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Raucherwahnsinn historisch: Der Abgesang der Hardcorequalmer

19 Mrz

Vorbemerkung: Heute habe einen Text im alten „raucherwahnsinn“-Ordner auf meiner Festplatte gefunden, den ich irgendwann 2010 geschrieben hatte. Direkt nach dem bayerischen Volksentscheid und dem ersten konsequenten Nichtraucherschutzgesetz in Deutschland. Mir hat er viel Spaß beim erneuten Lesen gemacht, weil ich mich an viele Dinge aus dieser Zeit erinnert habe. Vielleicht findet ja auch der eine oder andere Leser Gefallen daran und blickt auch gerne zurück auf die Granden der Pro-Lungenkrebs-Bewegung in Deutschland: Werner Niedermeier, Jürgen Vollmer, Johannes Brender (+ 2012), die verschollene Sat-Antenne usw. und ihr totales Scheitern bei der Abschaffung des Nichtraucherschutzes

Viel Spaß beim Weg zurück in die Geschichte!

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Beobachtet man die einschlägigen Foren der Hardcoreraucher kommt einem nur noch ein Begriff in den Sinn und der lautet „Ganz großer Katzenjammer“. „Heul‘ doch!“ heißt die Devise. Die Seele der selbsterklärten „Genussmenschen“ und „Freiheitskämpfer“ liegt darnieder, die Nerven sind am Ende. Quasi im Endstadium. Aber man sollte auch zumindest ein klein wenig Verständnis aufbringen für die armen Suchtgetriebenen und ihre mehr als missliche Seelenlage, auch wenn’s zugegebenermaßen schwer fällt.

Die Stimmungsschwankungen, die die nikotinsüchtige Klientel von „Netzwerk Rauchen“ & Co. in den letzten Jahren durchleiden mussten haben offenbar ganz schrecklich an deren Nerven gerüttelt und gezerrt. Und diese armen Rauchernerven, vom beständig zugeführten Nikotin nur noch unzureichend beruhigt, liegen nun eben mehr als blank.

Und bei solcher Katastrophenstimmung kann man dann schon mal gepflegt austicken. So wird dann wieder mal gehetzt, dass es kracht. Der allfällige Frust über die desolate Situation des „freien Rauchens“ bzw. dessen unaufhaltsamer Niedergang macht so auch manches Fass auf, das man lieber zu gelassen hätte. Ausgeteilt wird in diesem letzten Gefecht nach allen Richtungen. Es ist „D-Day“ bei „Netzwerk Rauchen“ & Co. Und die Zielscheiben, auf die man feuern kann, sind schnell gefunden. Man fokussiert sich derzeit am liebsten auf die Personen, die man als Hassobjekte der ersten Reihe identifizieren kann, denn dort lässt sich am besten abladen und die teerschwarze Raucherlunge darf diesen Menschen kräftig etwas husten.

Der Initiator des bayerischen Volksentscheides, Sebastian Frankenberger, beispielsweise wird als zentrale Hassfigur des vereinten Raucherzornes entweder mal zur Marionette der „Pharmalobby“ (von der er aber angeblich fürstlich bezahlt wird) erklärt, mal zum erfolglosen Studienabbrecher oder mal einfach zum herumulkenden Medienkasper, der als Stadtführer im barocken Outfit seine kargen Brötchen verdienen muss. Er sei eine Figur die aber keinerlei Erfolg habe, weil politisch „vollkommen unbegabt“, so wird über Frankenberger (der gerne auch mal als „Frankenstein“ betitelt wird) hergezogen. Dass dieser Mensch aber mit einer relativ kleinen Organisation an seiner Seite mal eben das konsequenteste Nichtraucherschutzgesetz in Deutschland initiiert hat, lässt man mal eben unter den Tisch fallen. Es passt nicht ins Bild der verqueren Nikotiniker. Und Verdrängen können die einschlägig bekannten Hardcoresuchtraucher in den ebenso einschlägigen Foren hervorragend. Man muss auch gut verdängen können um sich täglich eine große Dosis kanzerogenen Feinstaub in den Körper zu nuckeln.

Gehen wir zurück in die letzten Wochen vor dem Volksentscheid. Anfangs war man sich bei den Suchtrauchern noch sicher: „Wir gewinnen das Ding“. Einige Wochen später sah es dann plötzlich ganz anders aus: Eine Niederlage mit Pauken und Trompeten machte den Tabaksüchtigen in Bayern einen Strich durch ihre qualmvernebelte Rechnung. Die Mehrheit im südlichsten Bundesland der Republik hatte sich nämlich für eine strikt rauchfreie Gastronomie ausgesprochen. Rauchen im Wirtshaus? Adios, aus, Ende, vorbei!

Aber schon wenige Tage nach diesem Schicksalsdatum, dem 4. Juli 2010, der DER Tag des totalen Scheiterns der Hardcoreraucher war, freute man sich seitens dieser Herrschaften wie die Schneekönige über einen winzig kleinen Hoffungsschimmer. Aus dem ganz einfachen Grunde, dass man in den Ausführungsbestimmungen zum neuen Gesetz ein vermeintliches Schlupfloch in Form der „echten geschlossenen Gesellschaften“ entdeckt zu haben glaubte. Doch dieses Stimmungszwischenhoch währte ebenfalls nicht lange. Es folgte der jähe und erneute Absturz in die vollendete Depression als klar wurde, dass dieses Schlupfloch dann doch keines war.

Denn wer, außer ein paar wirklich schwerstabhängigen Tabakjunkies, hätte geglaubt, dass sich eine kleine Kneipe an der Ecke oder ein Dorfgasthof mit einer festen Gästeliste und Einlasskontrollen jeden Abend oberhalb des Deckungsbeitrages hätte finanzieren können. Und dass jede beliebige Eckkneipe jeden Abend etwas anderes in einer „echten geschlossenen Gesellschaft“ zu feiern habe, von Onkel Eckis Geburtstag bis hin zum Unabhängigkeitstag Timbuktus, das glaubten doch wohl nur Menschen, die möglicherweise zu dumm sind, ein Hemd richtig herum anzuziehen.

Wer dazu den permanenten Futterneid der gebeutelten Kleingastronomen kennt, der weiß, dass ein Kollege, der eine illegale Masche benutzt, ganz schnell von den anderen angezeigt würde. Denn das Beobachtungssystem der „kleinen Wirte“ funktioniert fast besser als das der Stasi in der ehemaligen DDR. Na ja, man muss schon besonders nikotin- und drinnenrauchsüchtig sein um sich an einem ebenso kleinen wie dummen Strohhalm mehrere Tage hochziehen zu können. Aber wie heißt es so schön: „In der Not frisst der Teufel Fliegen“.

Gehen wir noch weiter zurück, in die Monate vor dem ultimativen Desaster für die Raucherfraktion: Gelegentlich keimte mal etwas Hoffnung auf. „Der Wind dreht sich“, diesen Satz konnte man immer wieder in ihren Foren lesen. Besonders dann, wenn mal irgendwo ein Presseorgan einen nicht ganz so positiven Artikel zum Nichtraucherschutz veröffentlichte oder eine „kritische“ Studie zum Nichtraucherschutz und zum Passivrauchen publiziert wurde.

Leider waren das auch nur kurze Strohfeuer. An der Sachlage und an der Aussagekraft der Wissenschaft konnten alle verqueren Deutungsversuche der Suchtraucher nichts ändern: Passivrauchen ist gefährlich, es macht krank und belästigt die Mitmenschen. Kein „Prof. Ropohl“, kein „Beda M. Stadler“, kein „Prof. Grieshaber“ und kein „Prof. Dr. Werauchimmer“ konnten die seriöse Wissenschaft entkräften. Aber die Anzahl von Wissenschaftlern, die sich „pro Qualm“ eingelassen haben, konnte man sowieso an einer Hand abzählen. Oft standen sie zudem noch auf der Gehaltsliste von Interessenverbänden die mit dem Tabaktod ihre Profite erwirtschaften wie z. B. dem Zigarettenverband.

Die gesicherte Erkenntnis über die allgemeine Schädlichkeit von Tabakrauch zu widerlegen nützte auch kein „Extra-Schelm“ (eine selten dümmliche WWW-Postille, die die wirren Thesen der Raucher auf Kneipierniveau nochmal zusammenfassen sollte, so dass es auch der Dümmste versteht), kein „Kleines Widerspenst“ (ein „Newsletter“ auf gleichem niedrigen intellektuellen Niveau herausgegeben vom dubiosen „Netzwerk Rauchen“) und keine „Presserklärung“ etwas. Und auch Versuche, sich wissenschaftlich daran zu versuchen, Passivrauch als vollkommen unschädlich für den Menschen zu deklarieren, scheiterten kläglich.

Unvergessen in diesem Zusammenhang ist insbesondere das Pamphlet „Chemie statt Mythen“ das man seitens dieses dubiosen Rauchernetzwerkes herausgegeben hatte. Ein wirres und zusammenhangloses Sammelsurium an Schadstofftabellen, Beschreibungen von Stoffeigenschaften und einigen Grafiken. Und leider vollkommen ungeeignet zu erklären, warum Rauchen (also auch Passivrauchen) nicht gesundheitsschädlich sein soll. Denn dieses Papier war gefüllt mit Rechenfehlern, falschen Annahmen und unbewiesenen Aussagen in Hülle und Fülle.

„Ein Auto erzeugt 2000 Mal so viel Abgas wie ein Raucher“ konnte man in dem Papier zum Beispiel lesen. Eine wirklich bahnbrechende Erkenntnis der Wissenschaft. Warum vergleicht man nicht gleich mit einem Kohlekraftwerk? Dort wäre die Relation noch um mehrere Zehnerpotenzen mehr zugunsten der Zigarette ausgegangen. Oder man hätte am besten gleich den Mt.  St. Helens anführen können. Der hat während seine Ausbruchs in der 80ern so viel Asche in die Atmosphäre geblasen, so viel können eine Milliarde Raucher nicht in 1.000.000 Jahren verqualmen.

Allerdings hat der Autor dieses Machwerks (der sich selbst lustigerweise als „Chemiker“ bezeichnet) leider vergessen uns bei seinem Autovergleich eine qualitative und quantitative Analyse der jeweiligen Stoffgemische mitzugeben. Liest man diesen gesamten Mist einmal nur quer, wird klar, warum jener Autor es vorzog, anonym zu bleiben. Denn wer so einen Stuss ins Web stellt, ist beruflich erledigt. Der Mann mag sich „Chemiker“ nennen, aber er ist fachlich nie über den KOSMOS-Experimentierkasten hinausgekommen.

Also fassen wir das Wirken von „Netzwerk Rauchen; „VEBWK“, „BVGG“ (wer war das noch mal?) kurz und griffig zwischendurch zusammen: TOTALES SCHEITERN AUF DER GANZEN LINIE. Die Geschichte der „Raucherlobby“ in Deutschland (aber auch weltweit, wo Ähnliches zu konstatieren ist) ist somit auch zu einer Geschichte des vollumfänglichen Versagens und der nackten Erfolglosigkeit geworden.

Alles, was diese Leute je angefasst haben um die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung in ihre verqualmte Richtung zu biegen, ging gnadenlos schief. Keine Lüge war ihnen dabei dämlich und offenkundig genug, keine Diffamierung zu widerwärtig, keine Beleidigung zu obszön und keine Dummheit zu unterirdisch. Von verdrehten wissenschaftlichen Studien über die ständige Schmähung von Wissenschaftlern und Institutionen wie dem DKFZ und der WHO bis hin zu dümmlichsten selbstgedrehten Filmchen die bei YouTube eingestellt wurden. Nein, diese hilflosen verzweifelten Tabakjunkies haben im Namen ihrer Nikotinsucht jedes Fettnäpfchen zuverlässig gefunden und sind mit Verve hineingetreten um sich und ihr eigenes geistiges Unvermögen konsequent der Welt zu präsentieren.

Was darüber hinaus stets für Furore sorgte, waren die peinlichen Nazivergleiche auf unterstem intellektuellen Niveau, die zu lesen man fast täglich das zweifelhafte Vergnügen hatte. Ja, Adolf Hitler war „militanter Nichtraucher“ (sagt man zumindest). Prima. Und Göbbels hinkte. Sind nun alle Menschen mit Gehfehlern Nazis? Und Saddam Hussein, Stalin und Mao-Tsetung waren Raucher. Sind nun alle Raucher Menschenschlächter? Dümmliche Vergleiche dieser Art gab es zuhauf.

Und das Ergebnis dieser desperaten Auftritte? Null, nada, niente, zero. Habt Mitleid, Leute! Umfänglicher kann man nicht versagen als die Möchtegernlobbyisten der selbsternannten „Freiheitskämpferfraktion“. Kein einziges Nichtraucherschutzgesetz wurde länger als wenige Wochen oder Monate gestoppt, keine diesbezügliche Regelung zurückgenommen (im Gegenteil, es wurden sogar strengere Regeln implementiert) und keine öffentliche Meinung hat je groß Notiz von diesen Rittern der traurigen Nikotinikergestalt genommen.

Gut, es gab schon einige wenige Randnotizen zu vermelden wo die Nikotinfraktion einmal kurz in das Rampenlicht treten und nach Kräften dilettieren konnte. Der damalige Vorsitzende des „Netzwerk Rauchen“ zum Beispiel, ein gewisser Christoph Lövenich aus Bonn, wurde dereinst sogar zu einer Talkshow im Lokalfernsehen eingeladen und hatte dort Gelegenheit, seine wirren Thesen („Rauchen erzeugt keinen Lungenkrebs, es ist die Angst davor bzw. die Warnhinweis auf den Packungen“) zu vertreten. Mit dem einzigen Ergebnis bei allen Anwesenden entweder ungläubiges Staunen oder schallendes Gelächter zu ernten. Aber wesentlich mehr war wohl nicht an Öffentlichkeitswirkung. Und sogar die ging gründlich daneben. Man(n) hat es schon sehr schwer, wenn man der Menschheit schlüssig erklären will oder muss, die Erde sei eine Scheibe.

Und wenn mal kurz etwas gefeiert werden konnte war das auch der bekannte Schuss in den Ofen. So wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Juli 2008. Es gab reichlich Applaus, dafür dass die Nichtraucherschutzgesetze in Baden-Württemberg und Berlin für teilweise verfassungswidrig erklärt wurden. Aber es wurde dann nicht einmal die Urteilsbegründung richtig gelesen und die daraus abzuleitenden rechtlichen Möglichkeiten wurden genau so ignoriert. So stand nämlich in dem Urteilstext klar und deutlich geschrieben, dass auch ausnahmslose Rauchverbote in der Gastronomie verfassungskonform sind. Aber man muss von Menschen, die sich täglich 20 oder mehr Zigaretten in die Lungen und den Kopf ziehen auch nicht erwarten, dass sie eine Urteilsbegründung, die immerhin mehrere Dutzend Seiten lang ist, lesen und verstehen können.

Auf eine besondere Katastrophe der vereinigten Nikotinfront möchte der Chronist aber doch noch gerne eingehen. Einige wenige Nikotinsüchtige haben sogar für ihr hilflos vorgetragenes Unterfangen nach absoluter Raucherfreiheit eine eigene Partei gegründet. Sie nannte (oder nennt sich noch, man weiß es nicht genau, ob sie noch existiert) „BmB“. Dieses Kürzel steht nun nicht für „Besonders massive Blödeleien“ (was man aber angesichts der verbalen Ausfälle ihres Vorsitzenden, eines gewissen Herrn Johannes Brender, annehmen möchte), nein „BmB“ steht für „Bund mündiger Bürger“.

Uu etwas mehr als einem heiter-satirischen Bericht in der Landesschau des SWR hat es aber auch diese Blödeltruppe aus dem badischen Schwetzingen nicht gebracht. Der Zugang zu Wahlen blieb ihr bisher leider verwehrt (was die Menschheit sicher in tiefstes Bedauern stürzen wird), da sie es nicht einmal vermochten, die vom Landeswahlleiter kraft Gesetz geforderten wenigen Tausend Unterstützerunterschriften beizubringen. Daher darf man Herrn Brender getrost als den „erfolglosesten Parteivorsitzenden aller Zeiten“ bezeichnen. Und warum Menschen, die an der Suchtdroge Tabak kleben wie eine Fliege am Fliegenfänger sich als „mündig“ bezeichnen, muss man nicht wirklich verstehen.

Update 2014: Johannes Brender, der Gründer des „BmB“ ist leider vor zwei Jahren plötzlich verstorben. Mit 58 Jahren. „Raucher sterben früher“. Das ist bekannt. Ob der „BmB“ noch existiert ist unbekannt.

„Haben die Nikotinlobbyisten denn nun überhaupt etwas zu Stande gebracht?“, möchte man angesichts ihres offensichtlichen Totalversagens fragen. Wobei mit dem Terminus „Nikotinlobbyist“ selbstverständlich nicht die knallharten Profis gemeint sind, die früher von den Tabakdrogenbossen angeheuert wurden und deren vordringliche Aufgabe es war, den Tabakdrogengebrauch als „hip“ und „cool“ hinzustellen und an allen möglichen Stellen innerhalb der Politik dafür zu sorgen, dass diese tödliche Droge weiterhin möglichst ungehindert unters Volk gebracht werden darf. Wir sprechen in unserem Zusammenhang nämlich immer noch von unserer Laienspielerschar um den heutigen Vorsitzenden des „Netzwerk Rauchen“, eines gewissen Herrn Michael Löb aus Worms.

Ja, ich meine schon. Diese Menschen haben uns bewiesen, wie ein paar versprengte und kognitiv einigermaßen unterdurchschnittlich begabte Nikotinkasper immerhin in ihren Webforen und auf ihren Internetseiten für jede Menge unfreiwillig komische Auftritte sorgen können, sich dabei vereint nach Kräften blamieren und bei diesen willenlosen Aktionen auch noch das Unterschichtenfernsehen mit seinen abgeschmackten Brülltalkshows und extraflachen „Dokusoaps“ locker geistig zu untertunneln vermögen. Denn die Quintessenz aus dem „Wirken“ des „Netzwerk Rauchen“ & Co. ist die einfache Frage: „War da was?“.

Also, was war denn da?

Nun, die Herrschaften haben das getan, was man in ihren Raucherkneipen auch zu tun pflegt. Sie haben richtig auf den Putz gehauen und laut herumkrakeelt. Ihre Gegner waren in ihrer schrägen Diktion stets „Irre“, „Fanatiker“; „Faschisten“, „Brut“, „Nazis“, „Kranke“ usw. usw. Unter ständiger  Zuhilfenahme dieser und ähnlicher Injuiren wurde der Mund mit den gelben Zähnen ganz groß aufgerissen. Und wie bei jeder zünftigen Kneipenrandale hat das Ergebnis kaum jemand außerhalb wahrgenommen.

Die „Presseerklärungen“ des „Netzwerk Rauchen“ zum Beispiel wurden höchstens einmal in der „Smoker’s News“ erwähnt. Die zum Zwecke der Nikotinpropaganda veröffentlichten Pamphlete (man erinnere sich an die bahnbrechende „Trifelser Erklärung“ die man mit dem Spruch „Freiheit ist eines der höchsten Güter der Menschheit“ zu übertiteln wagte und damit der Unfreiheit und Tabakabhängigkeit des Tabakdrogenkonsums munter das Wort redete) verschwanden irgendwo im Nirwana des World-Wide-Web und wurden höchstens im Webforum der Nikotiniker beachtet und bejubelt.

Aber das, was da gerne mal als „billiant“ deklariert wurde (obwohl es immer und ausnahmslos kompletter Bullshit war), war vom jedem Menschen dessen IQ geringfügig höher liegt als der eines dressierten Äffchens schnell als Unsinn in Extremform zu entlarven. Aber dies alles hatte aber zumindest einen hohen unterhaltenden Wert. Und darin liegt der eigentliche gesellschaftliche Wert dieser Nikotinkasper:  Sie haben uns vortrefflich unterhalten und zum Lachen gebracht. Und sie haben vor allem anderen der Welt ihre unvorstellbare Ignoranz, ihre Intoleranz, ihre Aggressionen und ihre krankhafte und ins wahnhafte überteigerte Tabakdrogensucht demonstriert. Und sie haben demonstriert, dass die besten (und wirrsten) Geschichten immer noch Leben selbst schreibt.

Und nur wer wirklich mochte, konnte aus ihrem unsäglichen Gequase und dem vollkommen desperaten Ringen dieser Amateure sogar noch etwas lernen. Diese Erkenntnis war aber so einfach und banal wie das Rauchen selbst. Sie lautet: „Ja, es gibt tatsächlich einige wenige Menschen auf der Welt, die sogar so dumm sind, sich für ihren krebs- oder herzinfarktbedingten frühen Freitod mal ordentlich ins Zeug zu legen“. Diese Leute nennen das in ihrer kompletten Verwirrung dann übrigens „Selbstbestimmung“ und „Freiheit“. Ja, Selbstmord als Selbstbestimmung. Das tut weh. Wirklich. Aber gegen Kopfschmerzen hat die bekannte „Pharmalobby“ auch immer etwas im Angebot. Apropos „Pharmalobby“: Über die wirren Verschwörungstheorien der Hardcoresuchtraucher zur Verquickung von Pharmaunternehmen zur Tabakprävention wollen wir hier nicht mehr reden. Der Text würde ansonsten uferlos.

Ebenso möchte ich nicht vertiefend darauf eigehend, wie viele tausend Male man lesen konte, ein Mitglied dieser Raucherfraktion sei in einer Kneipe gewesen und habe gesehen, dass der Nichtraucherbereich gähnen leer gewesen sei, im Raucherbereich allerdings eine wilde Party stattgefunden habe. Man muss Menschen, deren Sichtweise auf die Welt einfach verwirrt ist, ihr Weltbild lassen.

So sind wir nun am Ende der Betrachtungen zum Totalversagen der Raucherlobby angekommen. Die Suchtraucher lecken die Wunden und schimpfen wie die Rohrspatzen über den „faschistischen (wahlweise „faschistoiden“) Verbotsstaat“, Adolf Hitler kommt als historischer „Ober-Antiraucher“ immer wieder zu gelegentlichen Erwähnungen und die Freiheit des Abendlandes steht angeblich nach wie vor auf dem Spiel weil man in Gaststätten nun nicht mehr rauchen darf.

Aber egal wie sie lamentieren, jammern und kreischen: Sie werden weiterhin nichts ausrichten, sie werden erfolglos bleiben und die Welt wird sich langsam aber sicher des Übels „Tabakrauchen“ entledigen. Und irgendwann werden dann auch diese Hardcoreraucher schweigen. Entweder weil sie einsehen, dass sie keine Chance haben für ihren verzapften Unsinn mehr als nur ein mitleidiges Lächeln zu ernten oder weil sie aufgrund ihres Tabakkonsum schon lange nicht mehr schreiben können, ganz einfach weil sie das „sozialverträgliche Frühableben“ dann doch ereilt hat (wobei aber klar ist, dass Lungenkrebs immer nur „die anderen“ bekommen).

Also, meine lieben Damen und Herren vom „Netzwerk Rauchen“ & Co. Bitte denken Sie daran, dass der letzte das Licht ausmacht. Es ist nämlich ausgeraucht.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 19. März 2014 in Netzwerk Rauchen

 

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Eine Antwort zu “Raucherwahnsinn historisch: Der Abgesang der Hardcorequalmer

  1. Noch_ein_Leser

    14. Februar 2017 at 17:51

    Ropohl hat ja nun auch ausgeraucht. 77? Schönes Raucheralter!

     

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