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Sie ritten in den Sonnenuntergang – und in den Tod

22 Jun

Wayne McLaren dürfte er bekannteste von Ihnen gewesen sein. Hoch zu Pferde, auf donnernden Hufen, ritt er durch die Prärie. Die Zigarette dabei stets lässig im Mundwinkel. Sein Ende dagegen war wesentlich weniger cool anzusehen. Wayne McLaren starb im Alter von 52 Jahren an Lungenkrebs. Aufgedunsen vom Cortison, das er zur Verkleinerung der tumorbedingten Entzündungen und Schwellungen bekam, lag er im Sterbebett mit der Sauerstoffsonde in der Nase.  Auf eben diesem Sterbebett sagte er einem Reporter: „Ich habe die letzten Monate meines Lebens unter dem Sauerstoffzelt gelebt. Und ich sage Ihnen, das war es nicht wert.„. Eine Woche später war er tot. 25 Jahre Rauchen hatten ausgereicht, ihn umzubringen.

Erraucht hatte er sich den tödlichen Krebs durch die Produkte seines Brötchengebers, der Firma Philipp Morris. McLaren war eine Ikone für deren Marke „Marlboro“. Er war „Marlboro Cowboy“. Cool, lässig, hart. Unverwundbar. Sehr plastisch nachgezeichnet wird Wayne McLarens Leiden und Sterben in dem Film „Komm ins Land der Leichen„. Ein sehenswerter Film.

Seinen Kollegen hoch zu Ross ging es nicht besser. Der letzte Marlboro-Mann, der das Zeitliche gesegnet hat, war Cowboydarsteller Eric Lawson, welcher in den  70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts den Cowboy gab. Er starb Anfang 2014 an einer durch das Rauchen verursachten Lungenerkrankung und wurde nur 72 Jahre alt. Dafür hatte er das Rauchen mit 14 Jahren begonnen. Ein „genussreiches“ Leben fand ein mehr oder weniger röchelndes Ende. „Er wusste, dass die Zigaretten ihn im Griff hatten„,  sagte seine Witwe Susan Lawson der Nachrichtenagentur AP nach seinem Tod. „Er wusste es, aber er konnte nicht aufhören„.

Am längsten überlebte noch David Millar, einer der ersten Marlboro-Männer, der in den 50er Jahren im Fernsehen für die tödlichen Produkte von Philipp Morris warb. Er wurde immerhin 81. Dann war auch für ihn aufgrund eines Lungenemphysems der Ritt durch die weite Prärie unwiderruflich zu Ende.

David McLean, Marlboro-Mann vor McLaren, starb 1995 mit 73 ebenfalls an Lungenkrebs. In einem Gerichtsverfahren, das seine Witwe angestrengt hatte kam, wurde folgendes erwähnt: Während der Werbedrehs musste McLean Marlboro-Zigaretten rauchen.  Teilweise bis zu 5 Packungen pro Drehtag, denn es dauerte sehr lange bis die Asche genau so fiel und der Rauch genau so aufstieg, wie der Regisseur es wollte.

Wayne McLaren, David McLean, David Millar und Eric Lawson waren Opfer des wohl tödlichsten Konsumproduktes, das handelbar ist. Das Produkt, für das sie ritten, hat sie alle aus dem Sattel geholt.

Einer der Marlboro-Cowboys hat übrigens überlebt. Er wurde 88 Jahre alt. William Thourlby hat aber nie im richtigen Leben geraucht.

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15 Kommentare

Verfasst von - 22. Juni 2014 in Uncategorized

 

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15 Antworten zu “Sie ritten in den Sonnenuntergang – und in den Tod

  1. destruxol

    22. Juni 2014 at 14:41

    Hat dies auf Destruxols Zitatesammlung rebloggt.

     
  2. Patrone Westfalicae

    22. Juni 2014 at 19:54

    72, 81, 73 Jahre: ein doch recht ansehnliches Alter für eine Generation, die mit Kohleöfen in Wohnungen, fehlenden Abgasgrenzwerten, unzureichenden Arbeitsschutzverordnungen etc. pp aufwuchs…

     
    • peterrachow

      22. Juni 2014 at 19:58

      An Lungenkrebs zu verrecken ist sicher auch cool. Besonders wenn man stattdessen noch 10 oder 15 Jahre leben könnte. Oder 30 oder 40 wie Wayne McLaren, der bereits mit knapp über 50 von dieser Welt gehen durfte. Mit Lungenkrebs made by Marlboro. The best cancer you can get.

       
  3. Paul-Dieter Gaul

    22. Juni 2014 at 19:59

    Alle die hier labern, sollen dieses Alter erst einmal erreichen. Ich unterhalte mich gerne als 76-jähriger mit einem 80-jährigen, wenn es um vermeintlich verlorene 4 Jahre geht.

     
    • peterrachow

      22. Juni 2014 at 20:02

      Ha, den McLaren habe ich schon überholt. Muhahahaha!

       
  4. Paul-Dieter Gaul

    22. Juni 2014 at 20:20

    Dann Glückwunsch….ich ja dann wohl auch

     
    • peterrachow

      22. Juni 2014 at 20:24

      Ach noch was: Die ganzen Rauchfreunde, die meinen, mit 70 oder 73 sei es langsam Zeit abzutreten: Nach Eurer Diagnose dürft Ihr Euch gerne nochmal hier reinmelden und dann sprechen wir weiter. Eventuell seht Ihr das ja dann ein ganz klein wenig anders.

       
      • destruxol

        22. Juni 2014 at 20:37

        Sei mal nicht so pietätlos Peter. Der Paul-Dieter hat letzte Nacht einen guten Freund verloren. Ist im Feuer umgekommen, nachdem er im Bett geraucht hat.

        https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/340169699464395/

         
      • peterrachow

        22. Juni 2014 at 20:41

        Ja, da kann man schon etwas schlecht drauf sein. Wobei das Umkommen im selbst gelegten Feuer eine eher ungewöhnliche Art für einen Raucher ist, abzutreten. Meistens kommt ja nicht die Feuerwehr sondern ein Herr oder eine Dame im weißen Kittel und sagt etwas von „…noch 6 Monate…“.

         
  5. Paul-Dieter Gaul

    22. Juni 2014 at 20:56

    Du bist trotzdem pietätlos. Da ist ein mensch gestorben.Ich bin schon schlecht drauf ausgege
    bnem Anlass

     
    • destruxol

      22. Juni 2014 at 21:03

      Ach Gottchen, eine Drama Queen. Hömma zu (so sagt man doch bei euch?), du wolltest den Tod deines Freundes politisch ausschlachten, hast dabei meinen Namen erwähnt und jetzt beschwerst du dich, dass ich bei dem Spielchen mitmache. Selbst schuld 😉

       
      • peterrachow

        22. Juni 2014 at 21:07

        Zumal in dem Artikel in der Zeitung nichts von „Rauchen im Bett wegen Rauchverbot in der Kneipe“ stand. Das hat der Mann einfach mal so erdichtet. Und jetzt macht er „Mimimimi“, weil er dafür Druck bekommt. Man kann ja schon geschmacklos sein. Aber dann sollte man einfach die Klappe halten, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt!

        Beweis: https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/340169699464395/

         
    • peterrachow

      22. Juni 2014 at 21:04

      Heute sind insgesamt ca. 300 Menschen in Deutschland gestorben, alleine weil sie geraucht haben. Davon ca. 120 an Lungenkrebs. ICH z. B. finde es daher pietätlos, dass es immer noch Internetseiten und Autoren gibt, die sich für das Rauchen einsetzen.

       
      • Paul-Dieter Gaul

        23. Juni 2014 at 04:36

        Ich lese euch ja gerne. Ihr habt nicht unrecht und ihr bringt das oft amüsant rüber. Jedoch wie ihr auf wirkliche Todesfälle reagiert, finde ich erschreckend. Man könnte kurz innehalten und mal zeigen das auch noch ein bißchen Mensch in einem ist. Danach kann es ja weiter gehen.

         
  6. peterrachow

    23. Juni 2014 at 05:15

    „Jedoch wie ihr auf wirkliche Todesfälle reagiert, finde ich erschreckend. “

    Ach weißt Du, ich sehe das relativ rational. Wer sich selbst dafür entscheidet, zu rauchen, der entscheidet sich auch dafür, möglicherweise sehr viel früher als andere diese Welt wieder verlassen zu müssen. Beispiele dafür findest Du in dem hier oben geposteten Artikel. Da hält sich dann mein Mitgefühl stark in Grenzen. Raucher wollen doch immer, dass ihrer „Selbstbestimmung“ der nötige Raum gegeben wird. Und diese „Selbstbestimmung“ bedeutet dann eben auch in vielen Fällen das „sozialverträgliche Frühableben“ des „Genussfreundes“. Klar, eine vernünftige Lebensführung ist kein Garant für ein langes Leben. Aber seine Gesundheit vorsätzlich zu ruinieren, indem man raucht, ist auf der anderen Seite ein ziemlich sicherer Weg, sich vorzeitig vom Planeten beamen zu lassen. Helmut Schmidt hin oder her.

    Und wenn jemand bei einem Zimmerbrand umkommt, tut mir das natürlich leid. Zumindest so lange er diesen nicht selbst verschuldet hat. Wenn dies allerdings doch der Fall sein sollte, dann gilt das im vorigen Absatz Gesagte. Und wenn jemand wirklich so dumm ist, auch noch im Bett zu rauchen (wofür es bei Deinem reißerisch verlinkten Artikel überhaupt keinen Beweis gibt) dann gibt es halt einen neuen Anwärter auf den Darwin-Award.

    Fazit: Man sollte einfach nachdenken, wie man mit seinem Leben umgeht. Man hat nur eines.

     

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