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Detlef Petereit und seine „Bundesversammlung GFS“ erzählen Dummheiten aus Raucherland

07 Apr

Die bekannten Schwerstabhängigen aus den üblichen facebook-Foren versuchen gerade mal wieder, die Schädlichkeit des Tabakkonsums zu widerlegen. Und wie man sich denken kann, geht der Versuch glatt in die Hose.

Der Reihe nach. Eines der unzähligen dubiosen Pro-Lungenkrebs-Grüppchen hat gerade mal wieder einen Artikel ausgegraben, dessen Botschaft nicht gerade neu ist. Das Thema geisterte bereits vor einigen Jahren durch die Raucherkanäle. Aber viele von denen, die diese These besprochen hatten sind wohl heute tot, so dass man mal an einen „Repost“ denken kann. Gesagt, getan. Die Nikotinistengruppe „Bundesversammlung Genuss Freiheit Selbstbestimmung“  (auch gerne genannt „Bundesverdummung Gestank Unfreiheit Selbstaufgabe„) legt also vor:

Bundesversammlung Genuss Freiheit Selbstbestimmung - Tabak kann Krebs zellen abtöten

Bundesversammlung Genuss Freiheit Selbstbestimmung – Tabak kann Krebszellen abtöten

(Quelle)

Und wenn man den Beitrag dieses Nikotinsüchtigengrüppchens liest, weiß man, dass man wirklich geballte wissenschaftliche Kompetenz vor sich hat:

Ein Satz belegt sehr deutlich die uns immer wieder in den Medien präsentierten Lügen zur Gefährlichkeit eines Aspekts des Rauchens.

OK, wer das geschrieben hat, dürfte mit Ach und Krach die Volksschule abgeschlossen haben. Denn in dem Artikel, der hinter dem Betriag verlinkt ist, steht lediglich, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Tabaks Bakterien und Pilze abtöten können und dass man auch davon ausgeht, dass sie bestimmte Krebszellen anzugreifen in der Lage sind. Welche Zelltypen dies sind wird übrigens nicht gesagt. Es gibt aber für den Menschen mehrere hundert verschiedene Krebszelltypen. Und davon, dass der Tabak geraucht werden muss, um die kurative Wirkung zu erzielen, steht rein gar nichts in dem Artikel. Wahrscheinlich ist der Autor von der „Bundesverdummung“ kaum in der Lage zu erkennen, dass es einen gewichtigen Unterschied macht, ob man eine bestimmte Substanz aus dem Tabak extrahiert oder ob man den Tabak anzündet und die beim Verbrennen des Tabaks entstehenden Schadstoffe einatmet. Denn der Pyrolyseprozess in der Zigarettenglut ist der eigentliche chemische Reaktionsraum in dem die meisten der ca. 100 Kanzerogene des Tabakrauchs bei Temperaturen zwischen 500 und 900 °C entstehen.

Der Beitrag schließt mit: „Aktuell sind rund 25 Prozent aller Krebstodesfälle durch Tabakrauch bedingt“. Demnach treten also Krebstodesfälle durch Tabakrauchen nur annähernd so häufig auf, wie es prozentual erwachsene Raucher in der Bevölkerung gibt. Aha…

Was uns diese wissenschaftliche Koryphäe damit sagen will, habe ich auch nach dem 10. Lesen nicht verstanden.

Und noch etwas wird deutlich: Könnte es sein, dass die Verteufelung des Tabak durch die WHO und ihre „Kollaborationszentren für Tabakkontrolle“ z.B. in Deutschland sich sogar negativ auf eine unabhängige Forschung durch die Wissenschaftler auswirkt? Wie anders ist zu erklären, dass dem Tabak schon seit langem und mit vielen ernst zu nehmenden Stimmen eine heilende Wirkung zugesprochen wird, eine evidenzbasierte Forschung dem jedoch nicht nachging?

Oha, der Autor kennt ein Fremdwort („evidenzbasiert“). Das war es dann aber auch. Dass es, was die gesundheitlichen Folgen betrifft, schon entscheidend ist, ob ich einen Salat esse oder ob ich ihn anzünde und die entstehenden Brandgase inhaliere, hat der Autor immer noch nicht verstanden. Und er wird es wohl auch nie…

Apropos „Autor“. Wer mag wohl hinter dem obigen Text stecken?

Die „Bundesversammlung Genuss Freiheit Selbstbestimmung“ hat lauf Google eine eigene Webseite, dort findet sich aber rechtswidrigerweise kein Impressum. Verantwortet wird die Domain von einem Detlef Petereit in der Stresowstr. 7 in Berlin. Detlef Petereit ist, man wunderst sich kaum noch, ein bekannter Tabaklobbyist. Herr Petereit ist mir u. a. dadurch aufgefallen, dass er und einige andere Raucherlobbyisten vor einigen Jahren versucht haben, die Piratenpartei für ihre Ziele zu missbrauchen (Link zu einem von mir verfassten Dossier). Ich gehe daher davon aus, dass Petereit der Vorstand der „Bundesversammlung GFS“ ist und den obigen Text verfasst hat. Passen würde es zu dem Mann. Ich kenne ihn von einigen „Mumble“-Konferenzen der Piratenpartei bzw. der dort angesiedelten „AG Nichtraucherschutz“. Dort fiel Petereit mir auf, dass er stundenlang reden konnte ohne auch nur einen substantiierten Satz von sich zu geben. Insofern passt sein damaliger Vortragsstil inhaltlich zu dem Beitrag auf facebook.

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Eine Antwort zu “Detlef Petereit und seine „Bundesversammlung GFS“ erzählen Dummheiten aus Raucherland

  1. Excalibur

    7. April 2014 at 21:57

    Zitat:
    >Der Beitrag schließt mit: “Aktuell sind rund 25 Prozent aller Krebstodesfälle durch Tabakrauch bedingt”. Demnach treten also Krebstodesfälle durch Tabakrauchen nur annähernd so häufig auf, wie es prozentual erwachsene Raucher in der Bevölkerung gibt. Aha…

    Was uns diese wissenschaftliche Koryphäe damit sagen will, habe ich auch nach dem 10. Lesen nicht verstanden.<

    War es nicht "Bömmel" in der Feuerzangenbowle, der sagte: "Nu stelle mer uns mal janz dumm"? So schwer wie's sein mag, versuchen wir's:
    Wir haben zwei Torten:. Eine Torte, sagen wir die Schwarzwälder Kirsch (100 %), sind alle Krebstodesfälle, und ein Viertel davon sind eindeutig den Folgen desTabakrauchens zuzuschreiben.

    Die andere Torte, nennen wir sie Käsesahne-Torte (ebenfalls 100 %), steht für die erwachsene Bevölkerung. Wovon rund ein Viertel Raucher sind.

    Und nun nehmen wir die beiden Torten und mantschen sie zusammen, dass es eine wahre Freude ist.
    Und suchen unsere beiden Viertelstücke.
    Und finden sie nicht.

    Was ersehen wir daraus? NICHTS.
    Welchen Schluss ziehen wir daraus? Der Konditor muss einen Vogel haben.

    Genau das war die beabsichtigte Wirkung.
    Amen.

     

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