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Raucher mögen Martenstein

28 Mrz

Hardcoreraucher, meistens nicht unbedingt gesegnet mit großen geistigen Gaben, brauchen ihre Vordenker. Manche erheben sie dabei nachgerade zu Göttern und drucken jeden Text von ihnen ab, egal wie banal und dumm er auch sei. So ist es auch mit einem Text von Harald Martenstein, Kolumnist beim Tagesspiegel und, man fürchtet es, Raucher.

Adelheid Rippe, Anführerin des Rauchergrüppchens „NRW genießt“ (aka „NRW genießt den Krebs“), verehrt Herrn Martenstein. Dies erscheint nicht verwunderlich, denn Frau Rippe ist mir immer dadurch aufgefallen, dass sie keine besonderen geisitigen Leistungen vollbracht hat, außer mal an einem regnerischen Tag auf einer Pro-Krebs-Demo eine flammende und geistig anspruchsvolle Rede zu halten: Link zu einer genialen Rede von Adelheid Rippe.

Sie verweist ihre Leser nun auf den Text von Herrn Martenstein mit folgenden Worten:

Adelheid Rippe Zigarren- und Zigarillogenießer – Gegen ein absolutes Rauchverbot:

Liebe Freunde des Zigarren- und Zigarillogenusses,

wir möchten euch einen lesenswerten Beitrag von Harald Martenstein im aktuellen Zeitmagazin empfehlen. Er schreibt über deutsche Aggressionen im Alltag und die Leichtigkeit des Seins in den Vereinigten Staaten.

(Link)

Also wenn Rippchen den gut findet, MUSS ich ihn lesen. Hier ist dann also Herr Martenstein nebst einer Besprechung seines Artikels:

Harald Martenstein: Ich war in Amerika, in der Stadt Key West. Ernest Hemingway, eines meiner Rollenmodelle, hat dort auch gelebt. Das Erste, was einem als Deutschem auffällt, ist die Höflichkeit. Das Zweite ist die Freundlichkeit. Das Dritte die augenscheinliche Abwesenheit von Aggressionen jeglicher Art.

Sicher hat Herr Martenstein noch nicht die „No go areas“ besucht, wo man, wenn man zufälligerweise die „falsche Hautfarbe“ hat oder der „falschen Gang“ angehört, sehr gerne die Bekanntschaft mit einer ordentlichen Menge fliegenden Bleis der Größe Parabellum 9mm machen kann. Oder er hat noch nicht versucht, durch ein Gartentor zu gehen um in einem Haus den Besitzer zu sprechen nur um zu sehen, dass der ihm eine Pump-Gun unter die Nase hält und gegebenenfalls gleich mal abdrückt. Nennt sich „StandYourGround-Law“ und ist dort völlig legal. Zudem verliert  Herr Martenstein völlig aus den Augen, wie aggressiv und verroht eine Gesellschaft ist, die jährlich hunderte von Menschen mit der Giftspritze vom Leben zum Tode befördert und dies dann perfiderweise „Gerechtigkeit“ nennt.

Herr Martenstein pflegt lieber seine Voruteile und nennt das vermutlich „objektives Denken“.

Harald Martenstein: Ich hatte eine Fahrradpanne. Nach zwanzig Sekunden eilte ein tätowierter Muskeltyp herbei und reparierte mein Fahrrad. Seine Finger waren danach voller Schmieröl.

Ist mir auch schon passiert, Herr Martenstein. Und zwar nicht in Key West sondern hier in Karlsruhe, Germany. Und, was sagen Sie nun?

Harald Martenstein: Die Rauchverbote waren zuerst in den USA da. Inzwischen ist die Toleranz für Raucher in den USA größer als bei uns.

Wieso kann ein Raucher nicht mal einen Arikel schreiben, ohne das Thema „Rauchverbot“ zu streifen? Ist die Sucht so stark?

Harald Martenstein: Bei allen staatlichen oder offiziellen Sachen ist Deutschland extrem freundlich, friedlich, unaggressiv und verständnisvoll. Sämtliche Aggressions- und Unfreundlichkeitspotentiale kommen im persönlichen Miteinander zum Einsatz.

Man sehe insbesondere mal in Raucherforen und erfreue sich an den dort ausgbrachten Schmähungen gegen die geschätzte Gegnerschaft.

[…]

Im Treppenhaus begrüßt er seine Nachbarin mit den Worten „Sie alte Schlampe! Wenn Sie noch mal ihren Müll neben die Tonne stellen, verklage ich Sie!“

Das ist der Vorteil von Deutschland. Wir regeln die Sache vor Gericht. Sowohl die „alte Schlampe“ als auch das Müllproblem. Wobei der Herr, dem die Mülltrennung seiner Nachbarin nicht gefällt, bei beiden Sachlagen schlechte Chancen hätte. Nicht korrekt durchgeführte Mültrennung ist nur mit hohem Aufwand justiziabel, bei der „alten Schlampe“ hilft der Dame der Rechtsanwalt und der Herr wird ziemlich viel Geld los werden. Aber er wird es überleben.

In den USA wird die Sache dagegen schon mal mit großkalibrigen Feuerwaffen entschieden. Sehr beliebt sind insbesondere Highway-Shootings im Berufsverkehr, wenn die Nerven nach 4 Stunden Dauerstau schon mal blank liegen und dann aus Frust und Wut gerne mal das Nachbarauto unter Feuer  genommen wird. Ballermänner bekommt man in den USA ja an jeder Ecke. Aber das muss den Raucher Martenstein ja nicht anfechten.

Dass Raucher dieses überaus belanglose Geschwätz des Herrn Martenstein goutieren, verwundert mich ehrlich gesagt auch nicht weiter: Grob vereinfachende Darstellungen sind immer sehr beliebt bei Menschen deren kognitives Niveau jetzt nicht unbedigt für einen Beitritt in den Mensa-Club reicht. Und dabei lassen wir es dann auch.

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Eine Antwort zu “Raucher mögen Martenstein

  1. Excalibur

    16. April 2014 at 22:47

     

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