatlichen Urteils des LG Düsseldorf braune Horden aufmarschieren.

Stefan FennersIch habe ja schon geschrieben,so fing es in den 30ern auch an,was folgen wird ist „Kauft nicht bei Rauchern“ oder ähnliches,dann folgt die Kennzeichnung in irgendeiner Form als Raucher-Mehr schreibe ich jetzt nicht. (Quelle)

Ronald Blumberg ist ebenfalls entrüstet:

Ronald BlumbergDie Vermieterin hat sich damit öffentlich bloßgestellt. Und die ANTI-Raucher wissen nicht, was sie damit losgetreten haben … Denn jetzt wacht auch der letzte Vollidiot auf, und wird sich wehren wollen (Quelle)

Das verstehe ich jetzt aber nicht, womit sich die Vermieterin bloßgestellt haben soll. Sie hat Ihr Recht durchgesetzt. Nämlich das Recht, ihren anderen Mietern eine unverseuchte Wohnumgebung bieten zu können und dafür einen entsprechenden Mietzins zu erhalten ohne ihr Eigentum entwerten zu lassen.

(Wird vermutlich fortgesetzt, denn die Wogen dürften noch ein paar Tage sehr hochschlagen.)

 

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6 Antworten zu “Gericht weist Berufung von Raucher-Rentner zurück – Militante Raucher rasten aus

  1. NR aus Österreich

    28. Juni 2014 at 09:45

    Man beachte mal, vor ein paar Wochen, als die Klage der Vermieterin noch wegen Formfehlern vorm Landgericht vorläufig abgelehnt wurde, wurde dieser Richter von den militanten Nikotinikern noch in höchsten Tönen gelobt, und es wurde gefaselt, wie viel besser er es doch macht als der Amtsrichter Rundel, der letztes Jahr im Raucher-Prozess am Amtsgericht eine Entscheidung traf, die für Empörung bei den Nikotinikern sorgte. Nur jetzt, war bei dieser Entscheidung im Landgericht der Richter zuständig, der vor ein paar Wochen noch so hoch gelobt wurde (Richter Wernscheid), und jetzt ist dieser bestimmt auch ein faschistoider Antiraucher und die neue Hassfigur der militanten Raucherproleten auf „Raucher in Deutschland“ und Co. 😀

     
  2. shinobi64k

    28. Juni 2014 at 11:41

    Es gibt ja jetzt ein Spendenkonto, damit Friedhelm fleißig weiterprozessieren kann. Unabhängig davon, dass ich nicht wissen möchte, in welchen Taschen das Geld am Ende wieder mal landen wird, wäre es besser, daraus stattdessen lieber ein paar Rücklagen zu bilden, für den Prozess, der unserem Friedhelm bevorsteht, wenn er aus der Wohnung auszieht und der Vermieter ihm im Anschluss die Renovierungskosten in Rechnung stellt. Tja. Da geht der Plan, sich gehen zu lassen, sich um nix zu kümmern, die Wohnung dabei komplett zu ruinieren und rechtzeitig zu sterben, wohl dieses mal leider nicht ganz auf, nicht wahr?

     
    • Nieraucher

      28. Juni 2014 at 12:27

      Nicht zu vergessen, dass ich als Vermieter den Teufel tun würde, mir so eine Nebelkerze in die Wohnung zu holen. Einen Typen, der mir die Wohnung und die der Nachbarn kaputt raucht und den man dann durch alle Instanzen klagen muss, um ihn wieder hinaus zu bekommen.
      Bald wird ihm sein Status „zweitbekanntester Raucher Deutschlands“ ganz schön schaden!

       
      • Teer

        28. Juni 2014 at 17:57

        Ich behaupte, der hat ihm schon geschadet. Viele Fakten in diesem Rechtsstreit wurden von Zeugen mündlich vorgetragen und das Gericht hat den Zeugen der Gegenpartei mehr vertraut, als dem Friedhelm. Bei der Bewertung des Glaubwürdigkeit spielt auch das Auftreten der Personen eine Rolle. Friedhelm war ja so schlau und ist auch öffentlichkeitswirksam bei rechtswidrigen Raucherparties aufgetreten. Damit hat er deutlich gezeigt, was er von Regeln hält. Also warum sollte ihm das Gericht glauben, dass er sich an die Lüftungsregeln hält?

        Dass das öffentliche Auftretten vor Gericht wichtig ist, mussten auch schon andere Raucher feststellen 😀

         
      • Nieraucher

        28. Juni 2014 at 18:48

        Dazu dann noch die Anhängerschaft, die Friedhelm mit ins Gericht gebracht hat. Den Gestank, der dort geherrscht hat, mag ich mir gar nicht vorstellen.

         

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