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Werner Niedermeier (aka „Aranita“) – reingelegt!

Werner Niedermeier aus Karlsfeld bei München war früher einer der ganz großen im Qualmbusiness. Mit seinem Blog „rauchernews.de“ war er über Jahre hinweg das Sprachrohr für die Freunde von Lungenkrebs und Raucherbein. Leider ist es um den Mann diesbezüglich sehr still geworden. Er hat seinen Kampf die Windmühlen des Nichtraucherschutzes wohl aufgegeben, der liebe Werner. Aber auf Sendung ist er immer noch. Auf seinem Blog „aranita.blog“ betätigt er sich schreibend und liefert so etwas, was entfernt an politische Kommentare erinnert. Aber weil Werner nun mal nicht der hochbegnadete Schreiber ist (das war er nie), lesen sich seine Ergüsse eher zähflüssig, um nicht zu sagen langweilig. Aber eines mag der Mann aus Bayern: er lamentiert fortwährend gegen den Zeitgeist, gegen „Gendersprech“, „Quotenwahn“ und andere Zeitgeistthemen mehr. Und man merkt dabei, dass der Mann ziemlich depressiv drauf sein muss.

In einem seiner letzten Beiträge versuchte er herzuleiten, dass das Wort „Neger“ im Prinzip doch in Ordnung sei:

Dabei ist das Wort „Neger“ ja völlig wertfrei, Martin Luther King, dem man ja selbst beim besten Willen nicht unterstellen kann, dass er Rassismus betrieben hat, sprach immer von „Negro“, wenn er über seine Rasse sprach. Das Wort wurde erst durch Sprachfaschismus zu einem „bösen“ Wort.

Tja, wenn man keine Ahnung hat… Also, lieber Werner, „Negro“ ist nun mal nicht „Neger“ (OK, jeder mit einem IQ über 80 kommt da von alleine drauf), Negro hatte eine andere Bedeutung und existierte neben dem Wort „Nigger“, welches eindeutig einen die Schwarzen Amerikaner beleidigenden Charakter hat und welches wiederum von „Negro“ abgeleitet war. Und warum glaubst Du nennen sich die Amerikaner, deren Vorfahren aus Afrika kamen,  heute (40 Jahre nach MLK) fast ausschließlich  „Afro-Americans“? Na, Werner, schon mal nachgedacht?

Und, Wernerchen, wenn Du schon von „Faschismus“ redest, warst Du es nicht, der Rauchgegner gerne im Internet früher auch als als „Faschisten“ bezeichnet hat (Link1 Link2)?

Natürlich gab es Idioten, die „Neger“ auch als Schimpfwort benutzten. Dafür kann das Wort aber nichts.

Natürlich nicht. Nur wenn Du Begriffe als problemlos bezeichnest, die auch von Neonazis gerne ins Feld geführt werden, um Menschen afrikanischer Herkunft zu schmähen, sagt das doch eine Menge über Deine Grundgesinnung aus, oder?

Es geht aber auch anders. Ein Wort, welches ursprünglich sogar überwiegend negativ gemeint war, ist das Wort „schwul“. Doch die schwule Gemeinschaft kreischte nicht „homophob“ und „verbieten“, sondern sie verwendete das Wort „schwul“ selbst als Beschreibung ihrer Sexualität. Damit nahm sie gekonnt den Hetzern den Wind aus den Segeln.

Wernerchen und wie bitte erklärst Du, dass das Wort „schwul“ bei männlichen Jugendlichen heute ein ziemlich übles Schimpfwort ist? Ich wollte Dir Deine rosarote Brille nicht herunterreißen, oder vielleicht doch. Nein, eigentlich wollte ich nur zeigen, dass Du keine Ahnung hast und nur dummes Zeug schreibst. Weil Du krampfhaft versuchen willst, gegen den von Dir gehassten Genderismus und bestimmte Sprachregelungen anzuschreiben.

Mal ganz allgemein: Die Verhunzung der deutschen Sprache durch Gendersternchen, -unterstrich & Co. mag die eine Sache sein. Als Sprachpurist stößt mir dieser Quatsch auch auf. Aber wenn man schon gegen Sprachregelungen aufbegehrt, sollte man sich bei jedem angegriffenen Begriff genau überlegen, wie dieser zu werten ist. „Neger“ ist heute nun einmal ein Neonazibegriff gegen Menschen afrikanischer Herkunft. Ähnlich wie der Begriff „Kanaken“, was in der hawaiianischen Ursprache schlicht „Mensch“ bedeutet. Aber wer heute zu einem Ausländer „Kanake“ sagt, meint eben die beleidigende moderne Begriffsinterpretation. Und sonst gar nichts.

Beim Menschen gibt es zudem, zumindest vom Standpunkt der Zoologie (also einer anerkannten Wissenschaft) her betrachtet keine „Menschenrassen“. Was die Nazis in ihrem Rassenwahn noch behauptet hatten und dafür nie einen Beweis antreten konnten, der einer wissenschaftlichen Prüfung hätte standhalten können. Also sollte man sich heute auch nicht Nazivokabular zu eigen machen.

OK, beenden wir unsere Besprechung des Niedermeierschen Unsinns hier. Aber ein kleiner Gag am Rande soll noch erwähnt werden. Ein kurzer, von mir verfasster und als Leserbrief getarnter Text, wurde von einem „faschistoiden Rauchgegner“ aus meinem Umfeld als Kommentar bei Werner eingestellt:

aranitablog1

Der Text ist eine Abwandlung aus einem Biologiebuch mit einer eigenen Bewertung des Sachverhaltes. Aber was kommt heraus, wenn man von jeder Zeile den ersten Buchstaben nimmt und zu einem Aussagesatz zusammenfügt?

Die Antwort gibt es hier.

Muhahahaha!

 
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Verfasst von - 11. Januar 2017 in Uncategorized

 

2016 – Der große Jahresrückblick von Destruxol

Ein Gastbeitrag zum Jahresausklang

 

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende und auch wenn es noch ein paar Tage bis Silvester sind, so werden wir demnächst mit Jahresrückblicken überrannt werden. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen, bietet so ein Jahresrückblick doch die Möglichkeit alle jene Raucheraktionen zu besprechen, die keinen eigenen Beitrag wert waren, aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Glücksmoment für die Raucher:

Entscheidung im Raucher-Mietwohnungs-Prozeß

Deutschland bekanntester (noch lebender) Raucher Friedhelm Adolfs hat in letzter Instanz gesiegt und darf weiterhin in seiner Wohnung bleiben. Ein großer Sieg für die Raucher, für die dieses Urteil… äh… eigentlich nichts ändert! Trotzdem haben sie in den diversen Forum über das Urteil verbalejakuliert und sich wie die Schneekönige mit Friedhelm gefreut. Eine Freude, die fast schon zynisch wirkt, bedenkt man die Wohnlage von Friedhelm. Steht Friedhelm rauchend an seinem Wohnungsfenster, dann sind die Hundekothaufen auf dem Gehweg nämlich fast schon auf Augenhöhe. Aber der Friedhelm hat ja schon angekündigt, dass er demnächst umziehen wird. Am Ende wird die Vermieterin also ihr Ziel erreichen, wenn auch mit etwas höheren Kosten. Vorausgesetzt der Friedhelm und seine ebenfalls rauchende Freundin finden eine bezahlbare Wohnung und einen raucherfreundlichen Vermieter. Wir sind jedenfalls gespannt, ob das Vorhaben glückt.

Rückschlag für die Raucher:

EU-Tabakproduktrichtlinie 2

Riesen Aufschrei in der Rauchergemeinde. Die Tabakproduktrichtlinie 2, ganz kurz TPD2, offiziell „Richtlinie 2014/40/EU zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/37/EG“ wurde dieses Jahr auch in Deutschland umgesetzt. Besonders beliebt ist dabei das Thema der sogenannten Schockfotos. Die Verpackungen von vielen Tabakprodukten müssen seitdem mit Warnhinweisen aus einer Kombination von Bild und Text versehen werden, die 65 % von Vorder- und Rückseite bedecken. Das trübt natürlich den Genuss, wenn man beim Anzüchten des Lungen- und Kehlkopfkrebses schon sehen kann, wie man vielleicht selbst einmal aussieht. Daher gibt es inzwischen eine Vielzahl an Aufklebern und Hüllen, mit denen man die ungeliebten Bilder überdecken kann. Aber selbst wenn der Raucher beim Einkauf die Augen verschließt und die Packung gleich nach dem Bezahlen, mit immer noch verschlossenen Augen, in die bereits vorbereitete Hülle stülpt, wird er stetig an die Gefahren des Rauchens erinnert. Und das ärgert ihn mit jedem Zug.

Einzelkritiken Vereine und Gruppen:

Bürger für Freiheit und Toleranz e.V.

Der Verein um Vorsitzenden Bodo Meinsen hatte dieses Jahr Grund zum Feiern, denn im Februar jährte sich der Jahrestag der Vereinsgründung zum 5. Mal. Das ist aber auch schon der einzige Erfolg, denn es in diesem Jahr zu vermelden gab (und vermutlich auch der bedeutenste Erfolg seit der Vereinsgründung). Dabei hatte man vor 5 Jahren noch Ambitionen. Ich erinnere mich dabei nur zu gerne an das abgesagte Festival. Doch was ist aus diesem Verein geworden? Welche Aktivitäten hat er heute noch vorzuweisen? Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich einen Screenshot von der offiziellen Website des Vereins präsentieren:

BfT e. . - Nur noch "tote Hose"!

BfT e. . – Nur noch „tote Hose“!


Quelle: http://www.freiheit-toleranz.de/blog/aktionen

Keine Aktionen? Ist es nicht ein Armutszeugnis für einen Verein mit mehr als 10.000 likes auf Facebook, wenn er keine eigenen Aktionen vorweisen kann? Ok, das war jetzt mein Fehler. Denn im Netz zeigt der Verein tatsächlich noch Aktivitäten. So erscheinen immerhin täglich neue Beiträge auf der Website und der Facebookseite. Bei näherer Betrachtung muss man jedoch erkennen, dass diese fast ausschließlich in folgende 3 Kategorien fallen:

  1. Artikel von Vorstandsmitglied Matthias Heitmann, Journalist aus Frankfurt
  2. Kopierte oder verlinkte externe Artikel aus anderen Medien
  3. Bilder mit Zitaten von prominenten Persönlichkeiten

Also nichts, was sich auf reale Aktionen von BFT bezieht. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Popularität dieses Vereins und seine Likezahlen auf Facebook:

bft-in-zahlen-1

bft-in-zahlen-2
https://www.facebook.com/BFT.e.V/?fref=ts

Seit Jahresbeginn hat BFT e.V. auf Facebook mehr als 200 Likes verloren. Bei mehr als 10.000 Likes kein großes Ding, aber durch den kontinuierlichen Verlust ein mehr als deutliches Zeichen: BFT e.V. rockt nicht mehr! Da helfen auch finanzielle Investitionen in Facebookwerbung nicht weiter. Diese generieren zwar kurzfristig viele Likes, schaffen aber keine dauerhafte Bindung und erst recht keine reale, kostenpflichtige Mitgliedschaft. Die reale Mitgliederzahl von BFT e.V. dürfte sich eh eher im zweistelligen Bereich befinden. Das sieht man auch deutlich daran, wie viele Fans die Beiträge von BFT e.V. teilen oder liken. Oder wie viele Follower BFT e.V. auf Twitter hat:

BfT e. V. twittert sinnloses Zeug

BfT e. V. twittert sinnloses Zeug


https://twitter.com/bftev

Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte e.V.

Kommen wir zum Komitee zur Wahrung der Bürgerrechte und damit zum einzigen Verein in dieser Auflistung, der in diesem Jahr noch weniger vorzuweisen hat, als BFT. Aber sie haben noch große Pläne und nur deshalb werden sie hier erwähnt. Das Komitee möchte nämlich wieder aktiver werden und im Wahlkampf der 2017 anstehenden Landtagswahl in NRW mitmischen. Diesen Vorsatz können wir nur unterstützen. Zugegeben, die neue Homepage http://www.komitee-buergerrechte.de hat noch nichts vorzuweisen, aber ich bin sicher, der Webmaster bekommt das noch hin. Und wenn dann endlich der Wahlkampf für die Landtagswahl NRW losgeht, wird die Site sicher wieder im alten nikotingelben „Glanz“ erscheinen. Naja, oder auch nicht, denn der Radi hat bereits im März verkündet, dass die neue Seite fast fertig ist und seitdem ist nicht viel passiert. Aber wir sind hier weiterhin optimistisch. Und bis es soweit ist, werden wir zumindest auf dem Blog von Manfred Engelhardt weiterhin auf dem Laufenden gehalten (Link).

Netzwerk Rauchen e.V.

Netzwerk Rauchen e.V. machte in diesem Jahr ebenfalls keine gute Figur. Angefangen hat alles damit, dass so ein übereifriges Mitglied gleich mal Fotos von der Mitgliederversammlung in der Facebookgruppe postete und der Welt damit offenbarte, dass dem Verein das Nebenzimmer einer kleinen Kneipe genügt. Was mit den restlichen Mitgliedern von Deutschlands größten Raucherverein an diesem Tag war, weiß man nicht. Ebenso ist auch bei diesem Verein unklar, ob es überhaupt noch weitere Mitglieder gibt. Immerhin haben etliche Kämpfer für Lungenkrebs und Raucherbein sich inzwischen zurückgezogen oder liegen 6-feet-under. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man inzwischen nicht mehr ganz so wählerisch bei der Auswahl der Mitstreiter ist. Hatte man früher noch ein Auge auf die Boardhygiene, sind inzwischen sogar prominente Neonazis willkommen. Selbst als dieser Blog die Aktivitäten von NPD-Funktionärin Gitta Schüßler in der Facebookgruppe von Netzwerk Rauchen enthüllte (Link), wurde sie nicht aus der Gruppe entfernt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man beim Kampf gegen die TPD2 inzwischen jeden Mann und auch jede Frau braucht?

Raucher in Deutschland

Kommen wir zum Schluss zur schrägsten Gruppe in dieser Auflistung. *** Vollautomatische Stopfmaschine für 50 € *** Raucher in Deutschland ist eine von zwei Gruppierungen in dieser Auflistung, die es nur virtuell gibt. Mit etwas mehr als 3.000 Mitgliedern ist es sogar die größte öffentliche deutsche Rauchercommunity auf Facebook. *** Ich wünsche allen ein schönes Wochenende! *** Die 7 Administratoren – darunter auch 2 Sockenpuppen des Gründers – sind mit der Größe der Gruppe aber offensichtlich überfordert oder schlicht zu faul für die Moderation. Rassisten und rechte Verschwörungstheoretiker nutzen diese Lücke für ihre krude Propaganda, vor allem gegen Flüchtlinge. *** Hi, was raucht ihr so? *** Aber konstruktive politische Diskussionen gab es in der Gruppe ohnehin noch nie. Schon seit der Gründung beschränkte sich der Austausch innerhalb der Gruppe auf Spam, Verschwörungstheorien und Hetze. *** TOP-Angebot: Vollautomatische Stopfmaschine! Nur noch 40 € ! ! ! ! ! *** Und Feinde fand man in dieser Gruppe immer genug: Antiraucher, Grüne, SPD, NRW Genießt, Politiker generell und 2016 auch vermehrt Flüchtlinge und Moslems.

Einzelkritiken Persönlichkeiten:

Ronald Blumberg

Ronald Blumberg, Ron Blu, Rader Raucher oder wie er sich sonst noch nennt, ist ein extrem rüpelhafter und sehr stark rechts angehauchter Pfeifenraucher. Er ist Gründer und Administrator der Facebookgruppe „Raucher in Deutschland“, mutmaßlicher Administrator der Facebookseite „Bergische Bürger Initiative e.V.“ und mutmaßlicher Herausgeber der Blogs „Rachow und Cohortes“ und „Der Freibrief“. Doch auf allen Kanälen hat er sich 2016 ziemlich rar gemacht. Während er früher fast schon im Stundentakt seinen Hass ins Netz ergoss, vergehen inzwischen bis zu 4 Wochen, in denen man gar nichts von ihm liest. Und wenn er doch mal was postet, dann ist der Beitrag so lahm und langweilig, wie Nicolai Kosirogs Versuche lustig zu sein (Link).

Roland Dittmar

Mit einem genialen Schachzug hat sich Roland Dittmar kurz vor Redaktionsschluss noch einen Platz im Jahresrückblick gesichert. Man könnte angsichts seiner Äußerung fast meinen, der Schriftführer von Bürger für Freiheit und Toleranz e.V. kennt sich mit Scheiße als politischem Statement aus *muahahaha*

Roland Dittmar hat ein Verdauungsproblem

Roland Dittmar hat ein Verdauungsproblem


https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/719373894877305/

Alexander Jäger

Der erfolgreiche FDP-Politiker von der Ostalb wagte dieses Jahr einen Neuanfang. Er hat sein Juweliergeschäft geschlossen und ist unter die Autoren gegangen. Sein Erstlingswerk trägt den Titel „Die gute Dame“ und ist auf Amazon erhältlich (Link). Dass Herr Jäger von der Schreiberei leben kann, darf stark bezweifelt werden. Das Buch richtet sich nämlich an eine sehr spezielle Zielgruppe und die dürfte ziemlich klein sein. Genauer gesagt hat Herr Jäger von April bis Juli nur 5 positive Rezensionen erhalten und seitdem ist Ruhe. Amazon-Prime-Kunden können sich den Roman übrigens kostenlos als ebook ausleihen. Es ist also durchaus möglich, dass es weniger Käufer als Rezensenten gibt. Hoffentlich hat das nächste Werk eine größere Fangemeinde, sonst wird das nichts mit der Autorenkarriere.

Werner Niedermeier

Die Schreiberei weitgehend aufgegeben hat dagegen Werner Niedermeier. Nach rauchernews.de hat er auch seinen Blog aranita.de geschlossen. Aber keine Angst! Werner schreibt weiterhin Rezensionen bei Amazon (Link) und twittert fleißig über Gott und die Welt (Link). Er bleibt uns also weiterhin erhalten, auch wenn er nicht mehr so präsent ist wie früher.

Edit: Wie ich nach Redaktionsschluss erfahren habe, ist Werners Blog über aranita.blog wieder erreichbar.

Jürgen Vollmer

Der Hammer des Jahres: Jürgen hat mit dem Rauchen aufgehört! Nein? Doch! Ohhh…

Jürgen Vollmer aus Marburg - Alte Sprüche, aber rauchfrei!

Jürgen Vollmer aus Marburg – Alte Sprüche, aber rauchfrei! Quelle

Ausgeraucht

Auch in diesem Jahr hatte die Rauchergemeinde ein paar Verluste zu betrauern. Hier eine kleine Auswahl der Todesmeldungen aus den diversen Raucherforen:

Tamme Hanken

deutscher Tierheilpraktiker, (* 16. Mai 1960, + 10. Oktober 2016)

Peter Heinrichs

Kölner Tabakladenbesitzer, (* 1946, + 4. November 2016)

Wolfgang „Wölli“ Rohde

Ex-Schlagzeuger der Toten Hosen, (* 9. Januar 1950, + 25. April 2016)

Biggi

engagierte Demoteilnehmerin aus Radis Freundeskreis

Was ist eigentlich…

…mit den Helmut Partys?

Seit nunmehr einem Jahr hat man nichts mehr von den Helmut Partys gehört. Genauer gesagt, ist die letzte über Google auffindbare Nachricht auf 10 Tage vor dem Tod des Namensgebers datiert. Seitdem herrscht Funkstille. Ist für die beiden Promoter Gerald Rademacher und Ronald Blumberg ja auch zu peinlich, zugeben zu müssen, dass man eine total blöde Idee hatte und damit einigen Wirten erhebliche Bußgelder bescherrt hat. Und wenn die Wirte sich auch noch daran erinnern, wem sie das Bußgeld verdanken und ihnen dann noch einer das Prinzip der „Regressforderung“ erklärt, könnte es nicht nur peinlich, sondern auch noch teuer für die beiden werden.

Ein Raucherwirt ist lernresistent.

Ein Raucherwirt ist lernresistent.


http://www.derwesten.de/staedte/essen/helmut-party-olg-hamm-bestaetigt-bussgeld-fuer-essener-wirt-id11232981.html

…der Raucherpartei?

Kenner der Szene werden jetzt fragen: Welche? Denn Ankündigungen eine Raucherpartei zu gründen gab es viele. Es gab auch schon ein paar Versuche. Ich erinnere mich da z. B. an den Bund mündiger Bürger, dessen Existenz fast zeitgleich mit dem Tod des Voritzenden endete (Link). Aber die letzte Aktivität des BMB liegt schon viel zu lange zurück, um eine Erwähnung in diesem Jahresrückblick zu rechtfertigen (Link). Gemeint ist vielmehr die Ankündigung von Ronald Blumberg bzw. Achim Kobsch im letzten Jahr:

Ronald Blumberg träumt von einer "Raucherpartei".

Ronald Blumberg träumt von einer „Raucherpartei“.


https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/512916698856360/

Wer sich jetzt fragt: Achim Kobsch? Muss man den kennen? Natürlich! Achim Kobsch war nämlich der Wirt, der die Niederlage der Helmut Partys vor Gericht zu verantworten hatte (Link). Die Ankündigung der Parteigründung war allerdings noch vor dem Urteil. Nach dem Urteil hat man davon dann nichts mehr gehört. Schade eigentlich, so eine Raucherpartei wäre sicher lustig geworden. Also für uns, nicht für die!

…den Volksbegehren?

Auch von den direktdemokratischen Initiativen hat man schon lange nichts mehr gehört. In NRW dürfte sich das Thema wohl endgültig erledigt haben. Der interne Streit in der Raucherszene über die Ausrichtung des Volksbegehrens und seiner Finanzierung hat dem Vorhaben ein vorzeitiges Ende gesetzt. Und eine Neuauflage scheinen die Beteiligten zu scheuen. Ganz anders die unermüdlichen Kämpfer in Bayern. Den Volksentscheid verloren und das eigene Volksbegehren vergeigt, denkt man in Bayern noch lange nicht ans Aufgeben. Über ein Volksbegehren zur Legalisierung von Hanf versucht ein Ex-Wirt Raucherclubs durch die Hintertür zu erlauben. Und das ohne Unterstützung der bayerischen Rauchergrößen! Im Vergleich zum ersten Versuch hat Vaci diesmal sogar die erste Hürde von 25.000 Unterschriften genommen. Doch dann haben das Bayerische Innenministerium und der Bayerische Verfassungsgerichtshof dem weiteren Weg einen Riegel vorgeschoben (Link). Doch gibt Vaci auf? NEIN! Natürlich nicht! Anders als die heulenden und nörgelnden Waschlappen in NRW haben bayerische Raucher nämlich Eier in der Hose und Stehvermögen!

…der Verfassungsbeschwerde?

Am 28. April 2014 hat die Bergische Bürger Initiative e.V. eine Verfassungsbeschwerde gegen das Rauchverbot in NRW eingereicht (AZ: 1 BvR 1252/14), doch bis heute hat man nichts davon gehört. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass es die Bergische Bürger Initiative e.V. nicht mehr gibt. Auf der Facebookseite vertrollt Ron Blum die Links zu seinem Hetzerblog und die Website wurde aus dem Netz genommen. Ob das vielleicht mit der Anzeige von Pro Rauchfrei gegen die öffentlich beworbenen Geschlossenen Gesellschaften zusammenhängt? (Link)

Schlusssatz

Liebe Raucher,

jetzt mal ehrlich: Eure Performance 2016 war Scheiße! Wie wollt ihr mit diesem katastrophalen Engagement irgendein Rauchverbot reißen? Für 2017 erwarte ich mal wieder etwas mehr Engagement und Aktivität! Und Ausreden wie Atemnot, Schmerzen im Bein oder sozialverträglichem Frühableben zählen nicht mehr! Ihr seit durch die strengen Rauchverbote in Bayern, NRW und Saarland im Rückstand und da verbietet sich Zeitspiel! Also erhebt euch vom Frustsofa und kommt mal wieder zu Potte!

Euer
Destruxol

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2016 in Uncategorized

 

Ronald Blumberg und Gerald Rademacher – Geistiger Tiefflug par excellence

Mal wieder was aus der Welt von „Freiheit“ und „Genuss“. Also, liebe Leserinnen und Leser, ich weiß gar nicht, ob sie’s wussten, aber „Biggi“ ist unlängst verstorben. Aufmerksam auf den Trauerfall wurde ich durch einen facebook-Beitrag von Gerald „Radi“ Rademacher. Denn es kommt ja gelegentlich vor, dass die Extremraucher der bekannten facebook-Kanäle das Ableben ihrer Rauchgenossen der versammelten Gemeinde mitteilen müssen. So auch in diesem Falle:

Liebe Freunde!
Leider muß ich Euch heute mitteilen, dass unsere Freundin Biggi, gestern verstorben ist! Viele Leute kannten sie von den Raucherdemos in verschiedenen Städten, wo sie sich immer durch ihre sammelaktionen hervorgetan hat!
Man kannte sie auch durch den rosa Hut!
Hab dich wohl liebe Biggi…Du warst immer voll dabei…irgend wann sehen wir uns alle!
Ein herzliches Beileid an alle Angehörigen!
Und möge sie es dort oben besser haben als hier unten bei uns!
R.I.P. BIGGI !
(Quelle)

Wie üblich der bekannte Schwulst, wenn einer der Rauchgenossen nicht mehr unter uns weilt. Aber auch ein paar Fakten werden uns serviert. Denn was man über Biggis Engagement für das Rauchen wissen muss, lernen wir dann aus dem Nachruf von Rademacher: Sie war bei den Raucherdemos in NRW dabei (als man noch meinte etwas gegen den kompromisslosen Nichtraucherschutz ausrichten zu können), hat dabei Geld gesammelt (denn die Raucher waren immer notorisch klamm und die Strafen für das verbotene Rauchen in der Kneipe mussten ja irgendwie berappt werden) und trug gerne rosa Hüte. Soweit, so gut. Aber Nachrichten dieser Art sind ja nun nicht gerade ungewöhnlich. „Raucher sterben früher“ steht auf jeder Kippenpackung, seit kurzer Zeit auch garniert mit ein paar netten Bildchen, welche von unseren „Genussfreunden“ über die Maßen geschätzt werden. Besonders von jenen Rauchern, die nicht lesen können oder wollen.

Aber jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema. Einer neuen ultimativen Peinlichkeit von Ronald Blumberg und Gerald Rademacher. Für alle Leser zur Erinnerung: Blumberg (ein gescheiterter Werkzeughändler aus Radevormwald) und Rademacher (Ex-Koch und LKW-Fahrer aus Düsseldorf) waren vor zwei Jahren mit der haarsträubenden Idee am Markt, unter Berufung auf das Versammlungsrecht das Nichrauchergesetz in NRW aushebeln zu können. Über den juristisch hanebüchenen Schwachsinn, der unter dem Namen „Helmut Party“ firmierte (in Erinnerung an den bekanntesten Kettenraucher der Bundesrepublik), kann man hier im Blog alles nachlesen. Und die beiden haben was den öffentlichen Vortrag von Peinlichkeit betrifft, den Kanal noch lange nicht voll:

Ronald Blumberg und Gerald Rademacher - Peinlichste Beileidsbekundung ever!

Ronald Blumberg und Gerald Rademacher – Peinlichste Beileidsbekundung ever!

Ja, Gerald Rademacher ist fürwahr die allerhellste Kerze auf der Torte. Da wäre „Biggi“ gaaaaanz bestimmt seeeehr, seeeeeeehr stolz, könnte sie Ronald Blumberg noch erleben, wie er sich auf ihren Heimgang „eine ansteckt“.

Argggghhhhh!

 

 

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Das Netzwerk Rauchen, seine Boardhygiene und die NPD-Funktionärin

Ein Beitrag von Destruxol

Wer versucht als Nichtraucherschützer Mitglied in der Facebookgruppe von Netzwerk Rauchen zu werden, der hat es nicht leicht, selbst wenn er einen Zweitaccount mit falschem Namen verwendet. Um dort Mitglied zu werden, braucht man einen ausgefuchsten Account mit Profil und tadellosem Leumund als Kämpfer für Raucherbein und Lungenkrebs. Die Administratoren dieser Gruppe überprüfen nämlich jede Beitrittsanfrage und blocken verdächtige Anfragen zwecks der „Boardhygiene“ einfach ab. „Boardhygiene“ ist eine der wunderbaren Wortschöpfungen von Jürgen Vollmer, mit der er ausdrücken möchte, dass gegenteilige Meinungen in der Gruppe nicht erwünscht sind. Der Marburger Jürgen Vollmer dürfte allgemein bekannt sein als DER hochaggressive Raucheraktivist, der in den letzten Jahren wie kein anderer seiner Qualmkollegen seine Erzfeinde, die Rauchgegner, im Internet geschmäht und herabgwürdigt hat (Beweis)

Beim "Netzwerk Rauchen" wird "Boardhygiene" groß geschrieben - Dank Jürgen Vollmer aus Marburg!

Beim „Netzwerk Rauchen“ wird „Boardhygiene“ groß geschrieben – Dank Jürgen Vollmer aus Marburg!
Bei NPD-Aktivisten ist Netzwerk Rauchen allerdings nicht so kleinlich. So findet man in der Mitgliederliste dieser Facebookgruppe die NPD-Funktionärin Gitta Schüßler. Diese war von 2004 bis 2014 für die NPD im sächsischen Landtag und Mitbegründerin des Rings Nationaler Frauen.

Gitta Schüssler von der NPD darf bei "NEtzwerk Rauchen" mitspielen.

Gitta Schüssler von der NPD darf bei „Netzwerk Rauchen“ mitspielen.

Dass Gitta Schüßler in der Gruppe bleiben darf, verdankt sie sicherlich der Tatsache, dass ihre Partei und auch sie als Landtagsabgeordnete, sich stets gegen ein Rauchverbot in Kneipen ausgesprochen haben. Dass man ihre NPD-Aktivitäten einfach nicht bemerkt hat, kann man angesichts der eingangs erwähnten strengen Prüfung neuer Mitglieder und dem doch recht eindeutigen Vermerk in ihrem Facebookprofil wohl einigermaßen sicher ausschließen.
netzwerk-rauchen-npd-schuessler


Kommentar von Peter Rachow: Beim „Netzwerk Rauchen“ werden also auch Rechtsradikale gerne genommen. Hauptsache die Einstellung stimmt. Nämlich die zum Qualmen. Und wen juckt da schon die vielbeschworene „Boardhygiene“ des Jürgen Vollmer? Ganz abgesehen davon, dass Nazis in früherer Zeit das Wort „Hygiene“ auch gerne verwendet haben, z. B. in dem perversen Kampfbegriff der „Rassenhygiene“. 

Und wo bleibt eigentlich der Aufschrei des Alexander Jäger aus Aalen, der gerne seine Gegner schon mal als „rechts“ betitelt aber bei Nazis in der Rauchergruppe noch keinen Pieps vermeldet hat?

Apropos „Alexander Jäger“. Alex, ich finde angesichts Eures Neuzugangs von der NPD kommt der Gruß „Heil Lungenkrebs!“ endlich mal wieder zu seinem Recht.

 

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„Netzwerk Rauchen“. Mit Tabakschwachsinn gegen „Ekelbilder“

Das bekannte „Netzwerk Rauchen“ hat ein Markenzeichen: Das Verbreiten von hirnrissigem Schwachsinn pro Raucherbein und Lungenkrebs im Internet. War es in der letzten Zeit doch eher etwas ruhiger um den Krebsverein, dem der Wormers Michael Löb vorsteht, haben die Nikotinisten, die sich sinngemäß „Deutschlands führende Lobby für den Rauchgenuss“ nennen, nun wieder heftig zugeschlagen. Anlass war die Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie 2 („TPD2“) in deutsches Recht, welche u. a. das Anbringen von sog. „Schockfotos“ auf den Packungen zur Pflicht macht. Nachdem sich Tabakdrogenlobby jahrelang erfolgreich bei der Politik gegen die Einführung dieser bildlichen Warnhinweise gestemmt hatte, ist nun doch die finale Niederlage in der „Causa Schockbilder“ zu verzeichnen gewesen. In Deutschland müssen daher alle neu produzierten Zigarettenpackungen ab heute großflächig von der EU vorgegebene Bilder tragen, die zeigen, welche üblen Folgen der Tabakdrogensucht verursacht: Lungenkrebs, abgestorbene Beine, ein Loch im Kehlkopf als Folge eines Kehlkopfkrebses und viele andere Dinge mehr. Die Bilderreihen werden dabei turnusmäßig jedes Jahr ausgetauscht so dass der „Genussfreund“ immer mal wieder was Neues sehen kann.

Dass derlei einem kleinen Verein, der das Recht beansprucht, seine Mitmenschen immer und überall mit seinen krebserregenden tabakogenen Abgasen vollstinken zu dürfen, nicht kalt lassen kann, ist klar. Dafür hat die kleine Schar lungenkrebsverliebter Suizidfreunde sogar eine Domäne gesichert, die den Titel „ihr-uns-auch.de“ trägt und die wohl eine Art internetbasierter Stinkefinger sein soll. Gut, dass Menschen, die nun nicht gerade den höheren Bildungsschichten entstammen schon mal die Beleidigung als adäquate Form menschlicher Kommunikation ansehen, das kann man hier im Blog hundertfach nachlesen.

Auf der genannten Webseite geht es dann richtig rund. Man kann den Blödsinn, der dort verzapft wird, gar nicht zählen. Bereits auf der Startseite beginnt man sich gepflegt an den Kopf zu fassen:

Die Kampagne “Ihr uns auch, EU” von Netzwerk Rauchen e.V. ist Ausdruck unseres Protestes gegen die Tabakproduktrichtlinie TPD2, deren auffälligstes Merkmal die sogenannten Schockfotos oder Ekelbilder sind, die künftig auf unseren Produkten prangen werden. Auch der Geschmack und die Rauchqualität vieler Marken werden sich verändern, wohl nicht zum Besseren.

Jetzt müsste man mir mal erklären, wie man an verbranntem Pflanzenabfall überhaupt „Geschmack“ finden will. Vermutlich finden diese Leute auch den Rauch eines herbstlichen Laubfeuers irgendwie „geschmackvoll“. Oder ein kokelndes Baunkohlebrikett.  Spätestens an diesem Punkt erkennt man das eigentliche Problem der Nikotinsüchtigen: Rauchen ist nicht nur gesundheitsschädlich, es ist in vielen Fällen absolut tödlich. Mit den Schockbildern bekommt diesen  unter normal denkenden Menschen unstrittigen Sachverhalt der gemeine Suchtfreund drastisch gezeigt. Und zwar nicht mehr über mehr oder weniger banale Textbotschaften („Rauchen ist tödlich“, ach was?) die sich rationalisiert wegräumen lassen („Wieso ist Helmut Schmidt dann über 90 geworden?“, „Mein Opa ist 90 und Ketteraucher, bla bla bla….“) sondern mit Bildern die einen anderen, nämlich direkten, Eingangskanal in das Bewusstsein finden. Oder noch tiefer führen, nämlich in das Unbewusste, denn im Grunde wissen auch die Herren vom „Netzwerk Rauchen“: Sie betreiben ein tödliches Hobby. Da muss man sehr gut verdrängen können. Die drastischen Bilder stören dabei aber ganz erheblich.

Weiter geht es nun im Reigen der dargebotenen Dummheit vom „Netzwerk Rauchen“:

_pkt_bu Mit Information oder gar Aufklärung hat es überhaupt nichts zu tun, wenn man einseitige Angstmache verbreitet und in den Köpfen der Menschen verankern will. Bei den „Warnhinweisen“ handelt es sich um manipulative Un- und Halbwahrheiten, mittels derer Rauchern wie Nichtrauchern ein monströses Zerrbild des Rauchens eingetrichtert werden soll.

Bullshit. Wenn sich einer der Verfasser dieses unsäglichen Blödsinns einfach mal ein paar Tage in einem Krankenhaus umgesehen hätte, in dem man langjährigen Rauchern die Folgen ihrer Sucht therapieren will, wären sie wohl nicht auf die Idee gekommen, solch einen entsetzlichen Schwachsinn zu verbreiten. Alleine ein Aufenthalt auf einer onkologischen HNO-Station hätte klar gemacht, wer z. B. fast ausschließlich vom Kehlkopfkrebs betroffen ist: Langjährige Raucher mit einer Komorbidität in Sachen Alkoholismus. Im Medinzinerdeutsch „C2H5OH-Abusus“ genannt. Oder dass auf einer Lungenkrebsstation 90% der dort auf den Tod wartenden Patienten ebenfalls Raucher waren bzw. noch sind, in letzterem Falle vorausgesetzt sie schaffen es zum Rauchen vor die Krankenhaustür zu kommen. Ob mit oder ohne Rollator, Rollstuhl oder anderer Hilfsmittel.

Was sollen die bebilderten Ekelbotschaften bezwecken? Angeblich Leute vom Rauchen abhalten, und dazu soll jedes Mittel recht sein. Die diesbezügliche Wirksamkeit ist aber mehr als zweifelhaft. Tatsächlich geht es darum, a) das Tabakrauchen weiter zu diffamieren und gesellschaftlich – gerade bei Nichtrauchern – in ein immer schlechteres Licht zu rücken, und b) um Gehässigkeit gegenüber den Rauchern.

Was heißt „Gehässigkeit“? Wer so blöd ist, für seinen eigenen Tod eine Menge Geld zu verbrennen und so deutlich zeigt, dass er schon lange nicht mehr alle Latten am Zaun hat, über den wird man ja wohl noch gepflegt den Kopf schütteln dürfen. Das hat übrigens mit „Gehässigkeit“ nichts zu tun, eher mit Mitleid. Und mein ganz besodneres Mitleid gilt jenen, die dafür auch noch Lobbyarbeit betreiben. „Suizid e. V.“ mit Vereinsziel Lungenkrebs, Herzinfarkt, Raucherbein oder Schlaganfall. Dümmer geht’s nimmer.

Und wenn gar nichts mehr einfällt, was man für das eigene kanzerogene Hobby noch so anführen könnte, werden „Studien“ erdichtet. Von einem Vereinchen, welches übrigens der Wissenschaft regelmäßig vorhält, „Junk science“ zu betreiben. Nämlich dann, wenn Wissenschaftler exakt und über jeden Zweifel erhaben nachweisen, wie gefährlich das Rauchen und das Passivrauchen sind:

Schon mal vom „Nocebo-Effekt“ gehört? Ist das Gegenteil vom Placebo-Effekt: Durch Einbildung und Ängste können Krankheiten entstehen. Wer weiß, wie viel Schaden die immer selbe Leier von den ach so bösen Gefahren des Rauchens in den letzten Jahren schon angerichtet hat. Das sagt selbst die Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“ (WDR, mit Ranga Yogeshwar). Die EU macht sich auf diese Weise schuldig an zahllosen schweren Erkrankungen, sogar an Todesfällen.

Wow, das ist ja mal eine wissenschaftlich exakte Referenzierung. Wo kann ich denn nachlesen, dass die Bilder mit einem Bronchialkarzinom, die auf Zigarettenschachteln angebracht sind, eben diesen Lungenkrebs auslösen? Wie ist die Kausalkette? Da wäre jetzt ein entsprechender Hinweis gängige wissenschaftliche Praxis: Wer etwas behauptet, muss es beweisen. Beim „Hetzwerk“ aber wie immer diesbezüglich Fehlanzeige! Und wie üblich wird einem Käse ein weiterer nachgelegt:

Noch mehr zum Thema EU und „Gesundheitsschutz“. Einer Studie zufolge kann der Anblick von Ekelbildern bei anfälligen Personen sogar Herpes auslösen.

Und Euer ins Netz gestellter Scheiss verursacht heftige Kopfschmerzen. Alles klar, Netzwerk Rauchen?

Richtig blöd wird es, wenn die Macher dieses üblen Bockmistes witzig sein wollen:

Hurra, das „Raucherbein“ ist zurück. Früher standardmäßig immer erwähnt als kleiner Bruder des Lungenkrebses, hatte es zuletzt an Prominenz eingebüßt. Vielleicht, weil es gar nicht so sehr direkt mit dem Tabakgenuss, sondern eher mit Diabetes und Fettstoffwechselstörungen zu tun hat? Man spricht übrigens auch von der „Schaufensterkrankheit“, insofern gehören auch Schaufenster zur Gruppe der Betroffenen.

OK, man mag das witzig finden. Wer auf Krücken oder Rollator angewiesen ist, weil er nach 30 Jahren „Rauchgenuss“ so derart verstopfte Beinarterien hatte, dass das Gewebe nekrotisch wurde und abstarb, findet es wohl nicht ganz so lustig. Die Realität ist dann eben doch nicht unbedingt erheiternd:

„Raucherbein“ oder „Schaufensterkrankheit“ heißt die periphere arterielle Verschlusskrankheit im Volksmund. Einmal, weil diese Form der Durchblutungsstörung vorwiegend Raucher betrifft, zum anderen, weil die Betroffenen regelmäßig beim Gehen durch heftige Schmerzen im Bein zum Anhalten und Stehenbleiben gezwungen werden. Die Erholungspause nutzen sie unauffällig zum Betrachten von Schaufenstern. (Regensburger Ärztenetz)

Und auch die dümmliche Geschichte von „Franz Fernidnand Raucher“ als Namensgeber der Krankheit ist nicht tot zu kriegen:

P.S.: Das Raucherbein, so hält sich hartnäckig ein Internet-Mythos, ist nach seinem Entdecker, dem Mediziner Franz Ferdinand Raucher (1864-1930) benannt.

Kleiner Tipp: Einfach mal in den „Pschyrembel“ schauen und nach „Prof. Raucher“ suchen!

Man könnte jetzt diesen kaum mehr zu steigernden Hirnriss stundenlang fortsetzen. Die Seite des „Netzwerk Rauchen“ ist voll davon. Ich habe dazu jedoch keine Lust mich weiter mit diesem intellektuellen Dünnpfiff zu beschäftigen. Schauen Sie sich den Quatsch selber an, falls noch Bedarf besteht. Hier nochmal der URL: https://www.ihr-uns-auch.de/ und dann in die „Online Galerie“ gehen. Dort wird dann erschreckend klar, was Drogen gepaart mit individueller Dummheit und Uneinsichtigkeit in Einzelfällen anrichten können.

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„Die Gute Dame“ von Alexander Jäger: Fäkalien und Gewaltexzesse als Literaturthema (Teil 2)

Liebe Leserinnen und Leser,

nein, ich möchte hier nicht zum Literaturkritiker avancieren. Offen gestanden lese ich zwar viel, aber nur Fachbücher und keine Belletristik. Aber wenn einer der Superstars hier im Antiraucherblog, Alexander Jäger aus Aalen, einen Roman verfasst und diesen online anbietet, da kann man dann schon mal eine Ausnahme machen. Eine Vorabkritik hatte ich vor einigen Tagen veröffentlicht. Um mit Marcel Reich-Ranicki zu sprechen, war lediglich zu vermelden „Dieffeff Buch ifft schlächt!“.

Aber dieses Buch ist nicht nur schlecht, es kann einem davon auch schlecht werden. Denn mit der „Guten Dame“ hat Jäger nicht nur sein Erstlingswerk vorgelegt, sondern auch einen ganz veritablen Fäkalroman verfasst. Falls Sie nun Interesse haben sollten, dass Ihr Mittagessen (oder was sich sonst in Ihrem Magen befinden mag) dort verbleiben möge, so lesen Sie nicht weiter! Ich zitiere der plastischen Anschauung halber einige wenige Textstellen aus dem „Werk“, aber die sind nicht dazu angetan, sich unbedingt körperlich besser zu fühlen. Mir war jedenfalls nach Abfassen dieser Rezension richtiggehend übel.

So, Sie sind noch da? Ich hatte Sie gewarnt! Dann wollen wir uns also mal mit den unschönen Dingen des Lebens beschäftigen. Nämlich den Rückständen der menschlichen Verdauung, genauer gesagt mit dem, wie Alexander Jäger bespricht, was vom Essen den Körper auch irgendwann mal wieder verlässt. Aber vorher wenden uns erst einmal kurz den genitalen Phantasien des Autors zu. Und da hat der Autor einige ganz klare Vorstellungen:

„Karamanlis!“ rief sie. „Herr Karamanlis, kommen Sie sofort her!“ Zahnlos-empörtes Kauderwelsch war die Antwort, gefolgt von den Schritten schwerer Arbeitsschuhe, die die knarzende Treppe heraufstapften. „Wafiflof?“ fragte er und Corinna hielt die Luft an. Er trug seine alten Stahlkappenschuhe, ein offenes Pyjamaoberteil – und sonst nichts. Sie wusste nicht, ob sie lachen oder kotzen sollte. Der Kerl hängte hier tatsächlich seinen faltigen Schwanz heraus.

Jäger malt den alten zahnlosen Fettwanst an die Wand und bedient dabei alle Klischees die man so haben kann. „Alt“, „zahnlos“ und widerwärtig. Und er zeigt seinen …, ja Sie wissen schon. Aber wir fragen uns nun natürlich, was im Kopf eines Menschen vorgehen mag, der einen derart unerträglichen Schund verfasst. Hat der Mann ein sexuelles Problem, sind das besondere erotische Phantasien, die da kondensieren oder was ist da los? Ich jedenfalls würde mich schämen, so etwas unter meinem Namen veröffentlich zu haben. Jäger kennt sich übrigens nicht nur „vorneherum“ gut aus, auch den Analbereich betreffend kann man vom ihm einiges an interessanten Einblicken erwarten:

Die Toilette, die ohnehin noch keinen Tag einladend gewirkt hatte, sah aus als wäre ein Laster mit einer Fuhre Düngemittel explodiert. Irgendwie war es Karamanlis gelungen, das Klo nicht nur restlos zu verstopfen und sich daran anschließend zu diesem denkbar schlechtesten Zeitpunkt auf einmal wieder an die Wasserspülung zu erinnern, nein, er hatte es fertiggebracht, seine stinkenden Exkremente bis an die Decke zu verspritzen. Corinna wollte gar nicht wissen, welche Handlungen im Detail nötig waren, um eine derartige Schweinerei anzurichten.

So, ich habe gerade mal zum Eimer gegriffen, jetzt geht es wieder. Wo war ich? Ach ja, ich wollte fragen, wie sich jemand derartig über mehr oder weniger feststoffliche Ausscheidungen ereifern kann. Wäre ich Freudianer, würde ich sagen, dass in der analen Phase von Herrn Jäger einiges schief gelaufen sein muss. Denn unter den Anhängern des Psychoanalytikers gilt als ausgemacht, dass wer als Erwachsener exzessiv von Kot phantasiert während der frühen Kindheit eine schwere familiale Traumatisierung erfahren haben muss. Um dies zu diagnostizieren und aufzuarbeiten wäre aber ein Fachmann notwendig, dessen Konsultation durchaus empfehlenswert scheint.

Und wem menschlicher Stuhlgang noch nicht reicht, der kann bei Jäger auch gerne etwas blutiger bedient werden. Schwenken wir also im Jägerschen Farbspektrum von braun nach rot:

Steffen und Corinna stehen über der grässlich zugerichteten, noch ein wenig zuckenden Leiche, der in großen Fontänen das Blut aus dem Halsstumpf spritzt. Steffen bemerkt „Gott vergibt, wir nicht!“ und zieht Corinna zu einem innigen Kuss an sich. Ausblenden. Es folgt der Abspann mit einem Song von Slayer, im Kino gehen die Lichter an und die Realität hat uns alle wieder.

Das sind Killerphantasien vom Feinsten. Die Leiche ist „grässlich zugrichtet“ und „zuckt“ aber noch. Und Blut spritzt raus. Gut, man muss jetzt nicht wissen, dass Leichen in der Regel vollkommen tot sind und daher gar nichts mehr machen, aber egal. Jäger muss seine kranken Phantasien rauslassen und da kann man dann schon mal fachlich unsauber bleiben.

Warum schreibt einer sowas? Muss man dazu jahrelang alle erdenklichen Brutalspiele am Videoschirm durchballern und Tausende von Typen abgeknallt haben oder gibt es dafür andere Ursachen im Neocortex des Autors? Aber gesund klingt das nicht. Eher krank. Sehr krank.

Also fassen wir einmal kurz zusammen. Alexander Jäger schreibt gerne über Männer, die sich untenherum entblößen, über menschliche Exkremente, über Schlachthausorgien, deren Opfer aber Menschen und keine Tiere sind und vermutlich noch andere nette und durchaus appetitliche Dinge mehr.Ich konnte das Buch nicht ganz lesen, mir war einfach übel. Wir haben hier ein hochwirksames literarisches Emetikum vor uns liegen, das kann ich nicht komplett durcharbeiten.

So richtig schlecht wird es einem dann nochmal gegen Ende der 148 Jäger-Seiten. Da kommt gerne nochmal das Essen hoch (wenn man denn überhaupt noch etwas im Magen hat). Jäger beschreibt einen Kampf zwischen Steffens Frau Corinna und dem bereits erwähnten Herrn Karamanlis (von Jäger auch in vulgärer Form als „Kackspecht“ bezeichnet, denn ein Fetisch des Herrn Jäger, das wissen wir mittlerweile, sind menschliche Ausscheidungen).

Sie machte eine halbe Drehung, griff nach der Fleischgabel, erreichte sie beinahe, dann fühlte sie, wie Karamanlis sie im Genick packte. Heilige Scheiße, war der Kerl stark! Das hätte sie diesem alten Kauz gar nicht zugetraut. Unsanft schleuderteer sie gegen den klapprigen Küchentisch und drückte ihr Gesicht in die pürierten Überreste der Katze. Corinna würgte, der Ekel schnürte ihr den Atem ab, als sie diesen widerwilligen fleischig-ranzigen Geruch aus nächster Nähe in die Nase bekam. Sie waltete auf den Schmerz des sich in ihren Rücken bohrenden Schlachtermessers, doch der blieb vorläufig aus. „Du Flampe!“ stieß Karamanlis röchelnd aus. Er presste seinen Unterleib gegen ihre Hinterbacken, so dass sie durch den Schlafanzug seine Erektion spüren konnte.

Perverse Vergewaltigungsphantasien zwischen zerstückelten und auf dem Esstisch gleichmäßig ausgebreiteten Katzen. Einfach nur krank. Besonders krank und abartig wird die Darstellung aber dann, wenn Jäger herausarbeitet, wie „Corinna“ Herrn Karamanlis endgültig ins Jenseits befördert:

Mit der brennenden Linken griff sie ihm unsanft in den Schritt und zerquetschte ihm die Hoden, so dass er wimmernd zusammenbrach und sich am Toilettensitz mit einem deutlich hörbaren Knirschen das Kinn brach. Die Spitzen der Fleischgabel ragten aus seinem Rücken, aber Karamanlis versuchte nochmals, sich aufzurappeln. Corinna kam mühsam vollends auf die Beine, packte ihn und schob seinen Kopf über die Kloschüssel. Danach trat sie zu. Zweimal. Dreimal. Karamanlis wand sich in spastischen Zuckungen. Schließlich brach Corinna erschöpft und völlig außer Atem auf ihm zusammen. Noch immer presste sie seinen Kopf in die Schüssel. Dort blubberte es noch ein paar Mal, dann war Stille. Corinna rutschte von der Leiche des alten Mannes und atmete schwer. Schließlich kicherte sie kraftlos, denn ihr war eingefallen, dass sie vorhin, bevor sie nach oben ging um ihre grausige Entdeckung zu machen, die Spülung nicht betätigt hatte. Noch halb betäubt fummelte sie ihr Smartphone aus der Hosentasche.

Ah ja, nett! Was haben wir denn heute so im Angebot? Die Hoden fachfraugerecht zerquetscht, das Kinn an der Toilettenschüssel zerschmettert, von einer Fleischgabel durchbohrt, und schließlich, nach erfolgreichem „Waterboarding“ in der Keramik, noch ein letztes verschämtes Röcheln des Opfers. Dann isser tot. Kein schönes Ende, aber es passt zu Jägers Gesamtvortrag.

Spätestens hier fragt man sich dann auch, warum man ein derartiges krankes Machwerk ohne Altersbeschränkung bei Amazon zur Verfügung stellt. Derartig pathologische Killerphantasien und verbalisierte Gewaltexzesse sind einfach nur widerwärtig und erregen entweder Brechreiz oder Abscheu oder beides. Das ist keine Literatur, das ist die kranke Verherrlichung von Gewalt in übelster Form.

Wenn Alexander Jäger sich einmal nicht über entblößte Geschlechtsteile, an Decken und Wände verteilte Exkremente, versuchte Vergewaltigungen, in Toilettenschüsseln versenkte alte tote Männer oder abgeschlagene Köpfe ereifert, kann man, wenn man nicht zwischendrin einschläft oder gerade mal wieder den Eimer umarmt (bei der Lektüre des Buches pendelt man ständig zwischen diesen beiden Alternativen!), so manche „sozialkritische“ Äußerung erhaschen. Und die kommt so vorhersehbar, dass auch ein durchschnittlich intelligenter Mensch bereits vor dem Lesen der entsprechenden Stelle weiß, was da gleich folgen wird. Besonders wenn man das „Denken“ von Alexander Jäger kennt. Machen wir den Test:

Insbesondere Corinnas Vater empfand die Zukunftspläne seiner Tochter und seines Schwiegersohnes als die reinste Kakophonie. „Ihr seid doch verrückt! Selbständigkeit! In diesen Zeiten!“, brummte er und legte die Sonntagszeitung beiseite. „Wie stellt ihr euch das überhaupt vor?“

Na, wollen wir mal raten, was „Corinnas Vater“ von Beruf ist? 3, 2, 1…. Hat es geklingelt? Hier also die Auflösung des Rätsels für den eher einfach gestrickten Zeitgenossen:

 Herr Kölling war deutscher Beamter mit Leib und Seele und von Begriffen wie Kreativität oder gar Selbständigkeit in geistiger Hinsicht um Lichtjahre entfernt Außerdem war er ein furchtbarer Pedant.

Ich wusste es! OK, ich hätte zwar getippt, dass Herr Kölling ein spießiger Lehrer kurz vor der Pensionierung ist, aber immerhin, mit dem Beamten lag ich nicht ganz falsch. Es folgen dann mehrere strunzlangweilige Seiten in denen der Vater erzählt, warum Selbstständigkeit ganz, ganz schlimm ist und so weiter und so weiter. Jäger gelingt es heauszuarbeiten, was für eine übel spießige Beamtenseele der Mann ist. Unkreativ, langweilig, öde, dröge. Eben so, wie sich ein schwäbischer Provinzautor der offenbar mit der spießigen schwäbischen Provinz ein Problem hat, einen Beamten vorstellt. Und dargestellt wird der Charakter in einer platten Art, dass man davonlaufen möchte „Beamte sind doof!“, so die Lesart von Herrn Jäger. Und auch andere Beamte bekommen ihr Fett weg und die sind, im Gegensatz zu Schwiegerpapa, natürlich ganz einfach „Deppen“:

„Andreas ist studierter Finanzbeamter im höheren Dienst.” stellte Herr Kölling geradezu triumphierend fest „Der Kerl wohnt noch bei seinen Eltern.“ konterte Corinna. Meine Güte, sie war ein paar Mal mit ihm ausgegangen, er hatte sich als Depp entpuppt und damit war der Fall für sie erledigt gewesen.

Aber der Oberdepp dürfte der Mann vom Amt sein, über den ich im ersten Teil der Rezension berichtet habe. Der dumme Paragraphenreiter, der die Markise des Juwelierladens moniert, Sie erinnern sich?

Mit seinem Hass auf Beamte scheint Herr Jäger wohl primär seinen Frust verarbeiten zu wollen. Seinen Frust, es nicht so richtig geschafft zu haben. Denn, das wissen wir mittlerweile aus seiner Vita, Herr Jäger hat kein abgeschlossenes Studium, keinen Erfolg als FDP-Politiker, sein Juwelierladen ist geschlossen und er versucht sich heute als Literat. Klar, dass studierte Beamte da als „Deppen“ abgekanzelt werden müssen. Und nein, derartig primitves Beamtenbashing ficht mich nicht an. Schon seit 20 Jahren nicht mehr. Diese Phase liegt lange zurück.

Aber egal, irgendwann wird nach heftigem Zerwürfnis mit den (Beamten)Eltern der Juwelierladen in der „Mittelbachgasse“ eröffnet. Geht auch ohne Schwiegerpapa. Und die „Mittelbachgasse“? War da nicht was? Ach ja, nur zur Erinnerung: Das Geschäft des Herrn Jäger befand sich in der Mittelbachstraße 19 in 73430 Aalen. Ein wenig mehr Kreativität beim Finden von Namen hätte man dem Ex-Juwelier Jäger schon gewünscht!

Es folgen dann mehrere Seiten auf denen eher langatmig Kundenkontakte und Verkaufsszenen resümiert werden, das kann man sich sparen. Wie man sich eigentlich das ganze Buch sparen kann. Danach lesen wir eine längere Ausarbeitung über den bereits vorher erwähnten Herrn Karamanlis und seine Defäkationsaktionen, die seitens Herrn Jäger u. a. als „Bierschiss“ subsumiert werden. Das Koten (bzw. das Berichten darüber) und die entsprechenden Lokalitäten scheint ein besonderes Anliegen des Alexander Jäger zu sein. Über das Thema „verunglückte anale Phase nach Freud“ hatte ich ja bereits kurz referiert.

So, und dann langt es mir plötzlich mit der „Guten Dame“ des Alexander Jäger. Ich kann nicht mehr. Buch (oder genauer die Kindle-Cloud) zu, und gut is‘! Denn man möchte eigentlich nichts mehr über vollgekotete Räumlichkeiten, abgeschlagene Köpfe oder zu Hackfleisch zerstampfte Katzen lesen. Ich wende mich daher nun lieber einem Fachbuch über elektronische Schaltungen zu. Mein Magen beruhigt sich auch langsam. Gott sei Dank kostet das „Werk“ des Herrn Jäger nichts, wenn man Kindle unlimited Nutzer ist. Es hätte mich geärgert, für ein derartiges Sammelsurium von widerlichen Gewaltexzessen, primitivsten Fäkalausdrücken, abgedroschenen Klischees und dümmlichen Banalitäten auch noch Geld bezahlt zu haben.

 

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Peinliches Erstlingswerk: Alexander Jäger (FDP Aalen) und sein Roman „Die Gute Dame“

Zum 2. Teil der Besprechung

„Schuster, bleib bei Deinem Leisten!“ so möchte man Alexander Jäger aus Aalen angesichts seines unlängst veröfffentlichten Erstromanes „Die Gute Dame“ zurufen. Und vor allem: Versuche nicht, Deine persönlichen Probleme durch einen autobiographischen Roman in die Öffentlichkeit tragen. Derlei wirkt immer peinlich. Außerdem sind Autobiographien meistens problematisch. Besonders wenn sie, wie im vorliegenden Fall, verklärt als Romanwerk daherkommen. Man verliert als Autor die kritische Distanz und wird u. U. zum Opfer seiner eigenen überzogenen Selbstdarstellung.

„Früher war aber mehr Lametta“, wissen wir von Loriot und bei Jäger ging es auch schon mal deftiger zu: „Fette Taucherqualle“ als Schmähung gegen den Autor dieses Blogs (Link), „Nichtrauchender Blödsack“ (Link), „Arschloch“ (Link) und andere „Nettigkeiten“. Da ließ es der Aalener noch richtig krachen. Heute versucht sich Jäger hingegen als ernsthafter Autor und legt uns so eine Art „Autobiographie“ vor. Ein Versuch, den man nicht unbedingt als geglückt bezeichnen mag.

Aber mancher muss sich halt ständig in den Mittelpunkt stellen, das eigene Ego will es so. Bereits der Name des Juweliers in dem Roman „Waidmann“, der unschwer als Synonym mit dem Nachnamen des Autors assoziiert werden kann, ist bewusst gewählt. Und er erzählt, wen Jäger eigentlich meint. Nämlich sich selbst. Besonders wenn man weiß, dass eben dieser Neu-Autor Alexander Jäger bis vor wenigen Monaten einen Juwelierladen betrieben hat, den er dann zu Beginn des Jahres 2016 letztlich geschlossen hat.

Juwelier Alexander Jäger Aalen - dauerhaft geschlossen

Juwelier Alexander Jäger Aalen – dauerhaft geschlossen

Ob Herr Jäger mit dem vorgelegten Elaborat sein (vorläufiges?) Scheitern als Unternehmer literarisch verarbeiten wollte, kann nur gemutmaßt werden. Die Vermutung ist hingegen nicht von der Hand zu weisen. Denn wir wissen zwar nicht, was Herrn Jäger dazu gebracht haben könnte seinen Laden in Aalen zu schließen, aber man kann vermuten, dass es wirtschaftliche Gründe waren. Der Protagonist in Jägers Debutroman hat jedenfalls wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dort ist es allerdings eine „Dame“ nach deren Ladenbesuch regelmäßig die Kunden 3 Tage ausbleiben. Psychologisch betrachtet kann man hier einen Versuch sehen, die Schuld am Niedergang auf einen externen Faktor (die ominöse „Dame“) zu verlagern, sich also selbst von der Verantwortlichkeit für das Scheitern freizusprechen.Frei nach der Devise „Schuld sind immer die anderen“. Bei Alexander Jäger passt diese Geisteshaltung ins bekannte Bild.

In dem Roman nimmt Jäger die Rolle des „Steffen“ ein. Ein durchaus erfolgreicher Juwelier, zumindest wie es scheint. Alexander Jäger scheint seine eigene, offenbar wenig von Erfolg gekrönte, berufliche Existenz hier einem Protagonisten übertragen zu wollen, der doch in einigen Belangen ganz anders ist als er selbst. Dieses Verhalten nennt man in der Psychologie „Projektion“. Die Wunschvorstellung des eigenen Seins wird übertragen auf eine fiktive Figur und solcherart zu einer Art Quasirealität.

Schemenhaft scheint durch, was Jägers Idealbild des Menschen ist: Denn es handelt sich hier um einen Protagonisten der auch ein Rebell und nachgerade unkonventionell ist, der Normen kritisch sieht und daher die geltende Rechtslage gerne auch mal dahingehend ausgelegt wissen will, dass man ja durchaus „liberal“ sei. Ob Steffen, wie Jäger, Mitglied der „FDP“ ist, bleibt allerdings im Dunkeln. Aber „freiheitlich gesinnt“ ist er in jedem Falle. So heißt es an einer Stelle im Buch, wo Juwelier „Steffen Waidmann“ offenbar im Clinch mit den staatlichen Autoritäten liegt:

„Das kann ich Ihnen nicht sagen, dazu müssten wir erst noch einmal die genaue Rechtslage eruieren.“ „Und das dauert dann wieder vier Jahre?“ verlor Steffen die Geduld. „Wieviel Euro kostet mich das eigentlich, wenn ich Ihren ganzen Paragraphenquatsch einfach missachte und das Stadtbild weiterhin mit meiner Markise verschandele?“ „Solange keiner der Anwohner eine schriftliche Beschwerde einreicht kostet Sie das gar nichts.“ Es kostete Steffen eine Menge Selbstbeherrschung, sich nicht wahlweise mehrfach gegen die Stirn zu schlagen oder diesen Behördenheini kurzerhand zu erwürgen. „Dann schlage ich vor, dass wir es darauf ankommen lassen.“

Der Begriff „Paragraphenquatsch“ umschreibt schön, wie der Autor Jäger geltendes Recht sieht. Als lästiges Sammelsurium von kodifizierten Normen, die man auch gerne mal übertreten kann. „Quatsch“ eben.Und bei Jäger bedeutet dies, auch mal eine Nötigungshandlung in Betracht zu ziehen, wenn er sich in seinen Rechten beschnitten fühlt.

Alexander Jäger, Aalen: Nötigung als Mittel zur „Rechtsdurchsetzung“

Genau so „locker“ sieht sein Protagonist Steffen rechtliche Normen. Allerdings scheint hier die Phantasie des Herrn Jäger (und seine Unkenntnis in rechtlichen Belangen) doch wohl die Oberhand zuungunsten der tatsächlichen rechtlichen Gegebenheiten gewonnen zu haben. Denn würde ein Behördenmitarbeiter einen rechtswidrigen Zustand (hier eine unzulässig angebrachte Markise) nicht verfolgen, verstieße dies gegen das Rechtsstaatsprinzip. Man mag Herrn Jäger empfehlen, sich vor dem Schreiben einmal kundig zu machen über das Sujet zu welchem er schreibt.

Der Jäger bekannte Hang zu Tabakerzeugnissen muss natürlich in seinem Erstlingswerk auch eingearbeitet werden:

„Aber trotzdem, Steffen saß auf der Schreibtischkante und spielte mit denn Gedanken, sich auch eine Zigarette anzuzünden. Aber er rauchte momentan sowieso schon zuviel.“

Dazu ist es natürlich interessant zu wissen, dass auch Herr Jäger in der Realität ebenfalls gerne Zigaretten raucht und sich jahrelang intensiv gegen den Nichtraucherschutz positionierte. Sonst wäre er nicht Dauergast auf diesem Blog hier. Diese öffentlich Darstellung erledigte Jäger besonders im Internet, wo noch eine große Anzahl originaler Textdokumente des Aaleners abrufbar sind. Es ist allerdings schön, dass Alexander Jäger bei der Abfassung seines Debutromanes seine Sprache doch etwas gemäßigt hat. Wenn auch diese Sprache von eher einfacher Struktur und wenig variantenreich daherkommt.

Nun bleibt abschließend noch die Frage zu stellen, was den Autor Jäger denn geritten haben könnte, ein derartig doch eher einfach strukturiertes Werk, das überdies von einer belanglosen Handlung getragen ist, vorzulegen. Ist es nur der Wunsch, sich mal so zu zeigen, wie man sein möchte? Oder steckt mehr dahinter? Meine offene Antwort: Ich weiß es nicht. Und ich will es auch nicht wissen.

 

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